Market Insights: Sommergewitter mit SpaceX IPO und Kevin Warsh?
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Der S&P 500 hat erstmals die Marke von 7.500 Punkten überschritten (Nasdaq 100 die 30.000 Punkte) und kommt 2026 bereits auf 19 neue Allzeithochs. Seit 1990 lag der Durchschnitt bei 21 neuen Rekordständen pro Jahr. Allzeithochs treten aber historisch sehr häufig in Clustern auf. Stärke erzeugt Anschlusskäufe, systematische Strategien erhöhen ihre Aktienquoten, und Anleger, die auf den perfekten Rücksetzer warten, geraten zunehmend unter Zugzwang. Der Cocktail nennt sich Pain Trade oder Wall of Worry. Unerträglich für alle, die nicht an Board sind. Das Gefühl ist schlimmer als kurzzeitige Verluste im Depot.
Diese Marktstärke steht aber auf einem bombenfesten Fundament, wie ich in diversen Market Insights gezeigt habe. Die Schlagzeilen wollen euch aber wie immer etwas anderes suggerieren. Der S&P 500 liegt seit Ende März rund 18,5 % höher, getragen von breiterer Sektorpartizipation, starken Unternehmensgewinnen und der Rückkehr der großen Tech-Werte. Zum KI-Infra Trade gesellt sich nun auch Software. Ihr könnt euch denken, was passiert, wenn beides parallel zündet.
📌 Starke April/Mai-Rallys hatten weiteren Wumms!
Der S&P 500 steht 2026 nach April und Mai bei rund 15,9 % Plus und reiht sich damit in die seltenen Jahre ein, in denen diese zwei Monate zusammen mehr als 10 % zulegten. Historisch folgten darauf in den bisherigen Fällen positive Juni-Renditen und jeweils zweistellige Gewinne im Rest des Jahres, im Schnitt rund 18,6 %.
Das Gewinnwachstum im ersten Quartal lag mit rund 28 % EPS-Wachstum YoY deutlich über dem 10J Schnitt von 10,3 %. Das erklärt, warum der Markt trotz hoher Ölpreise, Inflationssorgen und geopolitischer Unsicherheit weiter steigt
Und nun kehrt der IPO-Markt massiv zurück. Ein möglicher kurzfristiger Risikofaktor. Nach Jahren schwacher Neuemissionen nimmt das Interesse an Börsengängen wieder zu, besonders bei Unternehmen mit KI-Bezug. Namen wie SpaceX, Anthropic oder OpenAI dürften im Umfeld möglicher Börsengänge enorme Aufmerksamkeit erzeugen. Für viele der Anfang vom Ende. Es ist zumindest kurzfristig auf jeden Fall ein zweischneidiges Signal. Erklärt hatte ich das auch in den letzten Market Insights oder im Wissensartikel im AktienPuls360. Einerseits spricht eine lebendigere IPO-Pipeline für bessere Marktbedingungen, mehr Risikokapital und eine breitere öffentliche Beteiligung an lange privat finanzierten Wachstumsunternehmen. Andererseits entstehen IPO-Wellen häufig in Phasen hoher Marktzuversicht.
📌 IPO Performances
Bei SpaceX kann ich mir aber am ersten Tag weitere Anschlusskäufer vorstellen. Wie nachhaltig das ist? Bei der Bewertung wohl schwierig, aber wir wissen ja um Tesla und deren Bewertung. SpaceX ist auf jeden Fall spannend mit Starlink, Space-Rechenzentren, Terra-Fab etc. Wie unterschiedlich erfolgreiche IPOs verlaufen können, zeigt folgende BofA Statistik.
Im Schnitt lagen diese Aktien 6 Monate nach dem Börsengang 37 % im Plus, nach einem Jahr 90 % und nach zwei Jahren 381 %. Reminder: Median und Mittelwert unterscheiden.
📌 SpaceX kommt spät und sehr groß
SpaceX soll nach 24 Jahren als Privatunternehmen eine IPO-Bewertung von rund 1,75 Bio. Dollar anpeilen. Am ersten Tag könnte es aber auch in Richtung 3 Bio. Dollar laufen. Alles möglich.
Früher kamen Unternehmen wie Amazon, Apple oder Microsoft deutlich früher an die Börse, heute können private Kapitalmärkte Firmen viel länger finanzieren und damit einen großen Teil der Wertschöpfung vor dem IPO abschöpfen.
Solche Billionen-Firmen werden nun per Index-Fast-Track Regel extrem schnell in den Index inkludiert, was definitiv zu Rebalancing der Index-Abbildnern führen wird.
📌 Drei IPOs so groß wie die Dotcom-Welle
SpaceX, OpenAI und Anthropic könnten zusammen rund 170 Mrd. Dollar über IPOs aufsammeln (SpaceX alleine um die 70-80 Mrd. USD) und damit mehr Kapital einsammeln als alle US-IPOs der Jahre 1998 bis 2000 zusammen mit 164 Mrd. Dollar.
📌 IPO-Markt zeigt wieder Risikohunger
Hier einmal die durchschnittliche Rendite am ersten Tag größerer US-IPOs. Für das aktuelle Q2 liegt sie bei 21 % und damit nahe am 30 Jahresschnitt von 20 %.
Wie schon in den letzten Market Insights diskutiert, liegt der Gegenpol zur Aktienrally im Anleihemarkt.
Während Aktien neue Hochs markieren, bleiben langfristige Zinsen erhöht. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen näherte sich zeitweise einem fast 20-jährigen Hoch und pendelte danach wieder um 5 %. Damit konkurrieren Anleihen wieder ernsthaft um Kapital.x
Neben IPOs oder Anleiherenditen zitieren viele zu Recht den geldpolitischen Wechsel unter Kevin Warsh als Unsicherheitsfaktor. Historisch stand Warsh für eine fokussiertere Fed, eine kritischere Sicht auf dauerhaft große Bilanzen und eine stärkere Sensibilität für Inflation. Wie er dann in der Realität handelt, ist eine andere Sache. Definitiv ein Unsicherheitsfaktor
📌 Zinsen drehen, Sentiment übertreibt
An Zinswendepunkten ist das Narrativ fast immer extrem, entweder „Renditen steigen für immer“ oder „die Fed muss sofort retten“. Bleibt cool.
📌 Der Markt preist Zinserhöhungen wieder ein
Polymarket taxiert die Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im Jahr 2026 aktuell auf 32 %, nachdem die Erwartung im Frühjahr noch deutlich niedriger lag.
Titulieren würde ich die Marktphase nicht als Euphorie oder Warnsignal, sondern Balance. Aktien profitieren von starken Gewinnen und einer besseren Marktbreite. So wurden im Sinne der Balance Software-Aktien wiederentdeckt nachdem sie lange naiverweise als KI Verlierer gehandelt wurden. Auch dazu gab es zum richtigen Zeitpunkt die Hinweise auf die am besten positionierten Werte.
Aber wenn man zum falschen Zeitpunkt auf den Sektor gesetzt hatte, war das Jahr dennoch bisher nicht so ertragreich, aber im AktienPuls360 haben wir den perfekten Moment abgepasst und vor allem zuvor den KI Infra Trade geritten bzw. reiten ihn weiter. Zuletzt habt ihr ja aber hoffentlich realisiert, dass ich hier und da bei KI Infra Teilgewinne genommen und in Software Favoriten platziert habe.
Es kommt auf die Mischung aus KI Infra und Software an. Gerade in Phasen häufiger Rotationen verlieren viele Anleger den Anschluss an die breiten Indizes. Man ist zu früh raus, weil heiße Rally oder man setzt, wie viele, seit Jahresbeginn auf Software. Beides wäre massiv schiefgegangen.
Es geht vor allem darauf an, die Narrative im Markt aufzuspüren und zu spielen. Bisher habe ich den richtigen Riecher und die Rotationen antizipiert. Daher auch die hervorragende Rendite in beiden Depots. So, genug gefreut.
AktienPuls360 bekommt ab sofort eine klarere Struktur
Mit dem Update wird das Angebot in drei spezialisierte Depots aufgeteilt. Neu hinzu kommt ein zweites Depot von mir, damit kurzfristige Einzelaktien-Trades künftig getrennt von meinen langfristigen Investments umgesetzt werden können. In der derzeitigen Marktlage läuft das kurzfristige Trading hervorragend. Seit Juni 2025 sind es 187 % - das kann ich nun endlich auch abbilden. Im Gegenzug wird das bisherige Gemeinschaftsdepot „360 Top Picks“ eingestellt.
Künftig gibt es damit mein kurzfristiges Depot für taktische Aktien-Trades, mein langfristiges Depot mit fundamentalem Fokus und monatlicher Einzahlung von 1.000 Euro sowie Roccos Depot mit klarem Fokus auf chartbasierte Trades.
Zusätzlich führt das Update eine neue Empfehlungsliste ein. Setups, die noch nicht im Depot liegen, werden nun zentral an einem Ort gesammelt. Auch die Analysen werden neu gegliedert. Unter „Beiträge“ gibt es ab sofort getrennte Reiter für Chartanalysen und Fundamentalanalysen. Die ersten Trades im neuen Depot wurden bereits getätigt.
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Die aktuelle Depotperformance? Nasdaq 100 seit Auflage jeweils outperformt
Markttechnik, Saisonalität und Sentiment
📌 Tops & Flops YTD in den Indizes
📌 Software feiert ein stilles Comeback
Der iShares Expanded Tech-Software ETF IGV (nicht in Europa handelbar bzw. vergleichbare ETFs schlecht zusammengesetzt - ich habe meinen eigenen ETFs aus Favoriten auch im AktienPuls360 mehrfach genannt oder größtenteils im langfristigen Depot) beendete den Mai mit einem Plus von 21 %. Das war die beste Monatsperformance des ETFs seit Oktober 2001.
Nur Oktober 2001 war mit 23 % noch stärker, damals im Umfeld der Erholung nach dem Dotcom-Crash. Wir sind zum richtigen Zeitpunkt dabei und haben die Durststrecke geskipped!
📌 Software könnte in die Aufholjagd gehen
Der Software-ETF IGV ist nach mehr als 97 Tagen wieder über seine 200 Tageslinie gestiegen, erst das vierten Mal überhaupt nach einer so langen Schwächephase. In den drei früheren Fällen lag der ETF ein Jahr später jedes Mal höher, mit Renditen von 24 %, 35 % und 51 %.
📌 ChatGPT-Rally läuft im Dotcom-Takt?
Der Nasdaq liegt 875 Handelstage nach dem ChatGPT-Launch bei rund +144,8 % und damit fast exakt dort, wo er 875 Handelstage nach dem Netscape-Start lag. Dotcom-Hype?
📌 Treiber der Rally
Der S&P 500 liegt 2026 bei gut 10 % Plus, doch die Top10 Renditetreiber stehen, wie für gewöhnlich, für den Großteil dieser Rendite. Allein Google, Micron, Nvidia, Apple, AMD, Amazon, Intel, Broadcom, SanDisk und Lam Research liefern zusammen rund 7,8 Prozentpunkte, während die übrigen 490 Aktien nur 2,32 Prozentpunkte beitragen. Aus den letzten Market Insights wisst ihr aber auch, dass das völlig normal ist.
📌 Marktbreite meldet sich zurück
Trotz dieser Statistik melden sich gleichgewichteten Varianten von S&P 500, Nasdaq 100 und Dow 30 zurück und erreichen neue Allzeithochs. Wenn nicht nur die kapitalisierungsgewichteten Indizes steigen, sondern auch die durchschnittliche Aktie in den großen Indizes neue Hochs schafft, verbessert sich die Qualität der Rally.
📌 Analysten heben mitten im Quartal an
Im zweiten Quartal 2026 sind die S&P 500 EPS-Schätzungen in den ersten zwei Quartalsmonaten um 2,5 % gestiegen. Normalerweise senken Analysten ihre Erwartungen in dieser Phase, mit historischen Rückgängen von 1,6 % über fünf Jahre bis 3,2 % über 20 Jahre.
📌 Margenstory wird breiter als Tech!
Die Gewinnmargen des S&P 500 ex-Tech stiegen seit Jahren strukturell an und sollen bis Q3 2027 auf 13,4 % klettern.
Old But Gold – Die Highlights aus über 1 Jahr Market Insights
📌 Reminder: Allzeithochs sind kein Verkaufsargument
Seit 1950 schloss der S&P 500 nur an 6,8 % aller Handelstage auf einem Allzeithoch, doch rund 30,9 % dieser Hochs wurden später zu einem neuen Marktboden.
Laut JPMorgan lagen die durchschnittlichen Fünfjahresrenditen nach Käufen auf neuen Hochs sogar bei 82 % und damit über Käufen an beliebigen Tagen mit 76 %. Entscheidend ist nicht, ob der Markt hoch steht, sondern ob Gewinntrend, Bewertung und Marktbreite den Trend weiter tragen.
Magnificent 7, Technologie & Software
📌 Memory wird zur Billionen-Dollar-Story
SK Hynix hat wie auch Micron erstmals die Marke von 1 Bio. Dollar Marktkapitalisierung erreicht
📌 Micron sprintet in den Billionenclub
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Spannende Earnings diese Woche
📅 Am Montag:
☀️ SAIC
🌙 Credo, HPE
📅 Am Dienstag geht es weiter mit:
☀️ BAT, Dollar General
🌙 Palo Alto, Ulta Beauty, Gitlab
📅 Zur Wochenmitte warten:
☀️ Inditex, Medtronic, Macys, Flatex, C3ai, Kraken Robotics
🌙 Broadcom, Costco, Veeva, Crowdstrike, PVH, Five Below
📅 Am Donnerstag folgen:
☀️Ciena, UMC, Fastenal
🌙 Rubrik, Planet Labs, Lululemon, DocuSign, Argan Inc, Service Titan
📅 Zum Wochenabschluss:
☀️ Foxconn
🌙
Ich wünsche euch einen erfolgreichen Wochenstart! Euer Valentin
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