Nasdaq 100 offiziell in Korrektur, DAX kämpft um Bodenbildung
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- Alphabet Inc. (Class A) - WKN: A14Y6F - ISIN: US02079K3059 - Kurs: 279,000 $ (Nasdaq)
- Intel Corp. - WKN: 855681 - ISIN: US4581401001 - Kurs: 60,550 $ (Nasdaq)
- Nasdaq-100 - WKN: A0AE1X - ISIN: US6311011026 - Kurs: 28.203,35 Pkt (TTMzero Indikation)
- DAX - WKN: 846900 - ISIN: DE0008469008 - Kurs: 25.900,91 Pkt (XETRA)
Doch durch die weiterhin taumelnden US-Technologieaktien wurde das Bild deutlich getrübt.
Der Grund für die Kursschwäche im Technologiesektor ist eine veränderte Haltung der Anleger. Die extrem hohen Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) werden an der Börse nicht mehr nach dem Motto „höher, schneller, weiter“ gefeiert, sondern zunehmend skeptisch betrachtet. Früher galt: Je höher die Investitionen, desto höher die Kurssprünge der Aktien.
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Heute gilt hingegen: Die Investitionen müssen sich amortisieren. Doch das tun sie bislang nicht. Und daher steigen laut der DWS die durchschnittlichen CDS-Kosten für Hyperscaler weiter, also die Kosten für Kreditausfallversicherungen.
Viele Gründe für steigende Aktienkurse
Grundsätzlich sind allerdings weiterhin gute Gründe für steigende Kurse vorhanden. Die DWS nennt die folgenden: Die Berichtssaison verlief bisher zufriedenstellend bis stark. Laut Daten von FactSet konnten 82 % der Unternehmen die Gewinnerwartungen übertreffen, was auch dieses Mal über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre liegt, wie bereits in den vorangegangenen Quartalen.
Das Cloud-Geschäft (KI) der großen Plattformanbieter wuchs im aktuellen Berichtsquartal noch stärker als im Vorquartal. Und die Gewinnprognosen je Aktie wurden im Laufe der Berichtssaison sowohl für Technologie- als auch für Nicht-Technologieunternehmen weiter angehoben. Das zeigt auch die folgende Grafik von FactSet. Demnach wird für das 3. Quartal 2026 inzwischen ein Gewinnwachstum von +30,2 % erwartet. Ende Juni waren es weniger als +27 %, Ende September rund +29 %.
Die Gewinnerwartungen für die „Magnificent 7“ sind allerdings gesunken. Vor Beginn der Berichtssaison waren sie mit +33,6 % wohl deutlich überzogen. Aktuell sind es nur noch +22,6 %.
Dafür sind die Gewinne der übrigen 493 Unternehmen des S&P 500 stärker gestiegen als erwartet. Ende September wurde ein Gewinnzuwachs von +27,8 % erwartet, aktuell läuft es auf +32,6 % hinaus. Entsprechend fallen auch die jüngsten Kursentwicklungen aus.
Da zahlreiche Aktienkurse nachgegeben oder konsolidiert haben, sind die Bewertungskennzahlen gesunken. Die Bewertungen sind also nicht mehr so hoch. Das alles ist eigentlich positiv für die Aktienkurse.
Anleger stören sich inzwischen an hohen KI-Investitionen
Doch durch die hohen Investitionen der ehemals kapitalarmen Technologieunternehmen sind diese nun mindestens in den nächsten 1 bis 2 Jahren von externen Finanzierungen abhängig, die zunehmend teurer werden. Daran stören sich die Anleger zunehmend. Genau das führt zu den sinkenden Bewertungen.
Bewertungsfantasien müssen sich der Realität annähern
Dazu passt die aktuelle Meldung, wonach OpenAI das Ziel für seine jüngste Finanzierungsrunde um 10 Milliarden auf 20 Milliarden US-Dollar senken musste. Ursprünglich hatte das Unternehmen geplant, 30 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von 1,4 Billionen US-Dollar einzuwerben. Stattdessen wurde der ChatGPT-Entwickler „nur noch“ mit 1,25 Billionen US-Dollar bewertet.
Aktien nach Geschäftszahlen im freien Fall
Ähnliche Bewertungsanpassungen finden im Rahmen der laufenden Berichtssaison statt. Über die (Kurs-)Reaktion auf die Geschäftszahlen von Alphabet habe ich bereits am vergangenen Donnerstag berichtet. Dazu der Kommentar: „Auf jeden Fall hat die KI-Blase einen weiteren Riss bekommen. Denn erneut hat sich gezeigt, dass sich die Kosten für den Aufbau der KI-Infrastruktur nicht so leicht in Gewinne verwandeln lassen.“
Im Wochenupdate des Trading-Dienstes „Target-Trend-CFD“ war am vergangenen Sonntag diesbezüglich zu lesen, dass Alphabet am Donnerstag den bisher schlechtesten Tag seiner Börsengeschichte erlebt hat. Bis Handelsschluss brachen die Aktien des Unternehmens um -12,64 % ein, wodurch der Börsenwert um rund 500 Milliarden Dollar (!) schrumpfte – auf aktuell allerdings immer noch sagenhafte 3,4 Billionen Dollar, obwohl sich der Aktienkurs seit seinem Rekordhoch um ein Drittel reduziert hat.
Nach dem Rekordverlust des Chipherstellers NVIDIA zu Beginn dieses Jahres, als der Konzern knapp 600 Milliarden Dollar verlor, ist der aktuelle Kurseinbruch von Alphabet der zweitgrößte Tagesverlust eines Unternehmens in Bezug auf die Marktkapitalisierung jemals.
Zusammen mit den Kursverlusten von Meta, Amazon und Microsoft verschwanden am Donnerstag laut Medienberichten zusammengerechnet bis zu 900 Milliarden Dollar an Börsenwert. Das ist mehr als die meisten Länder dieser Erde an Bruttoinlandsprodukt (BIP) haben.
Zudem berichtete ich in dem Wochenupdate über den Kurseinbruch von Intel am Freitag. Kurz vor dem Wochenende waren die Intel-Aktien an einem einzigen Tag um rund -30 % eingebrochen.
Allein dadurch wurde eine Marktkapitalisierung von 400 Milliarden US-Dollar vernichtet. Das zeigt, wie extrem die Bewertungen in Teilen des Aktienmarktes zuletzt waren (und trotz zahlreicher Kurseinbrüche auch noch sind).
Mit Blick auf die Charts lässt sich kaum noch leugnen, dass sich eine KI-Blase aufgepumpt hatte, die nun platzt oder aus der zumindest ein weiteres Mal in sehr hohem Tempo viel Luft entweicht.
Nasdaq 100 wieder offiziell in einer Korrektur
Dabei kommen die Aktienindizes weiterhin relativ glimpflich davon. Das gilt sogar für den Nasdaq 100, der in der vergangenen Woche binnen nur 3 Handelstagen (im CFD-Handel bei GBE brokers) ein herbes Minus von in der Spitze -6,41 % anhäufte und sich damit nun wieder offiziell in einer Korrektur befindet. Denn diese gilt ab einem Minus von -10 %. Vom Rekordhoch hat der Nasdaq 100 inzwischen -11,03 % verloren.
Vor diesem Hintergrund ist es auch nachvollziehbar, dass der DAX von den jüngsten bullishen Signalen nicht weiter profitieren konnte.
DAX kämpft um die Bodenbildung
Der deutsche Leitindex hält sich aber weiterhin oberhalb des Kursbereichs der wochenlangen Seitwärtskonsolidierung, sodass ein Abschluss der Bodenbildung weiterhin möglich ist (grüner Bogen im folgenden Chart).
Im „DAX Trading-Room“ von stock3 Ultimate lautete die heutige Beobachtung dazu: Der DAX will nach oben, wird aber immer wieder von den US-Indizes nach unten gezogen. Wenn die US-Indizes zulegen, nimmt der DAX das sofort auf und sprintet nach oben. Also: Er will, aber er braucht den Rückhalt der US-Indizes. Immerhin schaffen es die Bullen, einen Rückfall in den Kursbereich der wochenlangen Seitwärtstendenz zu verhindern. Solange das so bleibt, ist die Ausbruchsbewegung beim DAX intakt und ein starkes 4. Quartal möglich.
Ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
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