Kommentar
10:33 Uhr, 25.08.2026

Erholung der Wirtschaft gewinnt an Fahrt

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich spürbar auf. Im August haben sich sowohl die Erwartungen für die kommenden sechs Monate als auch die Einschätzung der aktuellen Lage weiter verbessert.

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August stärker aufgehellt als erwartet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 86,6 Punkten im Vormonat auf 88,8 Zähler, wie das Ifo-Institut am Dienstag mitteilte. Die Volkswirte der Banken hatten im Schnitt nur mit einer Verbesserung auf 87,2 Punkte gerechnet.

Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate legten zu. Der Index für die aktuelle Geschäftslage verbesserte sich um 2,0 Punkte, während der Index für die Geschäftserwartungen sogar um 2,3 Zähler zulegte.

"Die Zuversicht unter den Unternehmen in Deutschland hat zugenommen", kommentierte ifo-Präsident Clemens Fuest die Ergebnisse. "Trotz des erneuten Energiepreisanstiegs erholt sich die deutsche Wirtschaft."


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Das ifo-Geschäftsklima gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft und basiert auf ca. 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen, die nach ihrer aktuellen Geschäftslage sowie den Erwartungen für die kommenden sechs Monate befragt werden. An der Umfrage nehmen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Dienstleistungssektors, des Handels und des Bauhauptgewerbes teil. Wegen der Größe der Umfrage gilt das ifo-Geschäftsklima als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.

Im zweiten Quartal 2026 war die deutsche Wirtschaft geringfügig gewachsen, wie das Statistische Bundesamt am Morgen auf Basis revidierter Ergebnisse mitteilte. Das Bruttoinlandsprodukt legte gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,3 % zu, nachdem in einer ersten Schätzung ein Anstieg um 0,2 % ermittelt worden war. Im Vergleich zum Vorjahresquartal betrug das Plus 1,0 %. Wichtigster Wachstumstreiber war erneut der Außenhandel: Die Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen gegenüber dem ersten Quartal um 2,0 %. Dagegen blieb die Binnennachfrage verhalten – die Konsumausgaben erhöhten sich lediglich um 0,1 %, während die Bruttoanlageinvestitionen um 0,2 % zurückgingen. Positive Impulse kamen vor allem aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dessen Wertschöpfung gegenüber dem Vorquartal um 0,9 % zunahm. Im europäischen Vergleich fällt Deutschlands Wachstum aber weiterhin moderat aus: Während das BIP hierzulande um 0,3 % zulegte, wuchs die Wirtschaft in der EU insgesamt um 0,5 %.

Fazit: Die Hoffnungen auf ein Ende der Dauerkrise der deutschen Wirtschaft verstärken sich. Seit dem Frühjahr legt das ifo-Geschäftsklima als wichtigster Frühindikator wieder spürbar zu. Gleichzeitig bleibt die Stimmung aber schlechter als im langjährigen Durchschnitt. Ohne durchgreifende Strukturreformen mit spürbaren Steuer- und Abgabensenkungen und einem Rückbau der Bürokratie dürfte die deutsche Wirtschaft nicht nachhaltig wieder an Fahrt gewinnen. Für viele börsennotierte Unternehmen in Deutschland ist dies aber ohnehin nebensächlich, da ein Großteil der Umsätze und Gewinne im Ausland erwirtschaftet wird.

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