Fehleinschätzungen im Hinblick auf Index-Investments
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- CAC 40Kursstand: 5.350,51 Pkt (Euronext Paris) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
Paris (GodmodeTrader.de) – Knapp die Hälfte (41 Prozent) der deutschen Anleger sind davon überzeugt, dass die Dienstleistungen der Vermögensverwaltungsbranche ihr Geld wert sind. So erklären 85 Prozent der deutschen Investoren, dass sie ihrem persönlichen Finanzberater absolut vertrauen, was den Umgang mit komplexen finanziellen Aspekten betrifft (weltweit 88 Prozent), so das Ergebnis einer globalen Umfrage unter Privatanlegern von Natixis Global Asset Management.
Parallel dazu konzentrierten sich 67 Prozent der deutschen Anleger auf die kurzfristige Performance, ohne dabei ihre langfristigen Bedürfnisse im Blick zu behalten. Diese Skepsis lasse sich teilweise sogenannten Index-Fonds zuschreiben – also Produkten von Investmentgesellschaften, die zwar behaupteten, ihre Fonds aktiv zu verwalten und dafür auch entsprechende Gebühren erhöben, letztlich aber Portfolios anböten, die lediglich Benchmarks abbilden. Fast 60 Prozent der deutschen Anleger gäben an, zu erwarten, dass sich die Portfolios ihrer Investmentfonds maßgeblich von den jeweiligen Benchmarks unterschieden, heißt es weiter.
„Allerdings vertreten 75 Prozent der Befragten die Auffassung, dass viele Manager zwar Gebühren für aktives Management erheben, aber eigentlich nur einen Index abbilden. Im Rahmen der Natixis-Umfragen aus dem letzten Jahr hatten 57 Prozent der institutionellen Manager und 43 Prozent der Finanzberater weltweit die Existenz verkappter Index-Fonds als Grund dafür angeführt, dass sie überhaupt passive Strategien nutzen. Die Umfrage offenbart auch einige anhaltende Fehleinschätzungen im Hinblick auf Index-Investments. So gehen 58 Prozent der deutschen Investoren fälschlicherweise davon aus, dass Index-Fonds weniger riskant sind (weltweit sind es 62 Prozent). Gleichzeitig glauben 59 Prozent (63 Prozent weltweit), dass diese Produkte dazu beitragen, Verluste zu minimieren, obwohl Index-Fonds sowohl die positiven als auch die negativen Entwicklungen der Märkte, die sie abbilden, nachvollziehen und kein eigenes Risikomanagement betreiben“, so Natixis Global Asset Management.
Dementsprechend gäben 75 Prozent der Institutionen weltweit an, dass Anleger bei passiven Investments ein falsches Sicherheitsgefühl hätten. Was den Vergleich der Vorzüge aktiver und passiver Investments betreffe, so erklärten 86 Prozent der institutionellen Investoren, dass aktive Investments besser geeignet seien, um Alpha zu generieren, risikobereinigte Erträge zu erzielen (64 Prozent), Anlagechancen an den Schwellenländermärkten zu nutzen (76 Prozent) sowie ESG-Investments umzusetzen (75 Prozent). Parallel dazu werde passives Investmentmanagement vor allem als Instrument zur Reduzierung der Managementgebühren betrachtet, heißt es weiter.
„Die Anleger erhalten zwar eine kontinuierliche ‚Flut‘ von Informationen, aber im Rahmen unserer Untersuchung haben sie uns ganz eindeutig zu verstehen gegeben, dass sie Beratung benötigen, durch passive Investments verunsichert sind und sich Transparenz sowie einen Gegenwert für ihr Geld wünschen“, so Jörg Knaf, Managing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Natixis Global Asset Management. „Privatanleger neigen dazu, Index-Fonds im Hinblick auf den Faktor Risikokontrolle positive Eigenschaften zuzuschreiben, die nicht immer zutreffen. Im Gegensatz dazu kann aktives Management dazu beitragen, auf lange Sicht die Risikosteuerung zu optimieren und Alpha zu generieren.“
Die Umfrage zeigt ferner, dass die Nachfrage nach Investments, die auch ökologische und soziale Aspekte sowie Fragen der Corporate Governance (ESG-Faktoren) berücksichtigt, sowohl seitens der deutschen Investoren als auch bei den Anlegern weltweit kräftig steigt. So gäben die deutschen Anleger an, dass sich ihre persönlichen Wertvorstellungen auch in ihren Investments widerspiegeln sollten (83 Prozent gegenüber 78 Prozent weltweit). Gleichzeitig möchten sich 79 Prozent der deutschen Anleger nicht in Unternehmen engagieren, die gegen ihre ethischen Grundprinzipien verstoßen.
Doch der Wunsch, Investments zu tätigen, die ihren persönlichen Überzeugungen stärker Rechnung tragen, könnte sich für Anleger, die ausschließlich auf traditionelle passive Index-Fonds setzen, nur schwer realisieren lassen, da in vielen gängigen Indizes hunderte von Unternehmen enthalten seien – und zwar unabhängig von deren jeweiliger Geschäftspolitik. Lediglich 46 Prozent der Investoren seien der Meinung, dass Index-Fonds Firmen berücksichtigten, die ihre persönlichen Wertvorstellungen berücksichtigten, heißt es weiter.
„Viele Investoren sind mittlerweile nicht mehr damit zufrieden, gute Ergebnisse zu erzielen, sondern möchten gleichzeitig auch Gutes tun“, so Jörg Knaf. „Da die Ziele der Kunden für ihre Geldanlage mittlerweile also zunehmend über die Zahlen auf ihrem Kontoauszug hinausgehen, müssen professionelle Finanzberater bei Kundenportfolios einen ganzheitlichen Ansatz umsetzen, der den Wunsch der Kunden nach Rendite ebenso berücksichtigt wie Risikoaspekte, Kosten und grundsätzliche Kriterien.“
Obwohl den Anlegern bewusst sei, dass sie ihren Anlagehorizont erweitern müssten, um sowohl das Risiko breiter zu streuen als auch um höhere Erträge zu generieren, benötigten sie Unterstützung, um sich von ihrem kurzfristigen Fokus frei zu machen und alle verfügbaren Anlagestrategien sowie deren Rolle auf Portfolioebene wirklich zu verstehen, führt Knaf weiter aus.
„Wir müssen den Anlegern in Zusammenarbeit mit den Finanzberatern dabei helfen, neue Möglichkeiten zu finden, ihre Ziele innerhalb ihrer vorab festgelegten Risikoparameter zu erreichen. Aktiv gemanagte Investments in alternative Anlageformen sowie ESG-Investments können sich dabei als hilfreich erweisen. Für viele Anleger sind alternative Investments das fehlende Bindeglied, um auf Portfolioebene eine wirkliche Risikostreuung zu erreichen. Schließlich können diese Produkte dazu beitragen, Erträge zu erwirtschaften, die keine Korrelation zur Tendenz der Aktienmärkte aufweisen“, so Knaf.
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