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06:03 Uhr, 29.07.2026

Earnings-Update: Ford und Visa übertreffen Erwartungen – Ausblicke mit Vorbehalten

Ford hebt die Jahresprognose an, Visa Direct legt kräftig zu und auch Mondelēz schlägt die Schätzungen – trotz spürbar gesunkener operativer Marge.

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Im nachbörslichen US-Handel am Dienstag lagen die Ergebnisse überwiegend über dem Analystenkonsens bei Umsatz und bereinigtem Gewinn je Aktie. Im Mittelpunkt standen Fords angehobene Jahresprognose sowie das beschleunigte Wachstum bei Visa Direct und den Value Added Services. Mondelēz übertraf die Schätzungen ebenfalls leicht, belastet allerdings von einer spürbar gesunkenen bereinigten operativen Marge.

Über den Erwartungen

Ford Motor Co (F): Ford übertraf im zweiten Quartal 2026 sowohl beim Umsatz (48,3 Mrd. USD gegenüber 47,24 Mrd. USD erwartet) als auch beim bereinigten EPS (0,42 USD gegenüber 0,35 USD erwartet) die Konsensschätzungen; das bereinigte EBIT zog auf 2,5 Mrd. USD an, während der bereinigte Free Cashflow mit 2,1 Mrd. USD unter dem Vorjahreswert von 2,8 Mrd. USD blieb. Die Jahresprognose für das bereinigte EBIT wurde auf 10,0 bis 11,0 Mrd. USD angehoben. (+6,3 %)

Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:

  • Ford Energy entwickelt sich zum strategisch bedeutsamen Wachstumsfeld: Mit einer geplanten Jahreskapazität von 20 Gigawattstunden bis Ende 2027 und bereits laufender Zellfertigung in Marshall, Michigan, positioniert sich Ford als einer der führenden Hersteller stationärer Energiespeicher in Nordamerika – die Nachfrage von einem breiten Kundenkreis jenseits reiner Versorgungsunternehmen sei stark, und das Unternehmen bewege sich beim Abverkauf der 2028-Kapazität bereits im dritten Inning des Vertriebsprozesses.
  • Das Software- und Servicegeschäft gewinnt an Substanz: Die bezahlten Abonnements stiegen um rund 50 Prozent auf 1,6 Millionen, wobei Ford Pro Intelligence allein über 900.000 zahlende Kunden zählt und BlueCruise – mit 20 Prozent Wachstum bei den Paid Subscriptions im Quartal – bereits 50 Prozent der integrierten Retail-Serviceerlöse ausmacht; die CFO sieht das Potenzial, dass diese hochmargigen Dienste mittelfristig einen halben Margenpunkt für den Konzern beitragen könnten.
  • Der Ausblick auf 2027 bleibt von erheblichen Gegenwind-Faktoren geprägt: Neben dem Wegfall des einmaligen AIIA-Zollerstattungseffekts von 1,3 Milliarden Dollar drohen vier volle Quartale Rohstoffbelastung sowie erhöhte Anlaufkosten für das UEV-Plattform-Programm und Ford Energy – ob sich die operativen Verbesserungen (Wegfall der Novelis-Sonderkosten von 1,5 Milliarden Dollar, weitere Material- und Garantiekostensenkungen) netto in einem höheren EBIT niederschlagen, sei laut CFO zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu sagen.

Fazit: Die übertroffene und zugleich angehobene Prognose sowie der Aufbau von Ford Energy und dem Software-Abonnementgeschäft zeichnen ein konstruktives Bild — doch das GAAP-EPS bleibt mit -0,33 USD tief im Minus, der Free Cashflow schrumpft spürbar, und der Ausblick auf 2027 ist laut CFO offen: Wegfall des AIIA-Zollerstattungseffekts von 1,3 Mrd. USD, vier volle Quartale Rohstoffbelastung und erhöhte Anlaufkosten könnten operative Verbesserungen ganz oder teilweise aufzehren.

Visa Inc. (V): Visa erzielte im dritten Fiskalquartal 2026 einen Nettoumsatz von 11,63 Mrd. USD (Konsens: 11,40 Mrd. USD) und ein bereinigtes Non-GAAP EPS von 3,32 USD (Konsens: 3,22 USD), was einem Anstieg von 11 % gegenüber dem Vorjahr entspricht; Wachstumstreiber waren Zahlungsvolumen, grenzüberschreitendes Volumen sowie die 71,7 Mrd. verarbeiteten Transaktionen. (−2,3 %)

Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:

  • Visa Direct wächst mit 21 % im Jahresvergleich auf 4 Milliarden Transaktionen weiter dynamisch, während das Commercial-&-Money-Movement-Segment ebenfalls 17 % zulegte – beides signalisiert, dass die Diversifizierung über klassische Kartenzahlungen hinaus zunehmend zur tragenden Wachstumssäule wird.
  • Die Value Added Services (VAS) legten im Quartal um 34 % in konstanten Währungen auf 3,8 Milliarden USD zu, wobei alle vier Teilbereiche (Issuing, Acceptance, Risk/Security und Advisory) schneller wachsen als die beim Investor Day kommunizierten historischen Wachstumsraten – ein Zeichen, dass das Cross-Selling-Modell strukturell an Fahrt gewinnt und nicht nur von FIFA-Sondereffekten getragen wird.
  • Für das vierte Fiskalquartal signalisiert das Management zwar weiterhin starkes Wachstum im Bereich hoher einstelliger bis niedriger zweistelliger Prozentsätze, benennt aber zwei konkrete Gegenwind-Faktoren: höhere Kundenanreize (Incentives) infolge von Vertragsverlängerungen sowie geringere Wechselkursvolatilität verglichen mit dem Vorjahresquartal, was das Internationale-Transaktions-Umsatzwachstum strukturell unter das Cross-Border-Volumenwachstum drücken dürfte.

Fazit: Die strukturelle Stärke von Visa Direct (+21 %), den Value Added Services (+34 % in konstanten Währungen) und dem Commercial-Segment zeigt, dass das Wachstum über das Kernkartengeschäft hinaus an Breite gewinnt — allerdings dämpfte der Markt die Kursreaktion, da das Management für das vierte Fiskalquartal auf steigende Kundenanreize durch Vertragsverlängerungen und geringere Wechselkursvolatilität hinwies, was das Wachstum im internationalen Transaktionsumsatz strukturell unter dem Cross-Border-Volumenwachstum halten dürfte.

Mondelez International (MDLZ): Mondelēz erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 9,36 Mrd. USD (Konsens: 9,21 Mrd. USD) und ein bereinigtes EPS von 0,73 USD (Konsens: 0,68 USD), hob die Prognose für das organische Umsatzwachstum auf mindestens 2 % an — bei einer bereinigten operativen Marge von 13,1 %, die deutlich unter dem Vorjahreswert von 14,3 % lag.

Wesentliche Aussagen aus dem Earnings-Call:

  • Das Emerging-Markets-Geschäft bleibt der stärkste strukturelle Wachstumsmotor: Brasilien ist inzwischen in einer Million Läden präsent, in Indien wurden 100.000 weitere Verkaufspunkte erschlossen, und der Biscoff-Launch in Indien war so erfolgreich, dass die erste Produktionslinie sofort ausverkauft war und eine zweite beschleunigt aufgebaut werden muss – all das untermauert, dass das Wachstum distributionsgetrieben und damit nachhaltig ist, nicht konjunkturell.
  • Die Biscoff-Kooperation entwickelt sich zur bedeutendsten Innovationsplattform des Unternehmens: Neben Schokoladentafeln mit Biscoff-Füllung, die in Australien dem Schokoladenregal 3 % Kategoriewachstum bescherten und in Skandinavien im ersten Monat 7 % Marktanteil gewannen, plant Mondelez weitere Produktsäulen – darunter lizensierte Biscoff-Kekse in Emerging Markets sowie neue Formate wie Biscoff-Croissants oder ein Biscoff-Oreo; das Management beziffert das gemeinsame Volumen beider Partner auf perspektivisch 500 Millionen bis 1 Milliarde US-Dollar.
  • Beim Kakao-Ausblick gibt sich das Management deutlich entspannter als noch 2024: Der aktuelle Preisanstieg sei vor allem auf einen Short-Squeeze und erste El-Niño-Effekte zurückzuführen, während der strukturelle Überschuss bei historisch rund einer halben Million Tonnen liege und die Industrie mit zehn Monaten Vordeckung deutlich komfortabler positioniert sei als vor der Krise 2024; gleichzeitig warnt das Management für Q3 vor einer Cocoa-Kostenbelastung, die das EPS im Quartalsverlauf dämpft und erst in Q4 wieder dreht – die volle Jahres-EPS-Guidance wird daher erst im Schlussquartal verdient.

Fazit: Der distributionsgetriebene Schwung in Emerging Markets und die wachsende Biscoff-Plattform mit einem perspektivischen Volumen von 500 Mio. bis 1 Mrd. USD liefern strukturelle Wachstumsstützen — doch der Margeneinbruch um mehr als einen Prozentpunkt und die Warnung des Managements, dass die Kakao-Kostenbelastung das EPS in Q3 weiter dämpft und die volle Jahres-EPS-Guidance erst im Schlussquartal verdient wird, unterstreichen, dass die Schlagung der Erwartungen mit operativem Druck erkauft ist.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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