EZB erhöht Leitzins wegen Iran-Krieg
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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Rahmen ihres Zinsentscheids am Donnerstag den Leitzins in der Eurozone wie erwartet um 25 Basispunkte angehoben. Der in der aktuellen Situation maßgebliche Einlagensatz für die Banken steigt von 2,00 % auf 2,25 %. Der Hauptrefinanzierungszins wird von 2,15 % auf 2,40 % erhöht. Der Spitzenrefinanzierungszins steigt von 2,40 % auf 2,65 %, wie die EZB mitteilte. Die Änderungen werden zum 17. Juni wirksam.
Die Zinserhöhung um 25 Basispunkte war angesichts der höheren Inflationserwartungen und Aussagen verschiedener EZB-Vertreter im Vorfeld so erwartet worden. Es handelt sich um die erste Zinserhöhung durch die EZB seit September 2023 und die erste Zinsänderung seit Juni 2025.
"Durch den Krieg im Nahen Osten entsteht Druck auf die Inflation", heißt es im Statement der EZB zum Zinsentscheid. "Der Beschluss zur Zinsanhebung ist robust gegenüber einer Bandbreite von Szenarien, die aufzeigen, wie sich der Schock entwickeln und auf die mittelfristigen Aussichten für den Euroraum auswirken könnte."
Im Rahmen ihrer erhöhten Inflationsprognosen rechnen die EZB-Ökonomen in ihrem Basisszenario jetzt mit einer Inflationsrate von 3,0 % im Jahr 2026, 2,3 % im Jahr 2027 und 2,0 % im Jahr 2028. Bei der Kerninflationsrate ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise werden durchschnittlich 2,5 % für 2026 und 2027 und 2,2 % für 2028 erwartet.
"Mit dem heutigen Beschluss ist der EZB-Rat weiterhin gut positioniert, um die durch den Krieg verursachte Unsicherheit zu bewältigen", heißt es. Die EZB wolle weiter "einen datengestützten Ansatz verfolgen und von Sitzung zu Sitzung entscheiden". Es gebe keine Vorabfestlegung auf einen bestimmten Zinspfad. "Die Aussichten sind nach wie vor von Unsicherheit geprägt, und es bestehen Aufwärtsrisiken für die Inflation sowie Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum. Die Gesamtfolgen des Krieges für Inflation und Wachstum in der mittleren Frist werden von der Intensität und der Dauer des Energiepreisschocks sowie vom Ausmaß seiner indirekten Auswirkungen und Zweitrundeneffekte abhängen."
Die Teuerung in der Eurozone hat sich im Mai 2026 weiter beschleunigt, wie vorläufige Daten der Statistikbehörde Eurostat zeigen. Demnach lag die Inflationsrate zuletzt bei 3,2 %, nachdem die Teuerung im April bei 3,0 %, im März bei 2,6 % und im Februar (vor Ausbruch des Iran-Kriegs) bei 1,9 % gelegen hatte. Die Kerninflationsrate beschleunigte sich zuletzt von 2,2 % auf 2,5 %. Dies zeigt, dass die höheren Energiepreise bereits zu Preiserhöhungen in anderen Bereichen des Warenkorbs führen.
Update: Sinngemäße Aussagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde auf der Pressekonferenz
- Vorbereitetes Statement zum Zinsentscheid, aus dem Lagarde wesentliche Aussagen wiederholt hat.
- Eurozone-Wirtschaft ist im ersten Quartal wegen Binnennachfrage und Export gewachsen.
- Arbeitsmarkt bleibt widerstandsfähig
- Binnennachfrage schwächer als im März erwartet.
- Iran-Krieg belastet die Wirtschaft.
- Konsumnachfrage sollte Hauptwachstumstreiber bleiben.
- Umfragen signalisieren Abschwächung vor allem bei Dienstleistungen.
- Höhere Energiepreise werden die Inflation über den Sommer weiter erhöhen und deutlich über dem EZB-Ziel halten bis ins erste Halbjahr 2027, bevor sich die Inflation im zweiten Halbjahr 2027 wieder dem Ziel annähern sollte.
- Auswirkungen hängen aber stark von Intensität und Dauer der höheren Energiepreise ab.
- Beim Wirtschaftswachstum überwiegen die Abwärtsrisiken. Inflationsrisiken sind aufwärts gerichtet.
- Sind entschlossen, die Geldpolitik so festzulegen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation auf mittlere Sicht beim Ziel von 2 % stabilisiert
- Legen uns nicht vorab auf einen bestimmten Zinspfad fest.
- Sind bereit, alle Instrumente wenn nötig anzupassen.
- Heutige Entscheidung zur Zinserhöhung fiel einstimmig. Wir haben nicht über andere Handlungsoptionen gesprochen.
- Haben hauptsächlich über den Energiepreisschock gesprochen. Der Energiepreisschock hält länger an als von Experten erwartet und breitet sich in andere Bereiche der Wirtschaft aus.
- Zinserhöhung wäre auch bei mildem Szenario angemessen.
- Die heutige Entscheidung ist keine kraftvolle Entscheidung, aber es ist ein Signal und es ist notwendig angesichts der Situation und des Ausblicks.
- Haben nicht über den neutralen Zins und die Bandbreite, in der er liegt, gesprochen.
- Wir sind nicht behäbig, wir erledigen unseren Job.
- Wir beginnen zu sehen, dass die Inflation in der Wirtschaft breiter wird, sowohl durch direkte als auch indirekte Effekte. Bisher gibt es keine Zweitrundeneffekte, aber wir werden genau darauf achten.
- Prognosen zeigen, dass Löhne stärker steigen dürften.
- Die Inflation ist zu hoch für die Bürger und zu hoch im Kontext des Ziels der Preisstabilität.
- Das größte Risiko wäre, nichts zu tun.

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So geht das also, wenn externe Angebotsschocks kommen. Man erhöht die Zinsen, damit die Firmen hier noch mehr Geld für teurere importierte Waren zahlen müssen.
Daumen hoch, EZB. Da habt ihr ja mal wieder tief in die ältesten Lehrbücher die Nase gesteckt.