Analyse
12:45 Uhr, 08.07.2026

Morgan Stanley mit neuem Bullcase-Szenario bei ROCKET LAB

Meine warnenden Worte vor der zu hohen Bewertung der Rocket-Lab-Aktie haben sich bewahrheitet. Die Papier haben jüngst deutlich korrigiert. Jetzt springt Morgan Stanley bei und verkündet einen neuen Bull-Case.

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  • ISIN: US7731211089Kopiert
    Kursstand: 83,410 $ (Nasdaq) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Rocket Lab Corp. - WKN: A419CG - ISIN: US7731211089 - Kurs: 83,410 $ (Nasdaq)

Satelliten bauen, diese ins All bringen, betreiben und daraus wiederkehrende Erlöse erzielen. Genau in diese Richtung verschiebt sich nun die Investmentstory von Rocket Lab. Morgan Stanley hält an der Einstufung "Overweight" fest, bestätigt das Kursziel von 105 USD und hebt zugleich den optimistischen Bull Case von 185 auf 293 USD pro Aktie an.

Bei einem aktuell Kurs von rund 83 USD läge das reguläre Kursziel bereits deutlich über dem aktuellen Niveau, der Bull Case aber würde eine ganz andere Bewertungsebene eröffnen. Morgan Stanley begründet den Schritt mit zwei Faktoren: dem Börsengang von SpaceX und der angekündigten Übernahme von Iridium durch Rocket Lab.

Der Iridium-Deal verändert die Story

Der entscheidende Punkt ist die geplante Übernahme von Iridium. Rocket Lab will sämtliche ausstehenden Iridium-Aktien für rechnerisch 54 USD je Aktie in bar und Aktien erwerben. Der Unternehmenswert der Transaktion liegt bei rund 8,0 Mrd. USD. Der Abschluss wird für Mitte 2027 erwartet und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Iridium-Aktionäre sowie regulatorischer Genehmigungen.

Strategisch ist der Deal deshalb so bedeutsam, weil Rocket Lab damit nicht nur Größe kauft, sondern ein neues Geschäftsmodell. Iridium bringt ein globales Satellitenkommunikationsnetz, L-Band-Spektrum, mehr als 2,55 Mio. aktive Kunden und eine starke Stellung in Anwendungen für Schifffahrt, Luftfahrt, Behörden, Industrie und sicherheitskritische Kommunikation ein. Rocket Lab wiederum verfügt über Startkapazitäten, Satellitenplattformen und Fertigungskompetenz. Zusammen entstünde ein Unternehmen, das eigene Satellitensysteme entwickeln, bauen, starten und betreiben kann. Genau diese vertikale Integration ist der Kern des SpaceX-Modells.

Morgan Stanley sieht Rocket Lab dadurch näher an ein Plattformmodell heranrücken. Bislang wurde das Unternehmen vor allem als Anbieter kleinerer Raketenstarts und Raumfahrtsysteme bewertet. Mit Iridium kämen wiederkehrende Serviceerlöse hinzu, also jene Art von Umsatz, die Investoren höher bewerten als projektgetriebene Hardwareumsätze. Für die Aktie ist das entscheidend: Der Markt bezahlt nicht nur heutige Starts, sondern zunehmend die Option auf ein dauerhaftes Infrastrukturgeschäft im All.

SpaceX liefert den Bewertungsanker

Der Vergleich mit SpaceX ist allerdings Chance und Risiko zugleich. SpaceX besitzt bei Starts, Kostenstruktur, Größe und Markenmacht erhebliche Vorteile. Morgan Stanley räumt laut der vorliegenden Analystennotiz selbst ein, dass SpaceX gegenüber Rocket Lab deutliche Skalierungs- und Kostenvorteile hat. Trotzdem wirkt der Börsengang von SpaceX nun wie ein neuer Referenzpunkt für den gesamten Sektor.

Für Rocket Lab bedeutet das: Der Markt hat nun eine große, börsennotierte Blaupause. Wenn SpaceX als dominierende Raumfahrtplattform bewertet wird, können kleinere Herausforderer wie Rocket Lab ebenfalls von einer höheren Sektorbewertung profitieren. Doch wir alle wissen hoffentlich: Eine Aktie hochzuschreiben, nur weil andere Aktien noch höher bewertet sind, bringt auf Dauer nicht viel.

Das Bull-Case-Ziel von 293 USD ist als Szenario für den Fall zu verstehen, dass mehrere Dinge gleichzeitig gelingen. Rocket Lab müsste die Iridium-Integration sauber umsetzen, die Cashflows stabilisieren, neue Dienste wie Direct-to-Device-Kommunikation oder satellitengestützte Positionsdienste ausbauen und zugleich die eigene Launch-Roadmap vorantreiben. Dazu kommt die Erwartung, dass der Markt vertikal integrierte Raumfahrtunternehmen dauerhaft mit hohen Multiples bewertet.

Auch operativ bleiben erhebliche Risiken. Rocket Lab tritt in einem Markt an, der kapitalintensiv, technologisch anspruchsvoll und politisch sensibel ist. Regulatorische Genehmigungen, Startfrequenz, Satellitenzuverlässigkeit, Wettbewerb durch SpaceX oder Amazon und mögliche Verzögerungen bei neuen Raketenprogrammen können die Investmentstory jederzeit belasten. Eine höhere Bewertung ist nur dann gerechtfertigt, wenn Rocket Lab aus der Iridium-Übernahme mehr macht als eine größere Bilanz und ein breiteres Portfolio.

Fazit: Rocket Lab macht ohne Frage einen guten Job. Das Unternehmen ist durch zahlreiche Zukäufe gewachsen und hat sich fest an Position zwei verankert. Dennoch, Anleger werden noch häufiger Geld nachschießen müssen. Die Konkurrenz wächst. Ende 2026 steht der Erstflug der neuen Neutron-Rakete an. Gibt es hier Probleme, dann wird die Aktie deutlich zurückfallen. Für mich passt das Verhältnis von Chance zu Risiko immer noch nicht und ich bleibe daher an der Seitenlinie. Wir hatten die Aktie hier auf stock3 Plus frühzeitig bereits 2024 als Hotstock bei Kursen um 6 USD vorgestellt. Eigentlich bin ich ein Fan von solchen Unternehmen, aber der Preis muss eben stimmen.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mio. USD 602,00 915,00 1.281,00
Ergebnis je Aktie in USD -0,18 -0,14 -0,01
Gewinnwachstum -22,22% -92,86%
KGV - - -
KUV 80,6 53,0 37,9
PEG 27,00 90,46
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
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