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13:20 Uhr, 14.09.2026

Exklusive stock3 Plus Analyse: Jetzt wird es ernst: Fed und Hexensabbat warten auf die Anleger!

Die Märkte stehen vor einer explosiven Woche: Die Fed dürfte am Mittwoch die Zinsen anheben, während der Ölpreis neue Inflationssorgen schürt und der große Verfallstag am Freitag zusätzliche Volatilität verspricht. (Fundamentaler Wochenausblick)

Neue Inflationssorgen durch steigende Ölpreise, die Erwartung höherer Zinsen und die Angst vor einer Verlangsamung des KI-Booms haben zuletzt für eine deutliche Eintrübung an den Aktienmärkten gesorgt.


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In der Trendmatrix liegt in keinem der beobachteten Indizes auf kurze Sicht noch ein Aufwärtstrend vor. Mittel- und langfristig bleibt die Einschätzung allerdings deutlich positiver, vor allem bei den US-Indizes und im Nikkei 225.

Fed-Entscheid wird zum Schlüsseltermin

Der wichtigste Termin der Woche steht am Mittwochabend an. Um 20:00 Uhr verkündet die US-Notenbank ihren Zinsentscheid, um 20:30 Uhr folgt die Pressekonferenz mit Fed-Chef Kevin Warsh.

An den Terminmärkten wird inzwischen weitgehend eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 % eingepreist. Laut CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung am Mittwoch bei knapp 90 %. Nach einer Zinspause im Oktober dürfte es dann im Dezember einen weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte geben, bevor dann in der ersten Jahreshälfte 2027 zwei weitere Zinserhöhungen auf die Märkte warten dürften.

Zinserhöhungen sind also keine Überraschung mehr. Umso stärker dürfte es beim Zinsentscheid in dieser Woche auf den Ausblick der Fed ankommen. Entscheidend sind die neuen Projektionen und die Frage, ob sich Fed-Chef Kevin Warsh zum Tempo künftiger Zinserhöhungen äußert, womit allerdings eher nicht zu rechnen ist. Signale für eine länger anhaltende oder stärkere Straffung könnten vor allem hoch bewertete Wachstumsaktien belasten und die Renditen am Anleihemarkt weiter nach oben treiben.

Der richtungsweisende Ölpreis der Nordseesorte Brent ist angesichts der Eskalation im Nahen Osten wieder deutlich über die Marke von 100 USD je Barrel gestiegen.

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Steigende Energiepreise sind hauptverantwortlich für den Inflationsdruck, während sie gleichzeitig Unternehmen und Verbraucher belasten. Damit wächst auch das Risiko, dass die Notenbanken die Zinsen länger hoch halten müssen, selbst wenn sich die Konjunktur abschwächt.

Auch BoE und BoJ entscheiden über die Zinsen

Am Donnerstag folgt um 13:00 Uhr der Zinsentscheid der Bank of England. Anders als bei der Fed wird mehrheitlich keine Zinserhöhung erwartet, der Leitzins dürfte bei 3,75 % bleiben. Ganz vom Tisch ist ein Schritt nach oben angesichts des erneuten Ölpreisschubs aber nicht. Am Markt wird die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung um 25 Basispunkte inzwischen auf rund 30 % taxiert, für November wird ein solcher Schritt nahezu vollständig eingepreist. Interessant dürfte zudem der Umgang mit der Bilanz werden. Die BoE dürfte den jährlichen Abbau ihrer Anleihebestände von bislang 70 Mrd. GBP auf etwa 50 Mrd. GBP verlangsamen.

Noch größere Sprengkraft könnte am Freitag die Bank of Japan entfalten. Sie dürfte den Leitzins nach Einschätzung von Reuters um 25 Basispunkte auf 1,25 % anheben. Es wäre bereits die zweite Erhöhung innerhalb von drei Monaten und ein weiteres Signal, dass Japan die über viele Jahre extrem lockere Geldpolitik zunehmend hinter sich lässt. Hintergrund sind anhaltender Inflationsdruck, steigende Löhne, hohe Importkosten und der schwache Yen. Der erneute Ölpreisanstieg verschärft die Lage zusätzlich. Für Anleger wird deshalb entscheidend sein, ob Notenbankchef Kazuo Ueda Hinweise auf das Tempo weiterer Zinsschritte gibt. Die BoJ dürfte sich allerdings weiterhin nicht auf einen festen Zinspfad festlegen.

Die Entscheidung in Tokio ist dabei weit über Japan hinaus relevant. Steigende japanische Zinsen erhöhen für japanische Investoren die Attraktivität heimischer Anlagen und können Kapitalströme verändern. Gleichzeitig geraten sogenannte Yen-Carry-Trades unter Druck, bei denen sich Investoren günstig in Yen finanzieren und das Kapital in höher verzinsten oder riskanteren Anlagen im Ausland investieren. Eine überraschend restriktive BoJ könnte deshalb nicht nur den Yen und japanische Aktien kräftig bewegen, sondern auch Auswirkungen auf die Anleihe- und Aktienmärkte in den USA und Europa haben. Gerade in einer Woche, in der bereits Fed, Ölpreis und der große Verfallstag für Nervosität sorgen, wäre das ein zusätzlicher Volatilitätstreiber.

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DAX zwischen ZEW und steigenden Renditen

Für den DAX beginnt die Woche nach den jüngsten Verlusten mit einer schwierigen Ausgangslage. Hohe Energiepreise und steigende Finanzierungskosten treffen besonders konjunktursensitive und energieintensive Unternehmen.

Am Dienstag um 11:05 Uhr werden deshalb die ZEW-Konjunkturerwartungen genau beobachtet. Entscheidend wird sein, ob sich die Stimmung der Finanzmarktexperten trotz höherer Energiepreise und Zinsen stabilisieren kann.

Verfallstag könnte Schwankungen verstärken

Zum Wochenschluss steht am Freitag zusätzlich der große Verfallstag an den Terminmärkten an. Der sogenannte Hexensabbat kann für deutlich steigende Handelsvolumina und kurzfristige Kursbewegungen sorgen.

Damit dürfte die Volatilität auch nach den Entscheidungen der Notenbanken hoch bleiben. Für die Richtung der Aktienmärkte dürfte vor allem die Kombination aus Fed-Ausblick, Ölpreis und Anleiherenditen entscheidend bleiben. Eine restriktive Fed bei weiter steigenden Energiepreisen und anhaltenden KI-Sorgen wäre für die Börsen wohl die schwierigste Konstellation.

Erstveröffentlichung: 14. Sep. 2026 um 12:49 Uhr von Oliver Baron

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