Wie stark entscheiden die US Midterms über die Zukunft der Kryptobranche?
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Am 3. November wird in den USA einen neuer Kongress gewählt. Für die Kryptobranche ist diese Abstimmung das wichtigste politische Ereignis seit dem Scheitern des Clarity Acts. Der Gesetzgeber hat Washington für die letzte Pause vor dem Wahltag verlassen, weshalb auf parlamentarischer Ebene bis November alle Räder stillstehen.
Die Behörden schaffen derweil Fakten
Totaler Stillstand herrscht trotzdem nicht, denn SEC-Chef Paul Atkins kündigte bereits vor der gescheiterten Abstimmung an, seine Behörde werde auch ohne neues Gesetz handeln. Seitdem nutzt die Aufsicht ihren Spielraum konsequent, um Rechtssicherheit für den Markt zu schaffen.
Am 17. September erlaubte die SEC per Ausnahmeregelung den Handel mit tokenisierten Aktien. Zwei Wochen später folgte ein Entwurf zur Verwahrung. Vermögensverwalter sollen digitale Werte künftig unter Auflagen selbst verwahren dürfen, zusätzlich kommen Treuhandgesellschaften nach Landesrecht als Verwahrer infrage. Nach der amtlichen Veröffentlichung bleiben 60 Tage für Rückmeldungen, parallel läuft die Anhörung zum umfassenden Regulierungsrahmen.
In seiner Begründung stellte Atkins klar, dass die bisherigen Regeln aus einer vergangenen Ära stammen und dem heutigen Multi-Billionen-Dollar-Markt hinterherhinken.
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Demokraten im Aufwind
Zur Wahl stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze. Für die Republikaner ist die Ausgangslage derzeit unbequem: Im Repräsentantenhaus halten sie nur eine kleine Mehrheit, im Senat verteidigen sie 22 der 35 Mandate. Hinzu kommt, dass die Partei des Präsidenten bei Zwischenwahlen fast immer Sitze verliert.
Nach der Konsensprognose von 270toWin dürften die Demokraten das Repräsentantenhaus übernehmen, beim Senat bleibt das Bild offen. Jedoch zeigen die Prognosemärkte sich weniger zurückhaltend, auf Kalshi setzen Spekulanten darauf, dass die Demokraten beide Kammern gewinnen werden.
Was der Branche bevorsteht
Ein großes Marktstrukturgesetz scheint unter diesen Bedingungen in weiter Ferne. Greifbarer sind die Aussichten beim Thema Steuern, denn das Repräsentantenhauses verabschiedete am 16. September mit 38 zu 5 Stimmen den Digital Asset Tax Certainty Act. Senator Steve Daines legte am 30. September mit dem ADAPT Act einen eigenen Entwurf im Senat vor, getragen auch von Cynthia Lummis und Tim Scott.
Beide Entwürfe stellen Kleinstbeträge bei Netzwerkgebühren bis zehn US Dollar sowie bestimmte Zahlungen mit Stablecoins steuerfrei, führen zeitgleich aber erstmals die von Aktien bekannten Regeln gegen Scheinverkäufe für Kryptowährungen ein.
Ein potentielles Risiko lauert für die Kryptobranche an einer ganz anderen Stelle. Sollten die Demokraten die Mehrheit im Kongress erobern, droht den Unternehmen ein scharfer Wind aus den parlamentarischen Ausschüssen. Im Visier stünden vor allem Branchenakteure mit engen Verbindungen zur Regierung Trump. Dessen eigene Kryptogeschäfte gehörten unter anderem zu den Gründen für den Zusammenbruch der Verhandlungen über den Clarity Act.
Noch im Wahlkampf 2024 mobilisierte die Krypto-Industrie dreistellige Millionenbeträge, welche nun deutlich abschwächten. Das Super PAC Fairshake hat 30 Millionen US-Dollar angekündigt, der von den Gemini-Gründern getragene Digital Freedom Fund drei Millionen. Beide Summen richten sich gegen den früheren Senator Sherrod Brown, der in Ohio erneut antritt und als Vorsitzender des Bankenausschusses jahrelang gegen die Branche Position bezogen hatte.
Bitcoin zeigt sich davon unbeeindruckt und notiert bei rund 86.000 US-Dollar, trotz des gescheiterten Clarity Acts. Historisch zählt das vierte Quartal zu den stärksten Phasen für die Kryptowährung. Wie weit dieser Aufwind trägt, entscheidet sich bis zum Wahltag am 3. November.
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