Analyse

FIELMANN - Wieder mehr Durchblick

Nach einem schwachen Jahr 2022 scheint der Optiker- und Hörgerätespezialist wieder zurück in der Spur zu sein. Ist die Fielmann-Aktie nun interessant?

Erwähnte Instrumente

  • Fielmann Group AG - WKN: 577220 - ISIN: DE0005772206 - Kurs: 45,600 € (XETRA)

Über das enttäuschende vergangene Geschäftsjahr mit zwei Gewinnwarnungen und der Dividendenkürzung hatte ich zuletzt an dieser Stelle berichtet. Der heute vorgelegte Quartalsbericht lässt auf ein besseres Jahr 2023 hoffen.

Im ersten Quartal profitierte Fielmann davon, dass die Kunden in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten dort kaufen, wo sie gute Qualität zu günstigen Preisen bekommen. Mit einem Plus beim Konzernumsatz von 15,3 Prozent auf 477,7 (VJ 414,4) Mio. EUR wuchs das Hamburger Unternehmen stärker als der Markt. Neben einem um 8 Prozent höheren Absatz bei Korrektionsbrillen führten auch die einmalige Reparaturpauschale für Hörgeräte sowie die Erstkonsolidierung der spanischen Medical Óptica Audición zu der erfreulichen Umsatzentwicklung.

Wachstum in allen Ländermärkten

Im Heimatmarkt stiegen die Erlöse um 12 Prozent auf 359,7 (VJ 320,9) Mio. EUR. In Österreich war ein Umsatzanstieg um 13 Prozent auf 22,3 (VJ 19,8) Mio. EUR und in der Schweiz um 15 Prozent auf 54,6 (VJ 47,6) Mio. EUR zu verzeichnen gewesen. Aufgrund der Übernahme in Spanien stieg der dortige Umsatz um 44 Prozent auf 39,8 (VJ 27,7) Mio. EUR. Durch die Anfang des Jahres getätigte Übernahme im Baskenland strebt Fielmann mittelfristig die Marktführerschaft in Spanien an.

In den übrigen Märkten wurden 27,6 (VJ 21,4) Mio. EUR erlöst, wobei Italien und Polen mit zweistelligen Wachstumsraten glänzen konnten. Auch mit dem Markteintritt in Tschechien zeigte sich der Vorstand zufrieden.

Trotz höherer Mietkosten und Lohnerhöhungen bei den Beschäftigten expandierte das EBITDA um 17,7 Prozent auf 105,5 (VJ 89,6) Mio. EUR. Das EBIT legte um 17,5 Prozent auf 58,4 (VJ 49,6) Mio. EUR zu, so dass die Marge leicht auf 12,2 (VJ 11,9) Prozent anstieg. Unter dem Strich stand ein Quartalsgewinn in Höhe von 40,3 (VJ 34,0) Mio. EUR, was einem Ergebnis pro Fielmann-Aktie von 0,47 (VJ 0,39) Euro entspricht.

Stärker als Umsatz und Ergebnis legte der operative Cashflow zu, der um 21,4 Prozent auf 95,7 (VJ 78,8) Mio. EUR anstieg. Der Bestand an liquiden Mitteln lag zum Quartalsende bei 112,2 (VJ 166,4) Mio. EUR. Abzüglich der Finanzverbindlichkeiten verfügte Fielmann per 31.03. über eine Nettoliquidität von 9,9 (VJ 47,2) Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote lag mit 48,8 (VJ 48,5) Prozent auf dem Vorjahresniveau.

Auch für das Gesamtjahr stehen die Zeichen auf Wachstum. Beim Konzernumsatz wird von einer Steigerung um 7 bis 10 Prozent auf 1,88 bis 1,94 Mrd. EUR ausgegangen. Recht breit mit 9 bis 21 Prozent ist die erwartete Zuwachsspanne beim EBITDA. Dies würde auf einen Wert zwischen 370 und 410 Mio. EUR herauslaufen. Die Marge soll auf 20 bis 21 (VJ 19,3) Prozent steigen. Die EBIT-Marge wird zwischen 9 und 11 (VJ 9,1) Prozent erwartet.

Fazit: Bei Fielmann ist operativ wieder ein Aufwärtstrend erkennbar. Im Kurs der Fielmann-Aktie, die aktuell um über 4 Prozent zulegt, scheint bereits einiges eingepreist zu sein. Seit Oktober steht ein Plus von mehr als 60 Prozent zu Buche. Die charttechnische Situation des Papiers hat mein Kollege Bastian Galuschka übrigens an dieser Stelle zusammengefasst. Rein fundamental betrachtet erscheint mir die Aktie derzeit ausreichend bewertet zu sein.

Jahr 2022 2023e* 2024e*
Umsatz in Mrd. EUR 1,76 1,89 1,94
Ergebnis je Aktie in EUR 1,25 1,42 1,63
KGV 36 32 28
Dividende je Aktie in EUR 0,75 1,06 1,07
Dividendenrendite 1,65 % 2,33 % 2,35 %

*e = erwartet

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Über den Experten

Reinhard Hock
Reinhard Hock
Finanzmarktanalyst

Reinhard Hock ist seit über 25 Jahren an der Börse aktiv. Sein Interesse für die Finanzmärkte wurde während der Ausbildung zum Bankkaufmann geweckt. Später arbeitete er mehrere Jahre an der Börse Stuttgart und war dann jahrelang als freiberuflicher Redakteur mit dem Schwerpunkt Berichterstattung über Hauptversammlungen tätig. Dabei hat er sich ein umfassendes Wissen im Nebenwertebereich aufgebaut. Seit Oktober 2022 ist er bei stock3 für Fundamentalanalysen zuständig.

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