Analyse

Draghi: "Negative Zinsen sind auch okay"

Der Bund Future bricht aus. Jetzt ist das QE-Programm nach monatelanger Planung fertig, aber kaum geht es an die Umsetzung tauchen offenbar handfeste praktische Probleme auf.

Erwähnte Instrumente

  • Euro-Bund Future - WKN: 965264 - ISIN: DE0009652644 - Kurs: 159,73 € (Commerzbank CFD)

Hauptproblem: Das Angebot an deutschen Staatsanleihen ist gering.

Das Finanzministerium wird in diesem Jahr 147 Milliarden Euro an neuen Anleihen mit einer geeigneten Laufzeit von zwei bis 30 Jahren ausgeben, 132 Milliarden Euro bestehender Anleihen werden auslaufen, bleibt also eine Nettoneuverschuldung über diese für das EZB-QE geeigneten Papiere von +15 Milliarden Euro. Die EZB sieht aber den Kauf von Papieren im Umfang von 215 Milliarden Euro vor von März 2014 bis September 2016 - also 26 Mal mehr, als neu emittiert werden wird.

Mario Draghi hat daher gesagt er ist auch damit zufrieden, deutsche Staatsanleihen mit negativen Zinsen zu kaufen.

Und just gab es in dieser Woche die erste Auktion fünfjähriger Bundesanleihen mit negativen Renditen.

Zum Jahresende wird der Bund Future wahrscheinlich auch negative Zinsen anzeigen. Jetzt sind es noch stattliche 0,26%.

Der Bund Future bricht gestern und heute aus seiner Konsolidierung nach oben aus. Wir haben ein aktives Kaufsignal, Ziele sind über 160 zu suchen, ein Stop kann bei 158 gesetzt werden.

Euro Bund Future
Statischer Chart
Live-Chart
Chart in stock3 Terminal öffnen

Wir erleben gerade einen Boom europäischer Anleihen, Aktien und Aktien-ETFs. Das Ausland, das schon rund 65% des DAX hält, brachte vergangene Woche sechs Milliarden USD nach Europa. In den vergangenen sieben Wochen stieg das ausländische Investitionsvolumen in Europas Anleihen- und Aktienmärkten (Optionen + Derivate ausgeklammert) um 29%.

Das Investment-Szenario aus Sicht ausländischer Investoren:

Die Demographie erzeugt immer mehr reiche Rentner. Ihnen wird gerade der sichere Sparzins genommen. Sie müssen umschichten. Das kann man per Front Running umsetzen, vor allem seit die EZB als Wingman auftritt.

Tja, was soll man sagen...Jens Weidmann kocht wahrscheinlich vor Wut.

6 Kommentare

Du willst kommentieren?

Die Kommentarfunktion auf stock3 ist Nutzerinnen und Nutzern mit einem unserer Abonnements vorbehalten.

  • für freie Beiträge: beliebiges Abonnement von stock3
  • für stock3 Plus-Beiträge: stock3 Plus-Abonnement
Zum Store Jetzt einloggen
Ältere Kommentare anzeigen

Das könnte Dich auch interessieren

Über den Experten

Jochen Stanzl
Jochen Stanzl
Chefmarktanalyst CMC Markets

Jochen Stanzl begann seine Karriere in der Finanzdienstleistungsbranche als Mitbegründer der BörseGo AG (jetzt stock3 AG), wo er 18 Jahre lang mit den Marken GodmodeTrader sowie Guidants arbeitete und Marktkommentare und Finanzanalysen erstellte.

Er kam im Jahr 2015 nach Frankfurt zu CMC Markets Deutschland, um seine langjährige Erfahrung einzubringen, mit deren Hilfe er die Finanzmärkte analysiert und aufschlussreiche Stellungnahmen für Medien wie auch für Kunden verfasst. Er ist zu Gast bei TV-Sendern wie Welt, Tagesschau oder n-tv, wird zitiert von Reuters, Handelsblatt oder DPA und sendet seine Einschätzungen über Livestreams auf CMC TV.

Jochen Stanzl verfolgt einen kombinierten Ansatz, der technische und fundamentale Analysen einbezieht. Dabei steht das 123-Muster, Kerzencharts und das Preisverhalten an wichtigen, neuralgischen Punkten im Vordergrund. Jochen Stanzl ist Certified Financial Technician” (CFTe) beim Internationalen Verband der technischen Analysten IFTA.

Mehr über Jochen Stanzl
Mehr Experten