Analyse
12:30 Uhr, 26.10.2026

META kündigt große Kapitalerhöhung an!

Meta bringt Aktien und Pflichtwandel-Vorzugsaktien über rund 35 Mrd. USD an den Markt, ein weiteres Programm über 60 Mrd. USD soll folgen. Selbst einer der profitabelsten Konzerne der Welt kann das KI-Wettrüsten nicht mehr allein aus eigener Kraft bezahlen.

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  • Meta Platforms Inc - WKN: A1JWVX - ISIN: US30303M1027 - Kurs: 642,620 $ (Nasdaq)

Unter den Interessenten für die neuen Meta-Aktien finden sich auchNvidia, AMD und Broadcom. Die drei Chiphersteller haben unverbindlich signalisiert, Class-A-Aktien für bis zu 5 Mrd. USD zeichnen zu wollen. Ob da Bargeld fließt oder nur Chips wird sicherlich später noch beantwortet werden. Die Lieferanten beteiligen sich damit an einem weiteren Kunden, der ihnen seit Jahren Rekordaufträge beschert. Das Detail sagt viel über den Zustand der KI-Ökonomie: Das Geld zirkuliert weiterhin im Kreis.

Am Montag startete Meta Platforms zwei parallele Platzierungen. Über Termingeschäfte mit Morgan Stanley und Goldman Sachs bietet der Konzern Stammaktien der Klasse A für 22,5 Mrd. USD an. Die Banken verkaufen die Papiere sofort, Meta erhält das Geld aber erst, wenn es die Verträge später mit neuen Aktien bedient. Hinzu kommen Pflichtwandel-Vorzugsaktien über 12,5 Mrd. USD, die um den 15. August 2029 automatisch in Stammaktien getauscht werden. Mehrzuteilungsoptionen können das Volumen noch erhöhen.

Sobald die neuen stimmrechtslosen Class-C-Aktien gehandelt werden, will Meta zudem ein sogenanntes At-the-Market-Programm über rund 60 Mrd. USD auflegen und Aktien schrittweise über die Börse verkaufen. Vertraglich fixiert ist das noch nicht. Zusammen ergibt sich ein Finanzierungsplan von rund 95 Mrd. USD, knapp 6 % des Börsenwerts von zuletzt etwa 1,64 Bio. USD.

Starkes Wachstum, negativer Cashflow

Am operativen Geschäft liegt es nicht. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 26 % auf 64,6 Mrd. USD, das sechste Quartal in Folge mit mehr als 20 % Wachstum. Der Nettogewinn erreichte 9,9 Mrd. USD. Belastet wurde er durch eine Rückstellung von knapp 9,9 Mrd. USD für einen Vergleich mit US-Bundesstaaten zum Jugendschutz. Ohne diesen Effekt hätte der Gewinn je Aktie bei 7,40 USD statt 3,83 USD gelegen.


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Entscheidend ist eine andere Zahl. Die Investitionen von 34,9 Mrd. USD überstiegen im Quartal den operativen Cashflow von 32,8 Mrd. USD, der freie Cashflow rutschte auf −2,1 Mrd. USD. Für das Gesamtjahr plant Meta Investitionen von 135 bis 145 Mrd. USD. Ein Polster gibt es durchaus: Die liquiden Mittel lagen Ende September bei rund 82 Mrd. USD.

Wohin das Geld fließt, beschreibt Meta ohne falsche Bescheidenheit: vier Supercluster mit jeweils mehr als einem Gigawatt Leistung und eine Verdopplung der Infrastrukturkapazität binnen eines Jahres. Im Zentrum steht der KI-Assistent Muse, der in den USA und Kanada binnen weniger Wochen mehr als 10 Mio. Nutzer gewann. Über ein Viertel der wöchentlich Aktiven kauft damit ein. Mit der Meta Enterprise Platform und dem eigenen Spitzenmodell Muse Wonder will der Konzern zudem margenstarke Rechenleistung an Unternehmen verkaufen.

Zuckerberg selbst hatte bei der Vorlage der Quartalszahlen eingeräumt, es werde "sehr wichtig sein, dass die Rechnung bei all dem aufgeht“. Die Börse blieb skeptisch. Am Tag nach den Zahlen fiel die Aktie um knapp 8 %, weil Anleger fürchteten, die neue Aktiengattung diene vor allem der Finanzierung weiterer Rechenzentren. Diese Sorge hat sich nun bestätigt.

Die Branche wechselt die Geldquelle

Meta steht damit nicht allein. Die großen Cloud- und Plattformkonzerne haben laut BNP Paribas bis Mitte August Anleihen über rund 220 Mrd. USD begeben, Meta selbst im Mai 25 Mrd. USD. Alphabet sammelte im Juni 84,75 Mrd. USD an Eigenkapital ein. Oracle wurde von S&P wegen hoher Investitionen und negativer freier Cashflows auf BBB- herabgestuft. Meta könnte sich mit Ratings von Aa3 und AA- weiter günstig verschulden. Der Konzern begründet den Schritt aber damit, dass er sich breiter finanzieren will.

Bemerkenswert ist die Machtarithmetik dahinter. Zuckerberg kontrolliert mit 13,4 % der wirtschaftlichen Anteile rund 60,6 % der Stimmrechte. Weil die Class-C-Papiere kein Stimmrecht tragen, kann Meta über das geplante Börsenprogramm in großem Stil Kapital aufnehmen, ohne die Kontrolle des Gründers anzutasten.

Fazit: Bevor OpenAI und Antrophic zur Kasse bitten dürfen, beeilt sich Meta und will sich noch schnell mit Cash eindecken. Das Geld wird sodann auch gleich wieder reinvestiert. Ob am Ende was hängen bleibt, das wird erst die Zukunft zeigen. Zumindest ist die Ankündigung jetzt keine Überraschung mehr. Die Aktie zeigt sich in erster Reaktion weitgehend neutral.

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