Analyse
08:20 Uhr, 13.05.2026

DEUTSCHE TELEKOM wächst trotz Gegenwind - Prognose leicht erhöht

Für viele Unternehmen war das erste Quartal 2026 eine Bewährungsprobe. Wechselkursschwankungen, ein schwacher US-Dollar und ein schwieriges geopolitisches Umfeld setzten die Zahlen unter Druck. Die Deutsche Telekom ließ sich davon kaum beirren.

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Organisch, also ohne die Verzerrungen durch Währungseffekte und Veränderungen im Konsolidierungskreis, wuchs der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 % auf 29,9 Mrd. EUR. Die Service-Umsätze, das eigentliche Herzstück des Telekommunikationsgeschäfts, kletterten organisch um 4,6 % auf 25,0 Mrd. EUR. "Die Deutsche Telekom zeigt Resilienz in bewegten Zeiten", fasste Vorstandsvorsitzender Tim Höttges die Lage zusammen. "Weitgehend unbeeindruckt von den Ereignissen rund um den Globus läuft unser Geschäft stabil."

Die Profitabilität überzeugt dabei mehr als der Umsatz. Das bereinigte EBITDA AL, die für Telekommunikationskonzerne zentrale Ertragskennzahl, legte organisch um 7,5 % auf 11,5 Mrd. EUR zu und wuchs damit deutlich schneller als die Erlöse. Ein klassisches Zeichen für operative Hebelwirkung in einem reifenden Markt. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg um 6,5 % auf 2,6 Mrd. EUR, das bereinigte Ergebnis je Aktie von 50 auf 54 Cent. Lediglich auf berichteter Basis trübt ein Sondereffekt das Bild: Weil das Vorjahresquartal von positiven Bewertungseffekten bei Beteiligungen profitiert hatte, sank der unbereinigte Konzernüberschuss um 28,2 % auf 2,0 Mrd. EUR.

Prognoseanhebung als Vertrauenssignal

Die Deutsche Telekom hebt ihr Ziel für das bereinigte EBITDA AL auf rund 47,5 Mrd. EUR an, nach bislang rund 47,4 Mrd. EUR. Beim Free Cashflow AL soll die Messlatte nun bei mehr als 19,8 Mrd. EUR liegen, zuvor lautete die Formulierung lediglich "rund 19,8 Mrd. EUR". Die Anpassung folgt der Prognoseerhöhung der US-Tochter T-Mobile US und mag auf den ersten Blick marginal wirken. Im Kontext des volatilen Umfelds sendet sie gleichwohl ein klares Signal: Das Management sieht sich auf Kurs und traut sich zu, die Anlegererwartungen zu erfüllen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie für das Gesamtjahr bleibt unverändert bei rund 2,20 EUR.


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In Deutschland schreitet der strukturelle Wandel hin zur Glasfaserinfrastruktur planmäßig voran. Im ersten Quartal erreichte die Telekom die Marke von 13 Millionen Haushalten, die einen direkten FTTH-Anschluss buchen können. Von dieser Möglichkeit machen inzwischen 2,2 Millionen Haushalte Gebrauch. Die Nutzungsrate stieg innerhalb der vergangenen zwölf Monate von 15,5 % auf 17,1 %. Das Tempo des Ausbaus und der Aktivierung von Glasfaseranschlüssen ist damit zwar solide, aber noch weit von einer Durchdringung entfernt, die das Netz wirtschaftlich voll auslasten würde. Gleichzeitig schrumpft der Altbestand: Die Zahl der kupferbasierten Breitbandanschlüsse sank im Quartal um 3.000. Im Mobilfunk verzeichnete die Telekom unter eigenen Marken 200.000 neue Vertragskunden, das Wachstum der mobilen Service-Umsätze betrug 2,1 %. Der Gesamtumsatz des Segments Deutschland stieg organisch um 2,1 % auf 6,3 Mrd. EUR, das bereinigte EBITDA AL organisch um 2,5 % auf 2,7 Mrd. EUR.

T-Mobile US als Wachstumsmotor

Der eigentliche Impulsgeber des Konzerns bleibt T-Mobile US. Die US-Tochter lieferte einmal mehr ein beeindruckendes Quartalsergebnis: Service-Umsätze von 18,9 Mrd. USD, ein Zuwachs von 11,5 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EBITDA AL wuchs um 12,9 % auf 9,1 Mrd. USD. Neu ist die Umstellung der Kundenberichterstattung: T-Mobile US weist fortan nicht mehr Postpaid- und Prepaid-Kunden separat aus, sondern zählt Postpaid-Kundenkonten, über die sämtliche gebuchten Dienste eines Haushalts oder Unternehmens gebündelt werden. Zum Ende des ersten Quartals verwaltete das Unternehmen 34,4 Millionen solcher Konten, 217.000 mehr als drei Monate zuvor und 6 % mehr als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet T-Mobile US nun mit einem Nettozuwachs von 950.000 bis 1.050.000 Kundenkonten, etwas mehr als die ursprünglich angepeilten 900.000 bis 1.000.000.

Die europäischen Landesgesellschaften lieferten ein verlässliches, wenn auch weniger dynamisches Bild. Der Gesamtumsatz wuchs organisch um 2,1 % auf 3,1 Mrd. EUR, das bereinigte EBITDA AL organisch um 3,5 % auf 1,2 Mrd. EUR. Im Mobilfunk kamen 127.000 neue Vertragskunden hinzu, im Breitband 54.000 neue Nutzer, im TV-Geschäft 30.000 neue Abonnenten. Das Unternehmensgeschäft von T-Systems setzte seinen Aufwärtstrend fort: Der Auftragseingang stieg organisch um 3,6 % auf 994 Mio. EUR, der Umsatz organisch um 2,1 % auf 1,0 Mrd. EUR. Das bereinigte EBITDA AL wuchs um 4,0 % auf 84 Mio. EUR, wesentlicher Treiber war erneut das Digitalgeschäft.

Fazit: Die Quartalszahlen der Deutschen Telekom sind solide. Das organische Wachstum beim EBITDA von 7,5 % zeigt, dass der Konzern seine Kostenstrukturen im Griff hat und die Investitionen in Glasfaser und 5G allmählich Früchte tragen. Der Free Cashflow AL von 5,7 Mrd. EUR bietet ausreichend Spielraum für Dividende und weiteren Netzausbau. Die Bewertung der Deutsche-Telekom-Aktie ist deutlich gesunken. Ein KGV von 13 wirkt mittlerweile wieder recht fair und lädt eher mal zum Einstieg ein.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. EUR 119,00 122,10 126,26
Ergebnis je Aktie in EUR 2,00 2,20 2,49
KGV 14 13 11
Dividende je Aktie in EUR 1,00 1,30 1,30
Dividendenrendite 3,62% 4,71% 4,71%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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