Fundamentale Nachricht
11:31 Uhr, 24.02.2014

Japan: Erstmals seit Jahren besteht die Chance auf Lohnwachstum

Um den Binnenkonsum zu stärken, verlangt die japanische Regierung von Großkonzernen, die Mitarbeiter besser zu bezahlen. Die laufenden Tarfverhandlungen mit Gewerkschaften eröffnen erstmals seit Jahren wieder die Chance auf nachhaltiges Lohnwachstum.

Erwähnte Instrumente

  • Nikkei225
    ISIN: XC0009692440Kopiert
    Kursstand: 14.870,00 Punkte (Deutsche Bank Indikation) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

Tokio (BoerseGo.de) - In Japan haben große Unternehmen erste Signale gesendet, Löhne und Gehälter der Mitarbeiter zu erhöhen. Am vergangenen Mittwoch haben die Konzerne ihre jährlichen Lohnverhandlungen begonnen. Zum ersten Mal seit der Wirtschaftskrise 2008 verlangen die Gewerkschaften eine Lohnerhöhung: Durchschnittlich ein Prozent mehr Grundgehalt wollen sie für ihre Mitglieder. Die führende Gewerkschaft bei Toyota etwa verlangte vergangene Woche monatlich 4000 Yen mehr Gehalt, was einer Erhöhung von 1,15 Prozent entspricht. Gewerkschaften bei Nissan und Honda, den zweit- und drittgrößten Firmen des Landes, verlangen 3.500 Yen bzw. 0,96 Prozent mehr Monatsgehalt. Manager von Toyota wiesen die Forderungen nicht zurück und betonte, sie würden alle Optionen prüfen, um "zu einer positiven Entwicklung beizutragen".

Premierminister Shinzo Abe hat die Unternehmen bereits mehrfach dazu aufgerufen, ihre Gehalts- und Lohnzahlungen zu erhöhen. Ansonsten könnten sich das anziehende Wachstum und die steigende Inflation letztlich als Strohfeuer erweisen. Die laufenden jährlichen Tarifverhandlungen („Shunto“) zwischen Vertretern großer Unternehmen und den Gewerkschaften gelten als wichtiger Meilenstein für mehr Lohn.

Nach Regierungszahlen stagnierten im Gesamtjahr 2013 die Lohnzahlungen, nachdem sie in den beiden vorangegangenen Jahren gesunken waren. Höhere Gehälter und Löhne gelten als Voraussetzung dafür, dass Japan die jahrelange Deflation nachhaltig hinter sich lassen kann. Einige Ökonomen rechnen nicht damit, dass selbst hohe Tarifabschlüsse ausreichen werden, um die Belastungen der Verbraucher durch die im April anstehende Erhöhung der Verbrauchsteuer von fünf auf acht Prozent auszugleichen. Mit der Steueranhebung will die Regierung die staatliche Einnahmeseite stärken. Der Schritt gilt jedoch als Wachstumsrisiko, weil der Binnenkonsum zusätzlich geschwächt wird.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

Keine Kommentare

Du willst kommentieren?

Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.

  • für freie Beiträge: beliebiges Abonnement von stock3
  • für stock3 Plus-Beiträge: stock3 Plus-Abonnement
Zum Store Jetzt einloggen

Das könnte Dich auch interessieren

Über den Experten

Bernd Lammert
Bernd Lammert
Finanzredakteur

Bernd Lammert arbeitet als Redakteur seit 2010 bei der BörseGo AG. Er ist studierter Wirtschafts- und Medienjurist sowie ausgebildeter Journalist. Das Volontariat absolvierte er noch beim Radio, beruflich fand er dann aber schnell den Weg in andere Medien und arbeitete u. a. beim Börsen-TV in Kulmbach und Frankfurt sowie als Printredakteur bei der Financial Times Deutschland in Berlin. In seinen täglichen Online-Berichten bietet er Nachrichten und Informationen rund um die Finanzmärkte. Darüber hinaus analysiert er wirtschaftsrelevante Entscheidungen der obersten deutschen Gerichte für eine Finanzagentur. Grundsätzlich ist Bernd Lammert der Ansicht, dass aktuelle Kenntnisse über die Märkte sowie deren immanente Risiken einem keine Erfolge schlechthin garantieren, aber die Erfolgschancen deutlich erhöhen können.

Mehr Experten