Evening-Flash: Iran-Signale drücken Ölpreis um über 6 %
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Signale einer möglichen diplomatischen Annäherung zwischen den USA und dem Iran drücken den Ölpreis zum Wochenstart um 6,79 % und dämpfen die Sorge vor hohen Energiekosten. Der DAX schloss trotz eines deutlichen Rückgangs im deutschen Einzelhandel 0,63 % fester bei 25.981,09 Punkten. Prognosesenkungen bei Alstom und Init sowie eine verschobene Boxer-Bestellung bei Rheinmetall belasten dagegen einzelne Werte.
Marktbericht
Der DAX schloss bei 25.981,09 Punkten und damit 0,63 % höher. Die Konjunkturdaten fallen schwach aus: Der deutsche Einzelhandelsumsatz ist im September deutlich gesunken, der Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Eurozone fällt schwächer aus. Entlastung kommt vom Ölmarkt, dessen kräftiger Preisrückgang die Sorge vor anhaltend hohen Energie- und Transportkosten dämpft. Geldpolitisch bleibt die Linie unverändert: Nach dem Zinsentscheid der EZB vom Donnerstag halten die EZB-Vertreter Escrivá und Moulin ein Zinsniveau von rund 2 % weiterhin für angemessen.
An der Wall Street notiert der S&P 500 bei 7.621,06 Punkten, 0,54 % über dem Vortagesschluss von 7.580,07 Zählern. Der Nasdaq 100 steigt um 0,42 % auf 28.504,36 Punkte, nachdem er am Freitag bei 28.384,85 Punkten geschlossen hatte. Damit bleibt er leicht hinter dem breiten Markt zurück.
Den größten Ausschlag zeigt der Ölmarkt. Brent verbilligt sich um 6,79 % auf 108,98 USD je Barrel, weil Signale einer möglichen Annäherung zwischen Washington und Teheran die Risikoprämie abbauen und die OPEC+ ihre Förderquoten für Dezember unverändert lässt. Die Aussicht auf eine diplomatische Annäherung setzt auch dem Dollar zu: EUR/USD steigt um 0,35 % auf 1,12. Gold legt um 2,05 % auf 3.978,9 USD je Feinunze zu.
Am Kryptomarkt stehen Sicherheitsvorfälle im Vordergrund, während Bitcoin um 1,16 % auf 77.326,53 USD nachgibt. Zwar ist die Wiederherstellung der Mittel nach dem Hack bei Binance weitgehend abgeschlossen. Neue Angriffe auf Kryptobörsen, darunter Mercado Bitcoin und eine EU-Einheit mit einem Verlust von über 100 Mio. USD, halten das Thema jedoch präsent.
Europa
Tops & Flops Europa (L&S)
| Wert | Tag |
|---|---|
| Salzgitter | +7,01 % |
| TUI | +5,42 % |
| MTU Aero Engines | +4,56 % |
| Rheinmetall | -3,67 % |
| OHB | -3,12 % |
| VERBIO Vereinigt.BioEnergie | -2,65 % |
Im Rüstungssektor rückt ein verschobener Auftrag in den Mittelpunkt. Die Bundeswehr soll ihre Großbestellung für Boxer-Radfahrzeuge erst im Februar 2027 auslösen, statt wie ursprünglich erwartet bereits Anfang Dezember. Für Rheinmetall verschiebt sich damit ein vom Markt fest erwarteter Großauftrag ins kommende Jahr. Betroffen ist der Zeitpunkt, nicht die Bestellung selbst. Die Aktie verliert daraufhin 3,7 %.
Aus der Verkehrstechnik kommen gleich zwei Prognosesenkungen. Alstom kappt die Prognose für die bereinigte EBIT-Marge 2026/27 von 6,5 auf 1 % und begründet dies mit Problemen und Verzögerungen bei der Coradia-Max-Plattform sowie einem erheblichen Abfluss frei verfügbarer Barmittel. Die Aktie rutscht daraufhin ab. Init Innovation senkt die EBIT-Prognose für 2026 auf 33 bis 37 Mio. EUR von zuvor 38 bis 42 Mio. EUR, weil die geopolitische Lage im Nahen Osten und der höhere Ölpreis die Nachfrage dämpfen. Die Umsatzprognose von 380 bis 410 Mio. EUR bleibt bestehen. Im dritten Quartal ist das EBIT nach vorläufigen Zahlen allerdings von 8,7 auf 1,6 Mio. EUR eingebrochen, bei einem Umsatz von 91,6 Mio. EUR. Die Aktie gibt nach der Gewinnwarnung nach. Hohe Treibstoffkosten beschäftigen auch Ryanair: Die Airline erwägt, die Löhne einzufrieren, um die Belastung auszugleichen. Zugleich baut sie ab Ende März 2027 ihr Angebot in Saarbrücken mit zwei wöchentlichen Flügen nach Málaga aus. Fresenius schließt mit WuXi Biologics eine Entwicklungsvereinbarung, die dem Konzern gegen Vergütung Zugang zu Biosimilar-Kandidaten verschafft; die Aktie legt daraufhin zu. Im italienischen Bankensektor nimmt eine Großübernahme konkrete Formen an: Intesa Sanpaolo will ihr 33 Mrd. EUR schweres Angebot für den Konkurrenten Monte dei Paschi bis Ende des Monats starten.
USA
Tops & Flops USA (L&S)
| Wert | Tag |
|---|---|
| IDEXX Laboratories | +19,80 % |
| Monolithic Power Systems | +7,14 % |
| First Solar | +6,93 % |
| Lumentum Holdings | -12,58 % |
| Everpure | -7,96 % |
| Marvell Technology Grp | -7,67 % |
Die vorbörslich veröffentlichten Geschäftszahlen fallen überwiegend freundlich aus: Marriott (Aktuelle Analyse) und der Versorger Entergy (Aktuelle Analyse) übertreffen mit Umsatz und bereinigtem Gewinn je Aktie die Konsensschätzungen. IDEXX Laboratories (Aktuelle Analyse) steigert den Umsatz im dritten Quartal auf 1,214 Mrd. USD nach 1,105 Mrd. USD im Vorjahresquartal und hebt die Jahresprognose für Umsatz und Gewinn je Aktie an.
Im Technologiesektor steht eine Übernahme im Mittelpunkt, deren Konstruktion beiden Aktionärsgruppen Nachteile bringt. Marvell Technology bestätigt die milliardenschwere Übernahme von Lumentum als reine Aktientransaktion: Für jede Lumentum-Aktie gibt es 4,5 Marvell-Aktien. Nach dem Kursverfall von Marvell liegt der tatsächliche Wert dieses Tauschs deutlich unter dem ursprünglich kommunizierten Übernahmepreis. Die Marvell-Aktionäre wiederum müssen durch den Aktientausch eine erhebliche Verwässerung hinnehmen. Der Gegenwert für die Lumentum-Aktionäre hängt damit unmittelbar von der weiteren Kursentwicklung von Marvell ab.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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