DAX® - Mythos: Die besten 10 Handelstage
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Mythos: Die besten 10 Handelstage
Nachdem wir uns bis hierher intensiv mit dem Thema „drawdown“ auseinandergesetzt haben, fassen wir den Komplex „Money Management“ jetzt bewusst etwas weiter. Für unsere weiteren Auswertungen haben wir die DAX®-Daten seit Beginn des Jahrtausends – also seit dem 01.01.2000 herangezogen. Viele von Euch kennen vermutlich Analysen, die sich mit den besten bzw. den schlechtesten Handelstagen der Historie beschäftigen. Die nebenstehende Tabelle zeigt für die deutschen Standardwerte genau diese Top Ten/Flop Ten-Liste (siehe Chart). Das größte Minus musste das Aktienbarometer am 12. März 2020 mit -12 % hinnehmen, wohingegen der DAX® in diesem Jahrtausend am 13. Oktober 2008 (+11,4 %) am stärksten zulegen konnte. Abgeleitet aus diesen besonders guten und besonders schlechten Handelstagen der Historie gibt es oftmals Analysen, auf wieviel Performance Anlegerinnen und Anleger verzichten müssen, wenn sie die besten 10 Handelstage verpassen. Letztlich wird das deutlich schlechtere Gesamtergebnis dann als Argument für das klassische „buy and hold“-Verhalten herangezogen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit (Fortsetzung unten).
DAX® (Daily)
Quelle: Eigene Darstellung
5-Jahreschart DAX®
Quelle: LSEG, tradesignal²
Pechmarie versus Glücksritter
Auf Basis der Daten seit Beginn des Jahrtausends haben wir für den DAX® ganz genau nachgerechnet. Wer über die vergangenen gut 26 Jahre immer in den deutschen Standardwerten investiert war, konnte sein Kapital mehr als verdreifachen. Die Anlegerin „Pechmarie“, die an den besten zehn Handelstagen nicht investiert war, hat indes lediglich einen Kursgewinn von 41 % erzielt. Der zuvor beschriebene Aspekt, wonach ein hoher „drawdown“ dem Zinseszins-Effekt entgegenwirkt, lässt sich im Chart nochmals sehr deutlich erkennen. Beim DAX® ohne die besten Handelstage dauert es bis 2024, ehe das Ausgangsniveau nachhaltig überschritten wird. Allerdings lässt sich diese statistische Spielerei auch andersherum durchführen. Sprich: Welches Gesamtergebnis ergibt sich unter dem Strich, wenn aus „Pechmarie“ eine Investorin à la „Glücksritter“ wird? Ohne die schlechtesten zehn Handelstage wäre der DAX® sogar auf 735 % des Ausgangsniveaus angestiegen. Die Performance fällt damit doppelt so hoch wie beim klassischen „Kaufen und Liegenlassen“ aus. Die Herausforderung ist das Timing. Wie lassen sich die besten/schlechtesten Handelstage erkennen? In Echtzeit ist das vermutlich eine unlösbare Herausforderung (Fortsetzung unten).
DAX® (Daily)
Quelle: Eigene Darstellung
Zeitliche Nähe – unmittelbare Nachbarschaft
In diesem Kontext sehen sich Anlegerinnen und Anleger mit einem weiteren Problem konfrontiert. Die besten und die schlechtesten Handelstage liegen oftmals dicht beieinander. Gerade am Ende einer Baisse mit starken Kursverlusten kommt es oftmals zu einer „short squeeze“, die mit sehr starken Erholungstagen einhergeht. Das Lehrbuchspiel für dieses Phänomen stellt die Finanzmarktkrise dar. So kam es im Oktober 2008 zu drei der schwächsten Handelstage seit Beginn des Jahrtausends. Aber auch in der Top 10 der besten Handelstage der letzten 26 Jahre ist der Oktober 2008 doppelt vertreten. Die Covid19-Pandemie im März 2020 ist ein weiteres Beispiel, dass es oftmals eine (große) zeitliche Nähe zwischen den besten und den schlechtesten Handelstagen gibt. Spätestens jetzt wird klar, dass es sich bei der Analyse der DAX®-Performance ohne die schwächsten Handelstage um eine statistische Spielerei handelt. Der „Preis“ an den besten Tagen investiert zu sein, ist oftmals auch, einige sehr schwache Handelstage mitzunehmen. Mit trendfolgenden Strategien kappt man beides, was zur einer ruhigeren Kapitalkurve und einer geringeren Volatilität führt. Wir hoffen, wir konnten mit einigen Mythen in Sachen „Money Management“ aufräumen und generelles Interesse für das Thema wecken.
DAX® (Daily)
Quelle: Eigene Darstellung
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