Marktlage, Kospi-Einbruch, Iran-Konflikt und Chancen bei Crowdstrike & Co.
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Während Daniel noch im Urlaub verweilt, blickt unser Goldesel Michael in seinem Morning-Briefing auf die Märkte und dabei insbesondere auf den Kospi, der zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt werden musste und in den Bärenmarkt überging.
Darüber hinaus geht es um die Zahlen von Crowdstrike und Redcare Pharmacy und um einige Experten an der Wallstreet, die für den Arbeitsmarkt in Zukunft doch nicht ganz so schwarz sehen, obwohl KI viel in der Arbeitslandschaft verändern wird.
Warum insbesondere die koreanische Börse so abstürzte und wie die Zahlen von Crowdstrike und Redcare ausgefallen sind, das und vieles mehr erfahrt ihr in der aktuellen Ausgabe bei Apple Podcast, Spotify oder direkt bei Youtube.
Kurzer Marktsnapshot
Die US-Indizes zeigten zuletzt eine gemischte Entwicklung: am Morgen lagen die US-Indikationen rund 0,7–0,8 % im Minus (Nasdaq schwächer, Dow etwas weniger betroffen). Der DAX startete weitgehend unverändert, nachdem er in den letzten Tagen bereits deutlich Schwankungen erlebt hatte — teils fast 4 % Tagesverlust in vorherigen Sessions.
In Asien kam es zu starken Bewegungen: der südkoreanische Kospi verzeichnete zeitweise bis zu 12 % Minus und löste mehrere Handelsunterbrechungen wegen zu hoher Volatilität aus. Solche Extrembewegungen sind oft ein Zeichen für stark gehebelte Positionen und großflächige Zwangsliquidierungen.
Der Kospi-Einbruch – was steckt dahinter?
Der starke Rücksetzer im südkoreanischen Markt lässt sich nicht allein durch fundamentale Daten erklären. Stattdessen ist folgendes Bild plausibel:
- In Südkorea haben einige Firmen wie Samsung und SK Hynix von starken Speicherpreisen profitiert. Deren Rallye führte zu hohen spekulativen Positionen.
- Wenn gehebelte Trader in einem engen Zeitfenster anfangen zu verkaufen, können Margin Calls Kaskaden erzeugen. Das führt zu ruckartigen Abgaben und in extremen Fällen zu Handelsunterbrechungen.
- Solche Bewegungen haben vor allem technische Gründe und müssen nicht direkt auf die Entwicklung anderer Märkte übertragen werden. Trotzdem schaffen sie kurzfristig Unsicherheit.
Iran, Straße von Hormus und mögliche Folgen für die Märkte
Das geopolitische Cluster rund um den Persischen Golf ist real und hat direkte wirtschaftliche Effekte:
- Schiffe wurden angegriffen, die Durchfahrt wurde faktisch eingeschränkt. Dadurch steigen Versicherungsprämien und das Shipping-Risiko.
- Wenn Schiffe ausbleiben oder Umwege fahren müssen, steigen die Transportkosten — das wirkt sich mittelbar auf Energiepreise und Inflation aus.
- Die US-Regierung hat signalisiert, dass sie die Durchfahrt sichern will; das kann kurzfristig Risiken mindern, stellt aber auch eine Eskalationsgefahr dar.
Für die Märkte bedeutet das: Energiepreise und speziell Rohöl bleiben ein Schlüsselindikator. Schon ein moderater Anstieg sorgt für zusätzlichen Inflationsdruck und kann den Spielraum für Notenbanker weiter einschränken.
Branchenfokus: Halbleiter vs. Software/Cybersecurity
Halbleiter
Viele Halbleiterwerte hatten zuvor einen starken Run – insbesondere Hersteller von Speicherchips. Nach den Rallys folgte die Konsolidierung:
- Gewinnmitnahmen sind normal nach starken Anstiegen.
- Hoher Anteil spekulativer, gehebelter Positionen erhöht das Risiko abrupter Rücksetzer.
- Für langfristig orientierte Investoren bleibt die Struktur der Nachfrage (KI, Rechenzentren, mobile Endgeräte) erhalten, kurzfristig ist Vorsicht geboten.
Software und Cybersecurity
Im Gegensatz zu Halbleitern zeigten einige Software- und Cybersicherheitswerte nach den Kursrücksetzern ein starkes Rebound-Verhalten. Gründe:
- Unternehmenssoftware profitiert weiterhin von langfristigen Digitalisierungstrends und Investitionen in KI.
- Cybersecurity-Unternehmen bleiben in einer defensiven Lage: Angriffe und Sicherheitsbedarfe steigen, damit auch die Nachfrage nach Plattformen wie CrowdStrike oder Cato.
- Insiderkäufe bei einigen Firmen erhöhen das Vertrauen der Anleger.
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Einige Aktien und Themen, die jetzt auf dem Radar sind
Hier eine Auswahl von Titeln und Themen, die aktuell diskutabel sind – mit kurzer Einordnung:
Microsoft
Microsoft fiel von Kursen um etwa 550 $ auf circa 380–385 $. Das Unternehmen investiert massiv in Cloud und KI. Wenn diese Investitionen Früchte tragen, dürften langfristige, stabile Cashflows folgen. Aus diesem Blickwinkel kann ein Nachkauf auf tieferen Niveaus attraktiv sein. Michael hat seine Position im Langfristdepot aufgestockt.
ServiceNow
Die Aktie von ServiceNow zeigte Anzeichen einer Bodenbildung um die Marke von 110 $. Das Unternehmen meldet organisches Wachstum im mittleren zweistelligen Bereich und Insiderkäufe wurden ebenfalls bekannt – beides positive Signale für ein Comeback.
Crowdstrike & Cybersecurity
Crowdstrike bleibt ein wichtiges Thema: hohes Wachstum, wiederholt angehobene Erwartungen (Umsatzprognose für Geschäftsjahr 2027 zwischen 5,1 und 5,15 Mrd. $) und starke wiederkehrende Umsätze (+36% ARR laut Zahlen).
Amazon
Langfristig bleibt Amazon ein struktureller Gewinner von Cloud- und E-Commerce-Trends. Kurzfristige Kursbewegungen hängen stark vom Ausblick und Investitionsprofil ab.
SAP
Bei SAP hat das Tief offenbar gehalten. Sollte sich der Softwaresektor weiter stabilisieren, könnte SAP wieder Richtung €175 laufen. Wichtig ist hier die Einschätzung zur Unternehmens-KI-Strategie und Lizenzumsätzen.
Bayer, Redcare, Innoscripta, Atoss Software
- Bayer: Stark gelaufen zuvor, jetzt deutlicher Druck — Fundamentaldaten und Nachrichtenlage prüfen.
- Redcare: Umsatzwachstum vorhanden, aber sehr margenschwach (bereinigte EBITDA-Marge zuletzt bei ~2 %). Vorsicht bei Erwartungen einer Früherholung.
- Innoscripta & Atoss Software: Kleine, marktengere Nebenwerte mit Insiderkäufen und Dividendenansatz. Kann interessant sein, aber höhere Liquiditäts- und Risikoaufschläge beachten.
Makrodaten, Ölpreis und Volatilität
Der Ölpreis notierte zuletzt um 75 $. Das ist nicht alarmierend hoch, reicht aber, um Inflationssorgen wieder zu schüren, besonders wenn sich die Situation im Persischen Golf verschärft.
Die Volatilität war deutlich erhöht, hat sich aber vom Tageshoch wieder beruhigt. Das ist ein typisches Muster: schnelle Schocks, gefolgt von Konsolidierung. Entscheidend bleibt, ob sich die zugrundeliegenden Ursachen (z. B. geopolitische Lage oder Lieferkettenunterbrechungen) stabilisieren oder nicht.
Was die Analysten sagen – ein Hinweis aus der Arbeitsmarktperspektive
Eine interessante Ergänzung zur Marktlage ist die Einschätzung großer Researchhäuser zu KI und Arbeitsmarkt: Laut einer Analyse von Gartner sieht es so aus, dass KI bis 2028–2029 eher mehr Arbeitsplätze schafft, als vernichtet. Gleichzeitig wird geschätzt, dass jährlich rund 32 Millionen Jobs signifikante Veränderungen in den Tätigkeiten erfahren.
Für Softwareunternehmen ist das grundsätzlich positiv: Veränderte Arbeitsprozesse erzeugen Nachfrage nach neuen Tools, Integrationen und Sicherheitslösungen. Damit ist das Narrativ, dass KI Unternehmen einfach auslöscht, nicht automatisch gesetzt.
Offenlegung wegen möglicher Interessenkonflikte
Der Autor ist in den folgenden besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse investiert: Atoss, Innoscripta, ServiceNow, Crowdstrike.
