Analyse
17:36 Uhr, 27.09.2026

Griechenland schlägt China: Die wahre Supermacht auf den Weltmeeren

Wer kontrolliert die größten Handelsflotten der Welt? Griechenland bleibt vorn. Die aktuellen UNCTAD Daten zeigen, wie stark sich die Macht auf See verschiebt und warum wirtschaftliches Eigentum oft mehr verrät als die Flagge am Heck.

Griechenland ist nach Tragfähigkeit weiterhin die Nummer 1 der weltweiten Handelsflotten, obwohl China deutlich mehr einzelne Schiffe besitzt. Der entscheidende Maßstab heißt DWT, Deadweight Tonnage. Er gibt an, wie viel Gewicht ein Schiff maximal zuladen kann, also Fracht, Treibstoff, Vorräte, Besatzung und Passagiere zusammen. Je höher die DWT-Zahl, desto größer ist vereinfacht gesagt die Transportkapazität der Flotte. Deshalb kann Griechenland mit deutlich weniger Schiffen vor China liegen, wenn diese Schiffe im Schnitt größer und tragfähiger sind. Die Statistik ordnet die Schiffe nach dem wirtschaftlichen Eigentümer zu, nicht nach der Flagge, unter der sie fahren. Ein Schiff kann also einem griechischen Reeder gehören, aber beispielsweise unter der Flagge Liberias oder der Marshallinseln unterwegs sein. Deshalb sagt die Flagge allein wenig darüber aus, welches Land wirtschaftlich tatsächlich hinter einer Handelsflotte steht. Abschließend zu dem DWT-Ranking allerdings der Hinweis, dass China, wenn die so schnell wachsen wie zuletzt, Griechenland nächstes Jahr überholen könnten.

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Griechenland ist der größte Schiffseigentümer der Welt nach DWT, spielt bei den großen globalen Containerlinien aber praktisch keine führende Rolle. Griechische Reeder sind traditionell gewaltig bei Tankern und Massengutfrachtern. Diese Schiffe transportieren Öl, Erz, Kohle, Getreide oder andere Rohstoffe und bringen enorme DWT Werte mit, aber keine Millionen Containerstellplätze.

Umgekehrt Deutschland. Im gesamten weltweiten DWT-Eigentumsranking liegt Deutschland weit hinter Griechenland, China und Japan. Im Containergeschäft besitzt es mit Hapag Lloyd aber einen der größten Betreiber der Welt. Ähnlich Frankreich mit CMA CGM und Dänemark mit Maersk. Die Unternehmenslandschaft des Containerverkehrs sieht deshalb viel europäischer aus als die Eigentümerstruktur der gesamten Weltflotte.


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