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06:31 Uhr, 04.03.2026

Iran-Konflikt treibt Ölpreise: So entsteht der Weltmarktpreis

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Mit dem Ausbruch des Iran-Konflikts sind die Ölpreise kräftig gestiegen. Brent, die für Europa wichtige Referenzsorte, kletterte binnen zwei Handelstagen von rund 72 auf über 85 US-Dollar je Barrel – ein Plus von etwa 17 Prozent. Hält der Konflikt an, rechnen Marktbeobachter mit weiterem Auftrieb.

Der Weltmarktpreis entsteht überwiegend über Terminkontrakte. Meist wird der nächstfällige Kontrakt am stärksten gehandelt und prägt die Preissignale. Viele Kontrakte werden vor Fälligkeit weiterverkauft, was Spekulation begünstigt. Da Öl zumeist in US-Dollar gehandelt wird, beeinflussen Währungsschwankungen die Preise: Ein schwächerer Dollar verbilligt, ein stärkerer verteuert den Rohstoff.

Die Qualität des Rohöls wirkt direkt auf den Preis. Entscheidend sind Schwefelgehalt und Dichte: Leichte, schwefelarme Sorten lassen sich günstiger verarbeiten und erzielen Aufschläge. Viele Raffinerien sind auf bestimmte Qualitäten ausgelegt.

Als Leitgrößen gelten in den USA West Texas Intermediate (WTI) und in Europa Brent – beides qualitativ hochwertige Leichtöle. Andere Sorten werden mit Abschlägen oder Aufschlägen relativ dazu bepreist: Arab Light (Saudi-Arabien) weist mittleren Schwefelgehalt auf, venezolanisches Öl ist schwer und schwefelreich, russisches Urals ebenfalls schwefelreicher.

IEA und Opec warnten zuletzt trotz jüngster Spannungen vor einem Überangebot in diesem Jahr, nicht zuletzt wegen Produktionsausweitungen in der Opec+. Das drückte die Preise in der zweiten Jahreshälfte zuvor; im Dezember lag Brent zeitweise bei etwa 60 Dollar. Der Konflikt im Nahen Osten hob die Notierungen wieder deutlich an. Ökonomen sehen bei längerem Konflikt steigende Risiken für die Konjunktur, während ein kurzer Verlauf die Folgen begrenzen dürfte.

Größter Ölproduzent sind die USA, gefolgt von Saudi-Arabien und Russland. Saudi-Arabien kann die Förderung vergleichsweise schnell und kostengünstig erhöhen, während Produktionsausweitungen in den USA meist teurer sind.

Für den Transport dominieren Öltanker, ergänzt durch Pipelines. Global sind Suezkanal und vor allem die Straße von Hormus zentrale Routen. Durch die Meerenge am Persischen Golf liefen 2023 fast 30 Prozent des seeseitig gehandelten Öls, rund ein Fünftel des weltweiten Bedarfs. In Deutschland erfolgt die Belieferung der Raffinerien überwiegend per Pipeline.

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