Analyse
16:10 Uhr, 03.02.2023

LEONI - Aktie im Sinkflug!

Eine weitere Hiobsbotschaft für die leidgeprüften Leoni-Aktionäre. Nach dem Scheitern des Verkaufs der Spezial-Kabelsparte droht bei der nun anstehenden Refinanzierung eine starke Verwässerung.

Erwähnte Instrumente

  • LEONI AG
    ISIN: DE0005408884Kopiert
    Kursstand: 3,840 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • LEONI AG - WKN: 540888 - ISIN: DE0005408884 - Kurs: 3,840 € (XETRA)

Mitte Dezember hatte der angeschlagene Automobilzulieferer überraschend gemeldet, dass der Kaufinteressent, die thailändische Stark Corporation, kein Interesse mehr an dem Deal hatte. Der Verkauf hätte Leoni über 400 Mio. EUR eingebracht, und war Teil eines mit den Banken vereinbarten Refinanzierungskonzepts. Dieses musste neu ausgehandelt werden. Wir hatten damals ausführlich darüber berichtet.

Wie das Nürnberger Unternehmen heute mitteilte, muss damit gerechnet werden, dass neben den Gläubigern von Leoni auch die Aktionäre „weitgehende Zugeständnisse“ machen müssen. Anders kann das Unternehmen anscheinend nicht mehr gerettet werden.

Darüber, wie diese Zugeständnisse aussehen werden, hält sich das Management noch bedeckt. Es ist lediglich davon die Rede, dass Finanzverbindlichkeiten im Rahmen eines Debt-to-Equity-Swap in Eigenkapital oder Besserungsscheine umgewandelt werden. Dies würde dazu führen, dass die bisherigen Aktionäre entsprechend verwässert werden. Per 30. September 2022 hatte Leoni Finanzschulden von fast 1,6 Mrd. EUR. Dem stand ein Eigenkapital von gerade mal noch 178 Mio. EUR gegenüber!

Werden die Kleinaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt?

Damit aber noch nicht genug, denn es ist außerdem von einem Kapitalschnitt mit anschließender Kapitalerhöhung die Rede. Die genauen Details liegen natürlich noch nicht vor. Es wird jedoch explizit erwähnt, dass die momentane Großaktionärin Pierer Industrie (Anteil 20 Prozent) sich dazu bereit erklärt hat, unter „bestimmten Bedingungen“ einen wesentlichen Sanierungsbeitrag zu leisten.

Ähnliche Fälle in der Vergangenheit haben gezeigt, dass so eine Sanierungskapitalerhöhung oft ausschließlich von den Großaktionären gezeichnet wird und die übrigen Aktionäre dementsprechend stark verwässert werden. Die Aktionäre können dann nicht mal auf ein Übernahmeangebot hoffen, falls vom Hauptaktionär die 30-Prozentschwelle erreicht wird, da sich dieser aufgrund des sogenannten Sanierungsprivilegs von der Bafin von einem Pflichtangebot befreien lassen kann.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist dies jedoch alles noch Spekulation. Es soll aber zumindest aufgezeigt werden, wohin die Reise für die Leoni-Aktionäre gehen könnte.

Fazit: Es steht wohl Spitz auf Knopf bei der Leoni AG! Die heutige Meldung zum möglichen Refinanzierungskonzept lässt nichts Gutes für die (Klein-)Aktionäre erahnen. Die Leoni-Aktie brach nach der Ad-hoc-Mitteilung völlig ein und notierte zuletzt mit über 40 Prozent im Minus. Spätestens jetzt ist das Papier zum Zockerwert geworden. Anleger sollten um Leoni mehr denn je einen weiten Bogen machen.

Jahr 2022e* 2023e* 2024e*
Umsatz in Mrd. EUR 4,16 4,15 4,24
Ergebnis je Aktie in EUR -0,51 -0,46 -0,35
KGV -8 -9 -12
Dividende je Aktie in EUR 0,00 0,00 0,00
Dividendenrendite 0,00 % 0,00 % 0,00 %

*e = erwartet

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Über den Experten

Reinhard Hock
Reinhard Hock
Finanzmarktanalyst

Reinhard Hock ist seit über 25 Jahren an der Börse aktiv. Sein Interesse für die Finanzmärkte wurde während der Ausbildung zum Bankkaufmann geweckt. Später arbeitete er mehrere Jahre an der Börse Stuttgart und war dann jahrelang als freiberuflicher Redakteur mit dem Schwerpunkt Berichterstattung über Hauptversammlungen tätig. Dabei hat er sich ein umfassendes Wissen im Nebenwertebereich aufgebaut. Seit Oktober 2022 ist er bei stock3 für Fundamentalanalysen zuständig.

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