Exklusive stock3 Plus Analyse: Öl, Zinsen, Inflation - Wird es wieder ungemütlich?
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Die neue Woche beginnt zumindest für US-Anleger ganz entspannt: Wegen des Feiertags Labor Day bleiben die US-Börsen am heutigen Montag geschlossen. In Europa halten sich die Anleger zum Wochenstart unterdessen zurück. Der DAX zeigt sich zunächst wenig verändert, während die höheren Ölpreise und die damit verbundenen Inflationssorgen weiter auf die Stimmung drücken.
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Mittel- und langfristig bleiben die wichtigsten Aktienindizes aus Deutschland, Europa, den USA und Japan im Aufwärtstrend, wie die Trendmatrix zeigt. Unterdessen zeigen der DAX und der Euro Stoxx 50 kurzfristig eine ausgeprägte Schwächephase, während der Nikkei 225 kurzfristig vom Abwärtstrend in eine Seitwärtsbewegung eingeschwenkt ist.
Führt der höhere Ölpreis zu einem erneuten Inflationsschub?
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist zu Beginn der Woche wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Nach neuen gegenseitigen Angriffen auf Schiffe rund um die Straße von Hormus ist der Brent-Ölpreis am Montag auf rund 97,50 USD je Barrel gestiegen. Der Schiffsverkehr durch die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge bleibt deutlich eingeschränkt.
Für die Aktienmärkte ist der Ölpreisanstieg gleich in mehrfacher Hinsicht relevant. Während Energieunternehmen von höheren Preisen profitieren können, steigen für Airlines, Logistikunternehmen, Chemiekonzerne und andere energieintensive Unternehmen die Kosten. Gleichzeitig erhöht teurere Energie das Risiko eines erneuten Inflationsschubs.

EZB dürfte Zinsen erneut anheben
Am Donnerstag um 14:15 Uhr steht der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank an. Um 14:45 Uhr folgt die Pressekonferenz. Nach der zuletzt wieder gestiegenen Inflation und den höheren Energiepreisen wird am Markt mit einer weiteren Zinserhöhung um 25 Basispunkte gerechnet. Damit würde die EZB ihre im Juni begonnene Straffung der Geldpolitik fortsetzen.
Für Anleger dürfte allerdings fast noch wichtiger sein, welche Signale die Notenbank für die kommenden Monate aussendet. Sollten die höheren Energiepreise länger anhalten, könnte der Zinserhöhungszyklus länger dauern als bisher angenommen.
Steigende Zinsen wären vor allem für Immobilienwerte, hoch verschuldete Unternehmen und hoch bewertete Wachstumsaktien unangenehm. Banken können grundsätzlich von höheren Zinsmargen profitieren, gleichzeitig würden bei einer stärkeren wirtschaftlichen Abkühlung aber auch die Kreditrisiken steigen.
US-Inflationsdaten finden starke Beachtung
In den USA werden in dieser Woche wichtige Daten zur Inflation gemeldet. Den ersten Vorgeschmack gibt es am Donnerstag um 14:30 Uhr mit den Erzeugerpreisen für August. Am Freitag um 14:30 Uhr folgt dann mit den Verbraucherpreisen der wohl wichtigste planbare Termin der gesamten Börsenwoche.
Die Ausgangslage ist besonders spannend, weil die am Freitag gemeldeten Zahlen vom US-Arbeitsmarkt deutlich besser als erwartet ausgefallen sind. Im August entstanden außerhalb der Landwirtschaft 162.000 neue Stellen, während die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,1 % lag. In der Folge sind die Erwartungen gestiegen, dass die US-Notenbank bei ihrer nächsten Sitzung am 15. und 16. September die Zinsen anheben könnte.
Entscheidend bleiben allerdings die jetzt anstehenden Inflationsdaten, auch weil der neue Fed-Chef Kevin Warsh seit seinem Amtsantritt praktisch fortlaufend auf die hohe Wichtigkeit der Inflationsbekämpfung hingewiesen hat. Den Erwartungen des Marktes zufolge dürfte die Inflationsrate im August mit 3,4 % stabil geblieben sein, während für die Kerninflation eine leichte Abkühlung der Jahresrate von 2,5 % auf 2,4 % erwartet wird. Sollte der Preisanstieg höher als erwartet ausfallen, dürfte relativ klar sein, dass die US-Notenbank beim Zinsentscheid am 16. September an der Zinsschraube dreht. Andernfalls ist auch denkbar, dass die US-Notenbank trotz der über dem Fed-Ziel liegenden Teuerung bei ihrer abwartenden Haltung bleibt.
Apple, Oracle und Adobe im Fokus
Auch von der Unternehmensseite gibt es in dieser Woche einige potenzielle Impulsgeber. Am Mittwoch um 19:00 Uhr deutscher Zeit lädt Apple zu seinem großen September-Event. Erwartet werden unter anderem neue iPhone-Modelle, darunter auch das erste faltbare Gerät von Apple. Für Anleger dürften neben den Geräten selbst vor allem Preise, Verfügbarkeit und mögliche Hinweise auf die Nachfrage im wichtigen Weihnachtsquartal interessant sein. Besonders spannend ist das diesjährige Event auch deshalb, weil erstmals der neue Apple-Chef John Ternus auf der Bühne steht.
Am Donnerstag geht es dann mit wichtigen Quartalszahlen aus dem Technologiesektor weiter. Nach US-Börsenschluss veröffentlicht Oracle seine Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027. Im Mittelpunkt dürften erneut das Cloud-Geschäft, Investitionen in Rechenzentren und die Monetarisierung der hohen Nachfrage nach KI-Infrastruktur stehen.
Ebenfalls am Donnerstag berichtet Adobe über das dritte Geschäftsquartal. Neben dem operativen Geschäft und der Entwicklung der KI-Angebote dürfte dort auch der bereits angekündigte Führungswechsel eine Rolle spielen.
Weitere Quartalszahlen kommen in dieser Woche unter anderem von Macy's und Copart. Beide Unternehmen berichten ebenfalls am Donnerstag über das jüngste Geschäftsquartal.
Deutsche Industrie schwächelt weiter
Auch aus Deutschland kommen in dieser Woche neue Konjunktursignale. Die heute veröffentlichten Produktionsdaten für Juli sind schwächer ausgefallen. Die Erzeugung im produzierenden Gewerbe sank saison- und kalenderbereinigt um 1,1 % gegenüber dem Vormonat. Besonders deutlich ging die Produktion in der Automobilindustrie zurück. Am Dienstag folgen die deutschen Außenhandelsdaten für Juli. Sie dürften weitere Hinweise darauf liefern, wie sich die exportorientierte deutsche Wirtschaft in dem schwierigen internationalen Umfeld schlägt.
Auch China rückt im Wochenverlauf in den Blick. Am Dienstag werden neue Außenhandelszahlen erwartet, am Mittwoch folgen Inflationsdaten. Die chinesische Wirtschaft bleibt dabei zweigeteilt: Während der Exportsektor zuletzt vergleichsweise robust war, bleibt die Binnennachfrage schwach. Für europäische Auto-, Luxus-, Industrie- und Rohstoffwerte können die Daten deshalb durchaus relevant werden.
Erstveröffentlichung: 7. Sep. 2026 um 12:15 Uhr von Oliver Baron




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