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21:25 Uhr, 14.08.2026

Darüber spricht der Markt: Gute Zahlen, schlechte Kurse – wer hat recht?

Applied Materials und SanDisk übertreffen die Erwartungen deutlich. Dennoch kommt keine Feierlaune auf.

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Rechtfertigen starke Zahlen bei AMAT und SanDisk die Kursverluste?

Auf den ersten Blick spricht wenig gegen Applied Materials: Der Ausrüster für die Chipindustrie übertrifft im dritten Fiskalquartal Umsatz und Gewinn deutlich, das EPS liegt bei 3,50 USD und damit 41 % über dem Vorjahreswert, der Ausblick fürs vierte Quartal liegt über dem Konsens. Analysten verweisen auf die anhaltende KI-Nachfrage nach Wafer-Fab-Equipment und trauen der Aktie mittelfristig mehr zu – UBS nennt 675 USD, JP Morgan hebt sein Ziel auf 660 USD an, Jefferies sieht sogar 770 USD. Doch das Lager der Skeptiker hält dagegen: Dem Management fehlt eine konkrete Wachstumsprognose fürs nächste Jahr, Bruttomarge und Auftragswachstum bleiben hinter Lam Research zurück, und die Erwartungen im Vorfeld waren schlicht zu hoch. Die Aktie fällt trotz übertroffener Schätzungen um rund 9 %. Charttechnisch gilt die Marke von 470 USD als Unterstützung, nach oben stehen die 50-Tage-Linie sowie die Marken bei 530 USD und 600 USD als nächste Prüfsteine.

Bei SanDisk ist die Faktenlage noch eindeutiger optimistisch. Der Investor Day bringt Ziele für mittleres bis hohes zweistelliges Umsatzwachstum und eine Bruttomarge von 80 % bis 2030, dazu 94 Mrd. USD an bereits unterzeichneten Kundenverträgen. JP Morgan nimmt die Coverage mit Overweight wieder auf, Morgan Stanley nennt ein Kursziel von 1.750 USD, JPMorgan liegt sogar bei 2.250 USD. Die Gegenseite verweist auf Wedbush, das vor einem zyklischen Umschwung und wachsender chinesischer Konkurrenz bis 2028 warnt. Der Streit läuft letztlich auf eine Grundsatzfrage hinaus: Reicht die neue Guidance, um den Speicherchipmarkt aus seinem klassischen Boom-Bust-Muster zu befreien – oder bleibt Zyklizität die dominante Kraft?

Trägt die Rally bei Speicherchips und Halbleitern nachhaltig?

Genau diese Frage zieht sich durch den gesamten Sektor. Die Optimisten verweisen auf JP Morgans Prognose, wonach sich der NAND-Markt getrieben von KI-Inferenz im Rechenzentrum auf über 300 Mrd. USD vervierfachen soll, und auf den Investor Day von SanDisk, der eine sektorweite Rally auslöst. Auch beim breiteren Halbleitermarkt wird mit Wachstumsraten von rund 6,5 % pro Jahr argumentiert, beim Ausrüstermarkt sogar mit rund 8 %. Die Gegenseite erinnert an den klassischen Schweinezyklus der Branche: Auf Rekordhochs folgen erfahrungsgemäß schwächere Phasen, geopolitische Spannungen um China-Exportbeschränkungen und Taiwan belasten zusätzlich, und der jüngste „Semiconductor Meltdown" zeigt, wie schnell die Stimmung kippen kann. Als Ausnahme gilt ASML: Trotz hoher Bewertung sehen mehrere Stimmen dort einen intakten Aufwärtstrend, während andere Halbleiterwerte deutlich kritischer beurteilt werden – ein Hinweis darauf, dass der Markt inzwischen genauer zwischen einzelnen Playern unterscheidet, statt den ganzen Sektor über einen Kamm zu scheren.

Überwiegen Rekordmargen oder schwache Konjunkturdaten den Markt?

Für die Optimisten ist die Sache klar: Die Gewinnmargen der S&P-500-Unternehmen liegen auf Rekordniveau, die Erträge steigen sogar stärker als die Kurse, und der Index steuert auf die dritte Gewinnwoche in Folge zu – ein neues Rekordhoch trotz Zollsorgen und hoher Ölpreise. Auch der Dow ist nur rund 1,5 % von seinem Rekordhoch entfernt, wenngleich die Cisco-Aktie den Index spürbar belastet. Die Gegenseite verweist auf schwächer als erwartete Einzelhandelsumsätze am Morgen, auf sinkende Jobzahlen im Juli – das fünfte Mal in zwölf Monaten – und auf ein Lohnwachstum, das auf den niedrigsten Stand seit vor der Pandemie fällt. Der S&P 500 rutscht im Handelsverlauf ins Minus und fällt am Nachmittag unter die Marke von 7.800 Punkten, das aktuelle Niveau wird bei 7835 Punkten verortet. Manche Stimmen sprechen weiterhin von einem Goldilocks-Szenario aus starkem Wachstum und moderater Inflation, andere warnen, dass sich die Rally zunehmend von der realwirtschaftlichen Jobentwicklung entkoppelt – ein Nullwachstum bei den Beschäftigtenzahlen könnte angesichts der demografischen Entwicklung zur neuen Normalität werden, während vor allem Kapitaleigner von der Entwicklung profitieren.

Wie groß ist das geopolitische Risiko durch Iran und China?

Beim Ölpreis bleibt der Tenor abwartend, aber nervös. Die eine Seite sieht in einer möglichen verschärften Blockade des Persischen Golfs und neuen Sanktionen gegen iranische Ölkäufer echtes Verknappungspotenzial, das bei anhaltender Wirkung dauerhaft höhere Preise nach sich ziehen könnte. Die andere Seite hält dagegen, dass bisherige Sanktionen Iran nicht signifikant gebremst haben – die Volatilität könnte also größer wirken, als die tatsächliche Angebotslage es rechtfertigt. Bei China dreht sich der Streit um Exportüberkapazität versus Zukunftsinvestitionen: Während hohe Investitionen in KI- und Biotech-Infrastruktur als neue Wachstumsquelle gelten, belasten US-Exportbeschränkungen für ASML-Geräte das China-Geschäft spürbar, der China-Umsatzanteil sinkt bereits von 36 % auf 29 %. Zugleich baut China eigene Lithografie-Technologie auf, die schon bald serienreif sein und ASML damit direkte Konkurrenz machen könnte. Der schärfste Call des Tages geht noch weiter: Bei einem Anteil von 30 bis 45 % an der globalen Industrieproduktion gilt Chinas Exportüberkapazität als perspektivisch unhaltbar – ein möglicher Kollaps könnte hoch verschuldete Handelspartner weltweit mit in eine Krise ziehen.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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