Analyse
08:15 Uhr, 09.03.2026

Nächster Raketenschub für OHB? Airbus und Rheinmetall jetzt mit im Boot

Die drei großen deutschen Raumfahrt- und Rüstungskonzerne wollen künftig nicht gegeneinander, sondern gemeinsam antreten.

Statt in Konkurrenz um den Milliardenauftrag der Bundeswehr zu kämpfen, planen OHB, Rheinmetall und Airbus Defence and Space, ihre Kräfte zu bündeln, um das geplante Satellitennetzwerk SatcomBW Stufe 4 gemeinsam aufzubauen.

Damit reagiert die Industrie auf die große Dimension des Projekts. Die Bundeswehr plant ein Netzwerk aus mehr als 100 Kommunikationssatelliten, das bis 2029 eine weltweite, hochbandbreitige und verschlüsselte Kommunikation für Soldaten, Schiffe und Waffensysteme ermöglichen soll. Branchenkreise schätzen das Auftragsvolumen auf 8 bis 10 Mrd. EUR. Es wäre damit das größte Raumfahrtprojekt der deutschen Geschichte.

Technisch ähnelt das Vorhaben dem Satellitennetzwerk Starlink, das der US-Konzern SpaceX aufgebaut hat. Statt weniger großer Satelliten im geostationären Orbit setzt die Bundeswehr künftig auf viele kleinere Einheiten im niedrigen Erdorbit. Der Vorteil liegt in der deutlich geringeren Latenz. Daten können nahezu in Echtzeit übertragen werden. Für moderne militärische Operationen, bei denen Lagebilder, Sensordaten und Zielinformationen sofort verfügbar sein müssen, ist das entscheidend.

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