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11:18 Uhr, 04.10.2026

Kurs runter, Dividende rauf? Sieben unterbewertete Aktien mit Turnaround-Potenzial

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Nach einem bislang starken Börsenjahr stehen vor allem Aktien mit KI-Bezug vielerorts nahe ihren Rekordhochs – überspitzt gesagt: Steht KI drauf, läuft der Kurs. Abseits dieses Booms gibt es aber einige bekannte Bluechips, die deutlich hinterherhinken und weit unter ihren Hochs notieren.

Gerade mit Blick auf eine mögliche Jahresendrally lohnt der Blick auf diese Nachzügler. Besonders im Bereich der Konsumgüter finden sich solide Unternehmen, deren Kurse zuletzt unter Druck standen und dadurch wieder attraktivere Dividendenrenditen bieten.

In dieser Goldesel Topstory schauen wir uns sieben Dividendenaktien an, die Turnaround-Chance und laufende Ausschüttungen miteinander verbinden.

Vier US-Bluechips mit Dividende und Turnaround-Chance

PepsiCo, McDonald’s, Procter & Gamble und Home Depot verbindet vor allem eines: starke Marken, robuste Cashflows und seit Jahren verlässliche Ausschüttungen. 2026 laufen die Kurse trotzdem deutlich schwächer als viele Wachstums- und KI-Werte – belastet von vorsichtigeren Konsumenten, hohen Kosten oder branchenspezifischem Gegenwind.

Der Unterschied zu klassischen Problemaktien: Die Geschäftsmodelle sind intakt, die Unternehmen verdienen weiter viel Geld und verfügen über Preissetzungsmacht. Genau deshalb sind die gefallenen Kurse interessant: Die Dividendenrenditen sind gestiegen, während ein operativer Turnaround zusätzliches Kurspotenzial eröffnen könnte.

PepsiCo Aktie: Hohe Dividende, niedrige Erwartungen

Bei PepsiCo liegt die Turnaround-Chance vor allem darin, dass der Markt inzwischen sehr wenig Wachstum einpreist. Das TTM-KGV ist auf rund 16,5 gefallen, für 2026 werden knapp 15 erwartet. Gleichzeitig bringt die Dividende rund 4,7 %, nachdem PepsiCo die Ausschüttung zuletzt zum 54. Mal in Folge erhöht hat.

Operativ drückt vor allem Nordamerika. Verbraucher reagieren preissensibler, greifen häufiger zu Handelsmarken und selbst Preisnachlässe haben die Absatzentwicklung zuletzt nicht ausreichend belebt. PepsiCo reagiert deshalb mit einer erneuten Anpassung der Preise und versucht zugleich, über Produktivität und effizientere Vermarktung die Margen zu schützen.

Deutlich besser läuft es international. Dort wächst das Geschäft weiter, zusätzlich investiert PepsiCo in Energy-Drinks, funktionale Getränke und gesündere Snacks. Für 2026 erwartet der Markt rund 96,9 Milliarden USD Umsatz und damit gut 5 % Wachstum. Auch die Zusammenarbeit mit Celsius und Alani Nu soll helfen, im margenstarken Energy-Drink-Markt zusätzliche Nachfrage zu erschließen, ohne das eigene Portfolio zu kannibalisieren.

Der Case steht und fällt damit, ob PepsiCo das schwache US-Geschäft stabilisiert, ohne dabei zu viel Marge zu opfern. Die deutlich niedrigere Bewertung und die hohe Dividendenrendite bieten dafür inzwischen einen wesentlich größeren Puffer als noch vor einigen Jahren. Der nächste wichtige Test folgt bereits am 8. Oktober mit den Zahlen zum dritten Quartal.

Chartanalyse Pepsi Aktie – wichtige Unterstützung gebrochen

Chartanalyse Pepsi Aktie – Wochenchart – Oktober 2026

Die Aktie von Pepsi hat zuletzt die wichtige Unterstützungszone zwischen 128 und 131,60 USD gebrochen und auch die abwärts gerichtete Trendlinie konnte bei den letzten Versuchen nicht gebrochen werden. Aktuell spricht bei Pepsi alles für weiter fallende Kurse, zumindest solange die Unterstützungszone nicht zeitnah zurückerobert werden kann. Charttechnisch sollte hier mit einem Einstieg auf jeden Fall eine Trendwende abgewartet werden.

McDonald’s Aktie: Qualitätswert mit langfristigem Umbauplan

Bei McDonald’s liegt die Turnaround-Chance weniger in einem klassischen Sanierungsfall als in der Frage, ob der Konzern nach der aktuellen Konsumschwäche wieder mehr Kunden in die Restaurants bekommt. Besonders einkommensschwächere US-Verbraucher halten sich zurück, gleichzeitig drücken Rabattaktionen und höhere Kosten auf die Franchisenehmer. Entsprechend notiert die Aktie rund 32 % unter ihrem Rekordhoch.

Mit der neuen NEXT-Strategie will McDonald’s gegensteuern. Über zehn Jahre sollen rund 8,5 Milliarden USD in Restaurants, Technologie und das Angebot fließen. Bis 2030 will der Konzern seinen Anteil am globalen Chicken- und Getränkemarkt jeweils um 1,5 Prozentpunkte ausbauen. Dazu kommt das Treueprogramm mit rund 220 Millionen aktiven Mitgliedern, die bereits etwa 30 % des Umsatzes beisteuern und deutlich häufiger bestellen als andere Kunden.

Fundamental bleibt McDonald’s dabei hochprofitabel. Für 2026 erwartet der Markt rund 28,2 Milliarden USD Umsatz, das TTM-KGV liegt bei knapp 19 und damit deutlich unter früheren Bewertungsniveaus. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von rund 3,3 %; 2026 wurde die Ausschüttung zum 50. Mal in Folge erhöht. Entscheidend wird nun, ob die Investitionen tatsächlich die Kundenfrequenz und die vergleichbaren Umsätze verbessern, ohne die Profitabilität der Franchisenehmer weiter zu belasten. Einen ersten neuen Prüfstein liefern die Q3-Zahlen Ende Oktober.

Chartanalyse McDonald’s Aktie – hält die Unterstützung?

Chartanalyse McDonald’s Aktie – Wochenchart – Oktober 2026

Der Abverkauf bei McDonald’s ist zuletzt heftig und hat nun eine Unterstützungszone zwischen 272 und 232 USD im Wochenchart erreicht. Bei einer positiven Reaktion an dieser Wochenzone könnte man eine Position eröffnen mit Stop unter der Zone.

Home Depot Aktie: Zinswende als möglicher Turnaround-Hebel

Bei Home Depot hängt der Turnaround vor allem am US-Immobilienmarkt. Hohe Hypothekenzinsen und wenige Hausverkäufe bremsen größere Renovierungsprojekte, obwohl das operative Geschäft stabil bleibt. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 5,7 % auf 47,86 Milliarden USD, das Ergebnis je Aktie lag bei 4,58 USD. Gleichzeitig baut Home Depot mit Zukäufen wie SRS Distribution das Geschäft mit professionellen Handwerkern weiter aus, das weniger stark vom klassischen Baumarkt-Kunden abhängt.

Für 2026 erwartet der Markt rund 171,6 Milliarden USD Umsatz und damit gut 4 % Wachstum. Das TTM-KGV liegt bei knapp 20, für 2026 bei rund 19 – deutlich unter den Bewertungen der vergangenen Jahre. Auch beim Free Cashflow bleibt Home Depot solide aufgestellt, 2025 waren es 12,65 Milliarden USD.

Interessant ist vor allem die Dividende: Aktuell bringt sie rund 3,3 bis 3,7 %, im Februar wurde die Ausschüttung erneut erhöht. Gleichzeitig notiert Home Depot rund 36 % unter dem Rekordhoch. Sollte sich der US-Häusermarkt mit sinkenden Finanzierungskosten wieder beleben, könnten aufgeschobene Renovierungen und größere Projekte für zusätzlichen Schub sorgen.

Das Risiko ist entsprechend klar: Bleiben Hypothekenzinsen und Immobilientransaktionen lange schwach, dürfte auch der Turnaround auf sich warten lassen. Der nächste wichtige Termin sind die Q3-Zahlen am 17. November.

Chartanalyse Home Depot Aktie – Zone voraus

Chartanalyse Home Depot Aktie – Wochenchart – Oktober 2026

Die Aktie von Home Depot steht kurz vor einer Unterstützungszone zwischen 266 und 277,70 USD. Die Geschwindigkeit, mit der die Aktie in den letzten Wochen abverkauft hat, ist allerdings bedenklich. Bei einer positiven Reaktion an der Zone könnte man hier eine Position aufbauen.

Procter & Gamble Aktie: Defensive Qualität mit Turnaround-Chance

Bei Procter & Gamble ist der Turnaround weniger spektakulär als bei klassischen Krisenfällen – dafür ist die operative Basis umso stabiler. Der Konzern wächst weiter, kämpft aber mit vorsichtigeren Verbrauchern, höheren Logistik- und Rohstoffkosten sowie einer zunehmenden Konkurrenz durch günstigere Handelsmarken. Genau diese Mischung hat die Bewertung zurückkommen lassen, obwohl das Geschäft fundamental intakt geblieben ist.

Im Geschäftsjahr 2026 setzte P&G rund 87 Milliarden USD um. Für das laufende Jahr erwartet der Markt erneut moderates Wachstum, während der Free Cashflow zuletzt bei knapp 16 Milliarden USD lag. Gleichzeitig verfügt der Konzern mit Marken wie Tide, Pampers oder Gillette weiterhin über eine enorme Preissetzungsmacht und investiert laufend in neue Produkte, um die Volumina wieder stärker anzuschieben.

Interessant ist vor allem die Dividende. P&G hat die Ausschüttung 2026 zum 70. Mal in Folge erhöht und kommt aktuell auf rund 3 % Dividendenrendite. Gleichzeitig liegt die Aktie etwa 20 % unter ihrem Rekordhoch. Das TTM-KGV von rund 21 ist für P&G zwar kein Schnäppchen, liegt aber deutlich unter den Spitzenbewertungen der vergangenen Jahre.

Die Turnaround-Chance hängt vor allem daran, ob sich die Mengenentwicklung wieder verbessert und P&G den erwarteten Kostengegenwind von rund 1,4 Milliarden USD auffangen kann. Gelingt das, könnten Margen und Gewinnwachstum wieder stärker anziehen. Der nächste Prüfstein folgt am 22. Oktober mit den Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027.

Chartanalyse Procter & Gamble Aktie – Price Action zuletzt unschön

Chartanalyse Procter & Gamble Aktie – Wochenchart – Oktober 2026

Die Procter & Gamble Aktie pendelt zuletzt knapp über der Unterstützungszone zwischen 136 und 141,80 USD. Die 50- und 200-Wochenlinie drücken allerdings von oben auf den Kurs und behindern zuletzt eine weitere Erholung. Zudem liegt auf dem aktuellen Niveau viel Volumen.

Hohe Rendite, drei verschiedene Baustellen

Die Werte bis hierhin haben ihre Dividende auch 2026 erhöht und warten darauf, dass das Geschäft wieder anzieht. Bei den nächsten drei ist die Lage verzwickter. Nike, Realty Income und Novo Nordisk rentieren zwischen 4,7 und 6,0 Prozent, bei Nike und Novo ist die Rendite mehr als doppelt so hoch wie im eigenen Fünfjahresschnitt.

Dahinter stecken aber drei völlig verschiedene Probleme: Bei Nike reicht der Gewinn nicht mehr für die Dividende, bei Realty Income ist der Zins der Gegner und nicht das Geschäft, und bei Novo Nordisk ist aus einem Wachstumsstar ein Dividendenwert geworden, ob die Aktionäre wollten oder nicht.

Nike Aktie: Dividendenrendite auf Rekordniveau, aber Gewinn unter Druck

Nike kennt jeder, an der Börse gehört der Konzern aber zu den größten Enttäuschungen der vergangenen fünf Jahre. Die Aktie schloss am 02.10. bei 33,87 USD und damit rund 81 % unter dem Rekordhoch von 179,10 USD aus dem November 2021. Im September flog Nike nach 18 Jahren aus dem S&P 100, laut Reuters wackelt inzwischen auch der Platz im Dow Jones. Für Dividendenjäger wirkt das zunächst attraktiv: 1,64 USD Dividende im Jahr entsprechen einer Rendite von 4,8 %, im Fünfjahresschnitt waren es laut Yahoo Finance nur 1,8 %. Zudem hat Nike die Dividende im November 2025 zum 24. Mal in Folge erhöht.

Das Problem zeigen die Zahlen vom 01.10. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 sank der Umsatz um 4 % auf 11,2 Milliarden USD, in Greater China brach er um 22 % ein. Lifestyle-Sneaker und die Marke Jordan schwächeln, Wachstum gibt es vor allem im Performance-Geschäft mit Laufen, Fußball und Basketball. CEO Elliott Hill räumt selbst ein, dass dieser Bereich noch nicht groß genug ist, um den Gegenwind auszugleichen.

Für das Gesamtjahr erwartet Nike einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,15 bis 1,35 USD. Mit dem Umbauprogramm Pace will der Konzern bis zum Geschäftsjahr 2031 rund 2,5 Milliarden USD einsparen. Ab 2027 sind weitere Stellenstreichungen geplant – bereits die dritte angekündigte Runde in diesem Jahr.

Genau hier liegt die Falle, die das KGV verschleiert. Auf Basis des Gewinns der vergangenen zwölf Monate kostet Nike rund das 16-Fache, auf Basis der neuen Prognose eher das 27-Fache. Die Dividende von 1,64 USD liegt sogar über dem erwarteten Jahresgewinn je Aktie, die Ausschüttungsquote läge damit bei 120 bis 140 %. Noch stützt die Bilanz mit rund 9 Milliarden USD an Barmitteln.

Die Entscheidung fällt im November: Am 16. und 17.11. will Nike auf dem Investorentag einen neuen Finanzrahmen vorlegen. Im November beschließt der Konzern traditionell auch die Dividende. Eine 25. Erhöhung wäre ein Vertrauenssignal, ein Einfrieren dagegen kurzfristig eine Belastung für die Aktie. Nike ist damit der Wert in diesem Artikel, bei dem die Dividende am deutlichsten wackelt.

Chartanalyse Nike Aktie – immer neue Tiefs

Chartanalyse Nike Aktie – Wochenchart – Oktober 2026

Auch die Veröffentlichung der letzten Quartalszahlen konnte den Abverkauf der Nike Aktie nicht aufhalten. Die ehemalige Unterstützung zwischen 49,15 und 52,50 USD ist mittlerweile zum Widerstand geworden. Nach dem erneuten Abverkauf nach den Zahlen konnte sich die Aktie vom Tief zumindest wieder etwas erholen. Für einen Einstieg auf dem aktuellen Niveau gibt es charttechnisch jedoch keinerlei Begründung.

Wie wir Nike vor dem Jahresende einordnen, liest du in unserer TopStory Kommt die Jahresendrally 2026 überhaupt?

Realty Income Aktie: Monatszahler mit hoher Rendite und Zinsabhängigkeit

Realty Income nennt sich selbst „The Monthly Dividend Company“ – und zahlt tatsächlich jeden Monat aus. Im September erhöhte der Immobilienkonzern die Dividende zum 136. Mal seit dem Börsengang 1994 und zum 116. Mal in Folge von Quartal zu Quartal. Aufs Jahr gerechnet sind das 3,26 USD je Aktie, beim Schlusskurs von 54,13 USD am 02.10. entspricht das rund 6,0 % Dividendenrendite.

Das Geschäftsmodell ist bewusst unspektakulär. Realty Income besitzt rund 15.600 Immobilien und vermietet sie an knapp 1.800 Mieter aus 92 Branchen, meist über langfristige Netto-Mietverträge. Steuern, Versicherung und Instandhaltung trägt dabei überwiegend der Mieter. Die Auslastung lag Ende Juni bei 98,8 %.

Operativ läuft es solide. Im zweiten Quartal stieg der AFFO je Aktie um 3,8 %, gleichzeitig hob das Management die Prognose für 2026 auf 4,44 bis 4,45 USD an. Die Dividende ist damit zu rund 73 % durch den AFFO gedeckt. Der eigentliche Gegenwind kommt von den Zinsen: Seit Ende Juli hat die Aktie rund 15 % verloren, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf rund 5,3 % gestiegen ist.

Damit schrumpft der Abstand zwischen Dividendenrendite und Staatsanleihen auf weniger als einen Prozentpunkt. Gleichzeitig verteuert sich frisches Kapital – ein wichtiger Faktor für Realty Income, weil der Konzern laufend neue Immobilien zukauft und dafür auch Aktien ausgibt..

Realty Income ist damit weniger ein operativer Turnaround als eine Zinswette. Das Kurs-AFFO-Verhältnis liegt bei rund 12, die aktuelle Dividendenrendite über dem Fünfjahresschnitt von rund 5,1 %. Neue Wachstumsfelder sind ebenfalls angelegt, darunter ein Rechenzentrums-Joint-Venture über 6 Milliarden USD und eine eigene Investment-Management-Sparte.

Das Risiko bleibt klar: Steigen die Renditen weiter, kann die Aktie trotz solider Zahlen unter Druck bleiben. Die nächsten Zahlen kommen am 02.11. nach US-Börsenschluss, wenige Tage nach der Fed-Sitzung am 27. und 28.10.

Chartanalyse Realty Income Aktie – Unterstützung voraus

Chartanalyse Realty Income Aktie – Wochenchart – Oktober 2026

Die Aktie von Realty Income hat zuletzt wieder auf den Widerstand zwischen 67,30 und 68,80 USD reagiert und heftig abverkauft. Auch die 50- und 200-Wochen-Linie wurde problemlos unterschritten. Damit steuert die Aktie nun wieder auf einen Unterstützungsbereich zwischen 50,60 und 51,90 USD zu. Bei einer positiven Reaktion an der Zone könnte man eine Position aufbauen.

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AFFO statt KGV: Warum Immobilienaktien anders gerechnet werden

Bei Immobilienkonzernen (REITs) drücken hohe Abschreibungen auf Gebäude den Gewinn, obwohl die Immobilien in der Regel nicht im gleichen Tempo an Wert verlieren. Die Branche rechnet deshalb mit FFO (Gewinn plus Abschreibungen auf Immobilien, ohne Verkaufsgewinne) und AFFO, das zusätzlich um nicht zahlungswirksame Posten bereinigt ist. Bei Realty Income ergibt das ein KGV von rund 40, aber ein Kurs-AFFO-Verhältnis von rund 12, und nur der zweite Wert zeigt, wie viel Bargeld die Mieten tatsächlich abwerfen.

Novo Nordisk Aktie: Günstiges KGV nach dem Absturz, Wende noch offen

Novo Nordisk war vor zwei Jahren noch das wertvollste Unternehmen Europas, getragen vom Boom der Abnehmmittel Ozempic und Wegovy. Heute notiert die Aktie rund 76 % unter ihrem Rekordhoch vom Juni 2024. Am 02.10. schloss sie in Kopenhagen bei 248,75 DKK, umgerechnet rund 33 EUR.

Für 2025 zahlte Novo Nordisk 11,70 DKK Dividende, rund 3 % mehr als im Vorjahr. Das entspricht aktuell einer Dividendenrendite von etwa 4,7 %, verglichen mit rund 2,0 % im Fünfjahresschnitt. Anders als bei Nike ist die Ausschüttung gut gedeckt: Rund 51 % des Gewinns wurden ausgeschüttet, zusätzlich kauft Novo 2026 eigene Aktien für bis zu 15 Milliarden DKK zurück.

Der Absturz hat vor allem einen Namen: Eli Lilly. Der US-Konkurrent hat Novo im wichtigen Markt für Abnehmmittel Anteile abgenommen, hinzu kamen günstigere Nachahmerpräparate, enttäuschende Studiendaten und mehrere Prognosesenkungen. CEO Mike Doustdar hat seit seinem Amtsantritt im August 2025 rund 9.000 Stellen gestrichen und setzt verstärkt auf die Wegovy-Pille, die im ersten Halbjahr bereits rund 5,5 Milliarden DKK Umsatz brachte.

Im August hob Novo die Prognose an, erwartet für 2026 aber weiterhin einen bereinigten Umsatz zwischen 0 und −6 % zu konstanten Wechselkursen. Am Kapitalmarkttag im September stellte das Management bis 2030 ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich bei etwa stabiler Marge in Aussicht. Der Börse war das zu wenig, die Aktie verlor an diesem Tag rund 8 %.

Mit einem KGV von rund 9,5 ist Novo Nordisk so günstig bewertet wie lange nicht, auf Basis der Schätzungen für die kommenden zwölf Monate liegt es bei etwa 12. Dafür gibt es allerdings Gründe: Die Preise für Abnehmmittel stehen unter Druck, und ab 2031 laufen in den USA und Europa wichtige Patente auf Semaglutid aus.

Novo ist damit ein Turnaround, bei dem weniger die Dividende als das Wachstum die entscheidende Frage ist. Der nächste wichtige Termin sind die Quartalszahlen am 04.11. – dann dürfte sich zeigen, ob neue Produkte wie die Wegovy-Pille den Preisdruck im Kerngeschäft zumindest teilweise auffangen können.

Chartanalyse Novo Nordisk Aktie – Jahrestief rückt wieder in den Fokus

Chartanalyse Novo Nordisk Aktie – Wochenchart – Oktober 2026

Die Aktie von Novo Nordisk steuert nach dem letzten Erholungsversuch nun wieder auf die Jahrestiefs zu, die im Rahmen bisher zahlreichen Prognosesenkungen entstanden waren. Vom Hoch im Juni 2025 hat sich eine Abwärtstrendlinie im Wochenchart gebildet, die bisher noch nicht gebrochen werden konnte.

Zwischen 224,50 und 233,50 dänischen Kronen (DKK) liegt eine starke Zone, an der die Aktie auch nach den letzten Prognosesenkungen reagiert hat. Auch knapp darunter liegt noch sehr viel Volumen. Spätestens unter 200 DKK sollte man auch langfristige Positionen stark hinterfragen.

Aktuell hellt sich das Chartbild erst über 341 DKK wieder auf. Antizyklisch könnte man den Einstieg jedoch bei einer positiven Reaktion auf die Unterstützungszone suchen.

Welche Aktien vom Abnehm-Boom profitieren, zeigt unsere TopStory zur Ozempic-Aktie

Sieben unterbewertete Aktien im Vergleich

Aktie Kurs 02.10. (Abstand zum Rekord) Dividende p. a. (Rendite) Status der Dividende KGV TTM / Forward Nächster Termin
PepsiCo 125,89 USD (−36 %) 5,92 USD (4,7 %) 54. Erhöhung in Folge (Mai 2026) 16,5 / 14,9 08.10. (Q3)
McDonald’s 231,89 USD (−32 %) 7,72 USD (3,3 %) 50. Erhöhung in Folge (Sept. 2026) 18,8 / 17,1 21.10.* (Q3)
Procter & Gamble 144,91 USD (−20 %) 4,35 USD (3,0 %) 70. Erhöhung in Folge (April 2026) 21,5 / 21,2 22.10. (Q1 26/27)
Home Depot 282,85 USD (−36 %) 9,32 USD (3,3 %) +1,3 % (Feb. 2026) 19,8 / 19,8 17.11.* (Q3)
Nike 33,87 USD (−81 %) 1,64 USD (4,8 %) 24. Erhöhung in Folge (Nov. 2025), nicht durch Gewinn gedeckt 16,2 / 21,0 16./17.11. (Investorentag)
Realty Income 54,13 USD (−34 %) 3,26 USD (6,0 %) 136. Erhöhung seit 1994 (Sept. 2026), monatliche Zahlung 39,5 / 33,7 (Kurs/AFFO ca. 12) 02.11. (Q3)
Novo Nordisk 248,75 DKK (−76 %) 11,70 DKK (4,7 %) +3 % für 2025, Zwischendividende 2026 unverändert 9,5 / 12,0 04.11. (Q3)
Kurse: Schlusskurse vom 02.10.2026 an der Heimatbörse, US-Werte in USD, Novo Nordisk in Dänischen Kronen (1 Euro entspricht rund 7,46 Kronen). Rekord: höchster Kurs laut TradingView, nicht dividendenbereinigt (PepsiCo 05/2023, McDonald’s 03/2026, Procter & Gamble und Home Depot 11/2024, Nike 11/2021, Realty Income 02/2020, Novo Nordisk 06/2024). Dividende: aktuelle Jahresdividende, bei Novo Nordisk die Gesamtdividende für 2025; Rendite auf Basis des Schlusskurses vom 02.10. KGV TTM: Goldesel-Plattform, Gewinn der letzten zwölf Monate nach GAAP bzw. IFRS. Forward-KGV: Yahoo Finance, nächste zwölf Monate. Bei Realty Income ist das KGV wenig aussagekräftig (siehe Infobox), Kurs/AFFO auf Basis der Unternehmensprognose 2026. Bei Nike läge das KGV auf Basis der Unternehmensprognose (1,15 bis 1,35 USD bereinigt) bei rund 27. *Termin laut Goldesel-Plattform, vom Unternehmen noch nicht bestätigt.

Dividenden-ETF mit Turnaround-Kandidaten: Aristokraten oder hohe Rendite?

Wer nicht auf einzelne Turnaround-Wetten setzen will, findet einige unserer Werte auch in bekannten Dividenden-ETFs. Zwei Produkte gehen dabei sehr unterschiedlich vor:

  • Dividend Aristocrats: Der SPDR S&P U.S. Dividend Aristocrats UCITS ETF (IE00B6YX5D40) nimmt nur US-Aktien auf, die ihre Dividende mindestens 20 Jahre in Folge erhöht haben. Gewichtet wird nach Dividendenrendite, maximal mit 4 % je Titel. Unter den größten Positionen finden sich Realty Income mit 2,13 %, PepsiCo mit 1,95 % und Nike mit 1,59 %. Auch McDonald’s und Procter & Gamble sind enthalten, Home Depot dagegen nicht.
  • High Dividend: Der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (IE00B8GKDB10) investiert weltweit in rund 2.350 Aktien mit überdurchschnittlicher erwarteter Dividendenrendite. Procter & Gamble und Home Depot kommen jeweils auf rund 0,75 %, PepsiCo, McDonald’s und Novo Nordisk auf etwa 0,3 bis 0,4 %. Realty Income fehlt, weil der Index REITs ausschließt. Rund 30 % des Fonds stecken in Finanzwerten.
  • Performance: Seit Jahresbeginn liegt der Aristokraten-ETF in EUR rund 12,3 % im Plus, der High-Dividend-ETF rund 17,9 %. Letzterer profitierte dabei auch vom hohen Gewicht der Banken.

Keiner der beiden ist ein echter Turnaround-ETF. Der Aristokraten-ETF liegt unserer Auswahl näher, der High-Dividend-ETF ist breiter aufgestellt. Beide eignen sich eher als Beimischung zu einem Welt-ETF als als Ersatz dafür.

Welche Einzelwerte sich als Basis für ein Dividenden-Depot eignen, zeigt unser Ranking Beste Dividenden-Aktien 2026

SPDR S&P U.S. Dividend Aristocrats Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield
ISIN IE00B6YX5D40 IE00B8GKDB10
Kostenquote 0,35 % p. a. 0,29 % p. a.
Fondsvolumen 3,19 Mrd. EUR 9,85 Mrd. EUR
Positionen 155 2.348
Auswahlregel US-Aktien mit mindestens 20 Jahren Dividendenerhöhung, gewichtet nach Rendite, max. 4 % je Titel Aktien weltweit mit überdurchschnittlicher erwarteter Rendite, gewichtet nach Börsenwert, ohne REITs
Unsere Werte Realty Income 2,13 %, PepsiCo 1,95 %, Nike 1,59 % (alle in den Top 10) Procter & Gamble 0,76 %, Home Depot 0,73 %, PepsiCo 0,43 %, McDonald’s 0,42 %, Novo Nordisk 0,33 %
Seit Jahresbeginn (in EUR) +12,3 % +17,9 %
Ausschüttungsrendite 2,08 % 2,53 %
Quelle: justETF, Fondsvolumen, Positionen, Ausschüttungsrendite und Top-10-Gewichte Stand 31.08.2026, Performance Stand 02.10.2026. Beide ETFs schütten aus.

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Die Aristokraten-Regel: Wer die Dividende kürzt, fliegt raus

Die Aristokraten-Indizes von S&P nehmen nur Unternehmen auf, die ihre Dividende Jahr für Jahr erhöht haben, beim US-High-Yield-Index 20 Jahre, beim bekannteren S&P 500 Dividend Aristocrats 25 Jahre. Wer kürzt oder aussetzt, verliert den Status, prominentestes Beispiel der letzten Jahre ist 3M, das 2024 nach mehr als 60 Jahren mit Erhöhungen kürzte. Konkret wird das im November bei Nike: Eine 25. Erhöhung würde die 25-Jahres-Schwelle des S&P 500 Dividend Aristocrats erreichen, ein Einfrieren beendet die Serie.

Wenn unterbewertete Aktien zur Value-Falle werden

Alle sieben Werte wirken günstig: Kurs gefallen, Dividendenrendite gestiegen. Dass daraus schnell eine Value-Falle werden kann, zeigt Walgreens. Der frühere Dividenden-Aristokrat kürzte 2024 die Ausschüttung um 48 %, strich sie 2025 ganz und verschwand später von der Börse. In unserer Auswahl gilt die Warnung vor allem für Nike, wo die Dividende derzeit über dem erwarteten Gewinn liegt.

Steuern und Währung: Bei US-Dividenden fallen mit W-8BEN 15 % Quellensteuer an. Bei Novo Nordisk sind es 27 %, wovon 12 Prozentpunkte separat zurückgefordert werden müssen. Dazu kommt bei US-Werten das USD-Risiko.

Zinsrisiko: Zehnjährige US-Staatsanleihen bringen rund 5,3 %. Damit bleiben Dividendenwerte wie Realty Income oder Home Depot unter Druck, solange die Renditen so hoch sind.

Unterbewertete Aktien mit Dividende: kaufen oder abwarten? Das Fazit

Ein Kurssturz allein macht eine Dividenden-Aktie nicht unterbewertet. Bei PepsiCo, McDonald’s, Procter & Gamble und Home Depot wächst die Dividende, und das Geschäft muss nachziehen. Bei Realty Income hängt die Wende am Zins, bei Novo Nordisk am Wachstum, und bei Nike steht die Dividende selbst auf dem Prüfstand.

  • Für Dividendenjäger mit Geduld: PepsiCo, McDonald’s und Procter & Gamble als Watchlist-Kandidaten mit langen Erhöhungsserien.
  • Für alle, die an die Zinswende glauben: Realty Income und Home Depot, beide hängen stark an den Anleiherenditen.
  • Für die Wette auf die Wende: Nike und Novo Nordisk nur als Beimischung. Entscheidend sind der November bei Nike und die Wegovy-Pille bei Novo.

Risiken und Ausblick

Datum Termin
08.10. PepsiCo: Zahlen zum dritten Quartal
21.10.* McDonald’s: Zahlen zum dritten Quartal
22.10. Procter & Gamble: Zahlen zum ersten Quartal 2026/27
27./28.10. Zinsentscheid der Fed
02.11. Realty Income: Zahlen zum dritten Quartal
04.11. Novo Nordisk: Zahlen zum dritten Quartal
16./17.11. Nike: Investorentag, im November auch der Dividendenbeschluss
17.11.* Home Depot: Zahlen zum dritten Quartal

Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte

Einer der Autoren ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse in den erwähnten Wertpapieren investiert: McDonald’s.

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