DAX testet Ausbruch schneller als erwartet
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Erwähnte Instrumente
- DAX - WKN: 846900 - ISIN: DE0008469008 - Kurs: 24.703,12 Pkt (XETRA)
Darauf sollte die EU den US-Präsidenten auf diplomatischem Wege schlicht hinweisen. Womöglich erübrigt sich das Thema neuer Zölle dann.
96 % der US-Zölle tragen die USA selbst
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel) hat bei besagter Studie jedenfalls mehr als 25 Millionen Lieferdatensätze mit einem Gesamtwert von fast 4 Billionen USD an US-Importen analysiert. Und dabei kam heraus, dass nur etwa 4 % der Zoll-Last von ausländischen Exporteuren getragen haben. 96 % gingen also zu Lasten der US-Importeure und -Verbraucher.
US-Zölle sind ein Eigentor
Zwar sank das Handelsvolumen als Folge der Zölle deutlich, weshalb auch die EU wirtschaftlichen Schaden erleidet, doch wurden die Exportpreise dennoch nicht reduziert. Und daher seien die Zölle auch "ein Eigentor" für die USA, so das IfW. Und das gilt ebenfalls für die Zölle zum Beispiel gegen Brasilien und Indien. Auch hier wurden die Preise laut der Studie nicht gesenkt, um die Zölle abzufedern und die Produkte konkurrenzfähig zu halten.
USA und EU zeigen harte Haltung
Aktuell ist allerdings nicht abzusehen, dass Trump klein beigibt. Und auch die EU signalisiert eine harte Haltung. Daher wird es wohl ab 1. Februar zu höheren Zöllen kommen. Konkret hat Trump im Streit um Grönland neue Zölle gegen acht EU-Staaten angedroht, darunter Deutschland. Diese sollen demnach ab 1. Februar zunächst 10 % betragen und ab 1. Juni auf 25 % steigen, wenn kein Abkommen über einen US-Kauf der dänischen Arktisinsel erzielt wird.
Mit dieser neuen Zoll-Drohung hat Trump das jüngste Zollabkommen mit der EU quasi aufgekündigt. Dieses stand eigentlich für diese Woche zur Ratifizierung im EU-Parlament an. Doch das wurde abgesagt. Dadurch könnten nun bereits gegen die USA verhängte, aber wegen des Zollabkommens für 6 Monate aufgeschobene EU-Strafzölle auf US-Waren im Volumen von 93 Milliarden Euro am 6. Februar automatisch in Kraft treten. Zudem überlegt die EU weitere Gegenmaßnahmen.
DAX: Der Test des Ausbruchsniveaus läuft
Das hat die Aktienmärkte in der neuen Woche deutlich belastet. Beim DAX ist es dadurch sehr viel schneller zu einem Test seines bullischen Ausbruchs gekommen, als von mir noch am Donnerstag vergangener Woche erwartet (siehe "Ideales DAX-Szenario").
Die Hochs vom 9. Oktober bei 24.771 sowie vom 10. Juli bei 24.639 Punkten wurden bereits unterschritten. Und bis zum Hoch vom 5. Juni bei 24.479 Zählern war es mit dem gestrigen Tagestief von nur noch 24.507 schon nicht mehr weit (siehe grüner Pfeil im Chart).
Sollte dieses Niveau unterschritten werden, würde sich der bullische Ausbruch bereits ziemlich deutlich als Bullenfalle darstellen. Man kann dann im bullischen Fall allerdings noch davon ausgehen, dass lediglich der fünfgliedrige Anstieg zu Ende gegangen ist und nun die erwartete, normale Gegenbewegung läuft.
Aber aus Sicht der klassischen Charttechnik sollten bei weitergehenden (dynamischen) Kursverlusten bereits sämtliche Warnlampen angehen.
Große Korrektur längst überfällig
Man darf auch nicht vergessen, dass eine größere Korrektur eigentlich schon längst fällig war. Und sie würde wesentlich besser zu den fundamentalen Entwicklungen passen als eine weitergehende Rally in 2026, nach zuvor bereits drei extrem starken Aktienjahren.
Großteil erzielt mit KI keine Vorteile
Zumal neben der Studie des IfW Kiel derzeit noch eine weitere Untersuchung kursiert. Und diese betrifft unter anderem die Wirkung von Künstlicher Intelligenz (KI) auf Unternehmensergebnisse.
Aus einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter rund 4.450 Unternehmenschefs in 95 Ländern und Regionen geht hervor, dass es vielen Unternehmen aktuell schwerfällt, ihre Investitionen in nachhaltige Gewinne zu verwandeln. Und das gilt besonders für KI, deren Einsatz für einen Großteil der Firmen bisher kaum zählbare Ergebnisse und Kostenvorteile bringt.
Weltweit können nur 29 % der Unternehmen zusätzliche Einnahmen durch den Einsatz von KI generieren, in Deutschland sogar nur 11 %. Ähnlich sieht es auf der Kostenseite aus: Nur 16 % der deutschen Firmen konnten ihre Ausgaben reduzieren, global 26 %, so die Umfrageergebnisse.
Fazit
Es bedarf einer Annäherung der in den Aktienkursen eingepreisten KI-Fantasie an die Realität. Und womöglich erfolgt diese nun durch die von Trump neu angefachten Sorgen über negative Folgen von Zöllen und Gegenzöllen.
Es kann daher aktuell nicht schaden, einige Schäfchen ins Trockene zu bringen (Gewinnmitnahmen), das Risiko im Depot etwas zu reduzieren und die weitere Entwicklung in den kommenden Tagen zunächst abzuwarten und genau zu beobachten – auch mit Blick auf den sowieso problematischen saisonalen Verlauf der Aktienmärkte in US-Zwischenwahljahren.
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