Cybersecurity Aktien im Fokus: Warum IT-Sicherheit ein Dauertrend bleibt
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Cybersecurity ist kein neues Börsenthema. Viele Security-Aktien haben in den letzten Jahren stark performt, weil Unternehmen längst verstanden haben: Angriffe sind kein „IT-Ärger“, sondern ein Betriebsrisiko mit echten Kosten – von Ausfallzeiten über Wiederherstellung bis hin zu Reputationsschäden und regulatorischem Stress.
Was sich zuletzt vor allem verschoben hat, ist weniger das Ob, sondern das Wie: Angriffe starten häufiger über Schwachstellen und Zugänge/Identitäten, Lieferketten werden zum Einfallstor und KI beschleunigt das Spiel auf beiden Seiten. Genau deshalb bleibt Cybersecurity ein strukturelles Thema, das immer wieder neue Kaufargumente liefert: nicht als „neuer Trend“, sondern als Dauerpflicht mit neuer Dynamik.
Ein nüchterner Anker für die Größenordnung: Der „Cost of a Data Breach“-Report von IBM beziffert die durchschnittlichen globalen Kosten einer Datenpanne zuletzt auf mehrere Millionen US-Dollar. Und der Verizon Data Breach Report beschreibt weiterhin eine Bedrohungslage, in der Ransomware, Schwachstellen-Exploitation und Third-Party-Risiken zentrale Rollen spielen.
Was sich gerade verändert: Schwachstellen, Identität und Lieferketten
Schwachstellen statt nur „Link geklickt“
Phishing bleibt relevant, aber viele der besonders teuren Fälle beginnen inzwischen woanders: ungepatchte Systeme, exponierte Edge-Geräte, Softwarelücken. Angreifer werden schneller, weil sie Exploits automatisieren und neue Schwachstellen oft in kurzer Zeit „in der Breite“ ausnutzen. Für Unternehmen heißt das: Sichtbarkeit und Reaktionsfähigkeit werden wichtiger, weil „Patchen irgendwann“ nicht mehr reicht.
Drittanbieter-Risiko ist kein Randthema mehr
Unternehmen hängen heute an SaaS-Tools, Dienstleistern, Zahlungsanbietern, API-Schnittstellen und externen Komponenten. Wenn ein Zulieferer kompromittiert ist, kann das die gesamte Kette treffen. Deshalb ist Third-Party-Security nicht mehr nur Einkauf/Compliance, sondern Teil der operativen Risikosteuerung.
Identität wird zum Generalschlüssel
In Cloud- und SaaS-Welten ist ein kompromittierter Account häufig der schnellste Weg zu Daten. Statt „Firewall knacken“ reicht oft ein Login – und schon sind Rechte, Daten und Workflows erreichbar. Das erklärt, warum Identity-Security, Zugangskontrollen und „wer darf was, wann und von wo“ immer stärker ins Zentrum rücken.
KI verschiebt das Kräfteverhältnis auf beiden Seiten
KI macht Cybersecurity nicht „neu“, aber schneller und in Teilen asymmetrischer:
- Angreifer können Social Engineering, Phishing-Varianten, Scam-Inhalte und Abläufe automatisieren. Das senkt Kosten, erhöht Masse und verbessert Qualität.
- Verteidiger müssen mehr erkennen, priorisieren und reagieren – idealerweise automatisiert, weil die Anzahl an Alerts und Signalen in großen Umgebungen längst nicht mehr manuell zu stemmen ist.
- Unternehmen führen parallel KI-Tools ein, oft schneller als Governance, Zugriffskontrollen und Monitoring nachziehen. „Shadow AI“ (inoffizielle KI-Nutzung) kann neue Datenabflüsse und Rechteprobleme erzeugen.
Das führt zu einer klaren Einkaufslogik: Security-Lösungen müssen nicht nur „blocken“, sondern zusammenhängend erkennen und reagieren – und sie müssen Zugriffe/Identitäten sauber kontrollieren.
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Die drei Security-Budgets, die Unternehmen selten streichen
Damit die Einordnung investierbar bleibt, hilft diese vereinfachte Landkarte. Viele Security-Ausgaben landen in drei großen Budget-Töpfen:
1) Endpoint/XDR & SecOps: erkennen, priorisieren, reagieren
Hier geht es um Endgeräte (Laptops/Server) plus ein System, das Signale aus mehreren Quellen zusammenführt.
XDR lässt sich einfach so übersetzen: Angriffe nicht in Einzelsilos sehen, sondern als Kette und daraus schneller eine Reaktion ableiten.
2) Zero Trust / SASE: Zugriff absichern statt „Burggraben-Netzwerk“
Früher galt oft: „Im Firmennetz = vertrauenswürdig“. Heute gilt: Jeder Zugriff wird geprüft, unabhängig davon, ob jemand „drinnen“ ist oder nicht.
Zero Trust lässt sich so übersetzen: Vertrauen wird nicht vorausgesetzt, sondern pro Zugriff neu bewertet.
SASE ist das Cloud-Paket, das Zugriff + Sicherheitsfunktionen in einer Architektur bündelt.
3) Cloud- & Identity-Security: Rechte, Datenflüsse, Workloads
Cloud verschiebt die Angriffsfläche: mehr SaaS, mehr APIs, mehr Berechtigungen. Wer hier die Kontrolle über Identitäten und Rechte verliert, verliert oft sehr schnell auch die Kontrolle über Daten.
Plattform statt Tool-Sammlung: Warum Konsolidierung ein Treiber bleibt
Viele Unternehmen haben über Jahre Security „draufgebaut“: Ein Tool für Endpoint, eins für Cloud, eins für Netzwerk, eins fürs Logging – plus Zusatztools. Ergebnis: zu viele Konsolen, Integrationsprobleme, Doppelarbeit und operative Kosten.
Deshalb sieht man seit Längerem einen Trend zur Konsolidierung: weniger Anbieter, dafür Plattformen, die mehrere Module aus einer Hand liefern und sauber integrieren. Das ist kein Hype-Argument, sondern ein Einkaufsargument: Betrieb wird einfacher, Lücken werden sichtbarer, Reaktion wird schneller.
Wichtig: Plattformen gewinnen nicht automatisch, sie müssen Integration und Nutzen im Alltag liefern. Aber wenn Konsolidierung das Thema ist, sitzen Plattform-Leader oft in einer starken Position.
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Nach welchen Kriterien werden die 3 Aktien ausgewählt?
Damit die Auswahl nachvollziehbar bleibt, nutzen wir klare Filter:
- Kategorie-Leader mit Enterprise-Durchdringung
- Plattform-Charakter (mehrere Module, Cross-Sell, „ein Anbieter – mehrere Probleme“)
- Wiederkehrende Umsätze (Subscription-Logik, planbarer)
- Mission-Critical (Security wird selten „abgeschaltet“)
- Passung zu den drei Budget-Töpfen: Endpoint/SecOps, Plattform-Konsolidierung, Zero Trust
3 Cybersecurity-Aktien im Fokus
CrowdStrike: Plattform rund um Endpoint, XDR und SecOps
Investment-These: CrowdStrike profitiert vom Trend, Security-Signale zentral zu bündeln und Reaktion zu automatisieren. Endpoint-Security ist die Basis, darüber hinaus zielt der Plattform-Ansatz darauf, mehrere Sicherheitsprobleme aus einer Konsole heraus zu lösen – ein klares Konsolidierungs-Narrativ.
Warum das überzeugt:
- Endpoint bleibt ein Kernbaustein vieler Sicherheitsarchitekturen.
- XDR/SecOps sind genau dort stark, wo Unternehmen schneller priorisieren müssen (weniger „Alarm-Flut“, mehr echte Reaktion).
- Der Plattform-Charakter ermöglicht Cross-Sell – wichtig, weil Security-Budgets nicht beliebig wachsen, aber häufig umgeschichtet werden.
Risiken:
- Hohe Erwartungen/ Bewertungssensitivität: Wenn Wachstumserwartungen nicht erfüllt werden, reagiert der Markt schnell.
- Wettbewerb (inkl. großer Plattformen, die Security „mitverkaufen“).
- Kunden können Tools konsolidieren – das ist Chance, kann aber bei falscher Positionierung auch Gegenwind erzeugen.
Palo Alto Networks: Konsolidierungs-Gewinner mit breiter Plattform
Investment-These: Wenn Unternehmen Anbieter reduzieren, profitieren häufig jene, die mehrere Sicherheitsdomänen abdecken und integrieren können. Palo Alto gilt als einer der großen Plattform-Player, die Network-Security, Cloud-Security und SecOps miteinander verbinden.
Warum das überzeugt:
- Konsolidierung ist ein jahrelanges Thema, weil der Tool-Zoo operativ teuer ist.
- Enterprise-Kunden bevorzugen oft Anbieter, die „mehrere Probleme“ abdecken und Governance/Reporting vereinfachen.
- Plattform-Logik ist besonders attraktiv, wenn Security-Teams knapper werden und Automatisierung wichtiger wird.
Risiken:
- Integration und Produktmix müssen stimmen (Plattformversprechen muss im Alltag liefern).
- Preisdruck durch Bündelangebote im Markt.
- Auch hier gilt: Bewertung und Wachstumsqualität bleiben entscheidend.
Zscaler: Zero Trust als Netzwerk-Neubau (SASE/Access)
Investment-These: Zscaler sitzt im Kern eines langfristigen Umbaus: Zugriff wird nicht mehr über klassische Netzwerkgrenzen abgesichert, sondern über Zero-Trust-Logik – also pro Zugriff, kontextbasiert, cloud-orientiert. Das passt zu Hybrid-Work, SaaS-Nutzung und der wachsenden Identitätsangriffsfläche.
Warum das überzeugt:
- Zero Trust ist kein „kurzes Projekt“, sondern ein Architekturwechsel.
- In vielen Unternehmen geht es darum, alte Zugangsmodelle zu ersetzen – nicht nur zusätzliche Tools aufzusetzen.
- Wenn Zugriff und Datenfluss sauber kontrolliert werden, wird ein großer Teil der Angriffsfläche strukturell reduziert.
Risiken:
- Konkurrenz ist stark (Zero Trust/SASE ist einer der umkämpftesten Bereiche).
- Budgets verschieben sich: Der Erfolg hängt davon ab, ob Unternehmen tatsächlich modernisieren oder nur punktuell flicken.
- Growth-Werte bleiben zinssensitiv, auch wenn das Geschäftsmodell stark ist.
Risiken bei Cybersecurity-Aktien: worauf Anleger achten sollten
Cybersecurity ist strukturell – aber nicht risikofrei. Typische Stolpersteine:
- Bewertung: Viele Qualitätswerte sind teuer. Der Markt verzeiht weniger, wenn Wachstum nur „okay“ ist.
- Budget-Umbau statt Budget-Wachstum: Nicht immer steigt das Security-Budget stark – oft wird umgeschichtet. Plattformen profitieren, Spezialtools verlieren.
- Konkurrenz/Bundle-Effekte: Große Anbieter bündeln Security-Leistungen, Preisdruck steigt.
- Technologietempo: KI hilft Verteidigern, aber auch Angreifern. Wer Innovationsgeschwindigkeit verliert, wird austauschbarer.
Kompakter Takeaway-Plan: so bleibt das Thema investierbar
Wer Cybersecurity spielen will, ohne im Fachjargon zu versinken, kann sich drei Fragen stellen:
- Plattform oder Einzellösung? (Konsolidierung bevorzugt Plattformen.)
- Sitzt das Unternehmen in einem Pflicht-Budget? (Endpoint/SecOps, Zero Trust, Cloud/Identity.)
- Gewinnt es durch Konsolidierung oder wird es dadurch verdrängt?
Und als Sicherheitsnetz: Wer Einzelaktienrisiko reduzieren will, kann das Thema auch breiter abbilden. Entscheidend ist dann, dass die Exposure nicht nur „Cyber“ heißt, sondern tatsächlich bei Qualitätsanbietern landet.
Fazit
Cybersecurity ist längst Pflicht – und bleibt es. Das Thema ist nicht neu, aber es verändert sich: Schwachstellen-Exploitation, Identitätsangriffe, Third-Party-Risiken und KI-Beschleunigung erhöhen Tempo und Komplexität. Unternehmen reagieren darauf nicht nur mit „mehr Tools“, sondern häufig mit Konsolidierung und Plattformen, die Erkennen, Reagieren und Zugriffskontrolle besser bündeln.
Für Anleger ergibt sich daraus ein klarer Rahmen: CrowdStrike als Endpoint/XDR-Plattform, Palo Alto Networks als Konsolidierungs-Suite und Zscaler als Zero-Trust-Umbau-Wette. Nicht als „neuer Trend“, sondern als drei unterschiedliche Wege, an einer Sicherheits-Pflicht zu partizipieren, die sich mit jeder neuen Technologiewelle weiterentwickelt.
