Kommentar

Das ultimative Crash-Signal ist da!

Sinken die langfristigen Zinsen unter die kurzfristigen, dann stehen Rezession und Börsencrash vor der Tür. Auch aktuell ist es wieder soweit.

Immer dann, wenn die langfristigen Zinsen unter die kurzfristigen Zinsen sinken, herrscht Alarmstufe rot am US-Aktienmarkt. Das zeigt der folgende Chart, der die Differenz zwischen den Anleiherenditen mit 10-jähriger und mit 3-monatiger Laufzeit von US-Staatsanleihen abbildet.

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Sowohl vor der Finanzkrise im Jahr 2008 als auch vor dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 drehte der Zinsspread in den negativen Bereich. Ein negativer Wert bedeutet, dass die langfristigen Zinsen unter die kurzfristigen Zinsen gesunken sind, was auch als Inversion der Zinsstruktur bezeichnet wird.

Auch aktuell ist es wieder soweit. Am Freitag fiel die Renditedifferenz zwischen 10-jährigen und 3-monatigen US-Staatsanleihen zum ersten Mal seit August 2007 wieder in den negativen Bereich. Nachdem die Fed am Mittwochabend signalisiert hatte, dass die Zinsen im laufenden Jahr nicht mehr angehoben werden soll und gleichzeitig ein Ende ihres Bilanzabbaus per Ende September angekündigt hatte, war die Zinsdifferenz deutlich gesunken.

Auch bei anderen maßgeblichen Zinsspreads war eine Annäherung zu erkennen. Die Differenz zwischen 10-jährigen und 2-jährigen Anleiherenditen fiel am Freitag zum ersten Mal in diesem Jahr unter 10 Basispunkte. Dieser Indikator hatte vor jeder Rezession seit dem zweiten Weltkrieg in den negativen Bereich gedreht. Aktuell steht dieser Indikator nur noch haarscharf darüber.

Die Zinsen unterschiedlicher Laufzeiten zum gleichen Zeitpunkt kann man in einer Zinsstrukturkurve (engl. yield curve) darstellen. In "normalen" Zeiten steigen die Renditen mit längeren Laufzeiten deutlich an. Das ist auch ganz logisch so, schließlich steigt mit längeren Laufzeiten auch das Risiko. Und das höhere Risiko muss eben mit höheren Renditen bezahlt werden. Ein flacher Verlauf ist gegeben, wenn die Zinsen mit zunehmender Laufzeit kaum noch ansteigen. Von einem inversen Verlauf spricht man, wenn die Renditen mit zunehmender Laufzeit nicht ansteigen, sondern sinken. Das ist ein Zeichen für schwache Wachstums- und Inflationserwartungen (am langen Ende) und hohe Leitzinsen (am kurzen Ende).

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Wie die folgende Grafik zeigt, zeigte die Zinsstrukturkurve vor den Börsencrashs 2000 und 2008 eine ausgeprägte Inversion.

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Auch aktuell ist eine deutliche Inversion erkennbar, dies betrifft aber bislang nur die Laufzeitenbereiche bis 10 Jahre, wie die folgende Grafik zeigt. Darüber steigen die Zinsen noch, was man vielleicht noch als kleinen Hoffnungsschimmer betrachten kann.

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Es dürfte allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis die Zinsstrukturkurve auch in den langen Laufzeitbereichen invertiert. Spätestens dann wäre die Hiobsbotschaft für die Märkte komplett.


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52 Kommentare

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  • Physiker
    Physiker

    Zur ganzen Wahrheit gehört m.E. auch die Betrachtung des absoluten Niveaus der kurzfristigen Zinsen. Und das ist weiterhin historisch niedrig, also bietet keinen Anreiz für eine Flucht aus Aktien. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die 10jährigen noch weniger abwerfen...

    21:56 Uhr, 29.03.2019
  • citymen
    citymen

    @Herr Baron,

    die Renditedifferenz beträgt aktuell 0,02% ,wie hoch war sie den 2000 und 2008 ?

    12:22 Uhr, 24.03.2019
  • 2 Antworten anzeigen
  • 1 Antwort anzeigen
  • trend-x
    trend-x

    Großes Wochenend-Kino... hier wir das "ultimative Crashsignal" ausgerufen und AT sieht bei der Apple große Bewegungen in beide Richtungen...

    Vielleicht sind viele noch zu jung, um die Definition von Crash zu verstehen, aber es liest sich zumindest spannend. Sollte der Dow (nicht innerhalb von drei Tagen!) auf 20.000 Punkte und der Dax auf 8.600 Punkte fallen, wären wir noch weit von einem Crash entfernt. PPT sticht HFT. Die Korri im April kommt, gleichwohl ist sie gewollt, gesund und kontrolliert. Happy Weekend!

    13:15 Uhr, 23.03.2019
  • marwing
    marwing

    Prinzipiell stimmt das was Herr Baron sagt. Die Inversion der Zinsstrukturkurve ist ein Crashisgnal. Aber noch ist es nicht soweit, denn die Zinsen der kurzfristigen sind noch niedriger als die Zinsen der langfristigen Anleihen.

    Siehe auch hier: https://www.xmarkets.db.com/DE... oder https://stockcharts.com/freech...

    10:57 Uhr, 23.03.2019
    1 Antwort anzeigen
  • Sonnenschein
    Sonnenschein

    Nach vielen Jahren der Interventionen der Zentralbanken mag man nicht mehr daran glauben, dass wir z.B. beim Dax im Bereich 13.600 für einige Jahre das Hoch gesehen haben. Auch diese Tatsache ist ein Indikator ...

    Feststeht: Wir wissen es alle nicht, ob wir ab nächster Woche wieder die 12.000 beim Dax oder vielleicht doch in Kürze eine 4-stellige Zahl sehen werden. Wir können nur analysieren ...

    10:41 Uhr, 23.03.2019
  • aerrexo
    09:50 Uhr, 23.03.2019
  • aerrexo
    aerrexo

    https: //www.aerrexo.com/produc ...

    industrial equipment

    09:49 Uhr, 23.03.2019
  • tradingdirki
    tradingdirki

    ....Dies könnte dazu führen, das für Aktien-Investoren der längste Bullen-Markt aller Zeiten nochmals deutlich in die Verlängerung geht..So wird es kommen! Strong long for Christmas!

    09:13 Uhr, 23.03.2019
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Über den Experten

Oliver Baron
Oliver Baron
Experte für Anlagestrategien

Oliver Baron ist Finanzjournalist und seit 2007 als Experte für stock3 tätig. Er beschäftigt sich intensiv mit Anlagestrategien, der Fundamentalanalyse von Unternehmen und Märkten sowie der langfristigen Geldanlage mit Aktien und ETFs. An der Börse fasziniert Oliver Baron besonders das freie Spiel der Marktkräfte, das dazu führt, dass der Markt niemals vollständig vorhersagbar ist. Der Aktienmarkt ermöglicht es jedem, sich am wirtschaftlichen Erfolg der besten Unternehmen der Welt zu beteiligen und so langfristig Vermögen aufzubauen. In seinen Artikeln geht Oliver Baron u. a. der Frage nach, mit welchen Strategien und Produkten Privatanleger ihren Börsenerfolg langfristig maximieren können.

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