BROADCOM - Jalapeño auf Pump mit Riesenkredit für OpenAI?
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- Broadcom Inc. - WKN: A2JG9Z - ISIN: US11135F1012 - Kurs: 376,510 $ (Nasdaq)
Wer einen eigenen Chip will, braucht nicht nur Ingenieure, sondern vor allem Kapital. Diese Erfahrung macht gerade OpenAI. Der ChatGPT-Entwickler will seine Rechenleistung künftig stärker auf eigener Hardware aufbauen, kann die Milliarden dafür aber nicht selbst aufbringen. Helfen soll Broadcom, und zwar mit Geld von der Wall Street.
Nach Informationen des Wall Street Journal arbeitet der Chipkonzern seit einigen Wochen an einer Finanzierung von mehr als 50 Mrd. USD für den maßgeschneiderten KI-Chip, den beide Unternehmen gemeinsam entwickeln. Die Zeitung beruft sich auf Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind.
Mehrere Gigawatt, Abschluss bis Jahresende
Zu den Geldgebern, mit denen Broadcom gesprochen hat, gehören demnach die Finanzinvestoren Apollo und Blackstone. Die Gespräche sind allerdings noch in einem frühen Stadium, das Volumen kann sich ändern. Abgeschlossen werden soll der Deal trotzdem schon vor Ende des Jahres. Er könnte Chipkapazität von mehreren Gigawatt für OpenAI umfassen.
Vieles ist noch offen. Zu Konditionen, Laufzeiten und der genauen Struktur der Finanzierung gibt es bisher keine Angaben. Unklar ist auch, wie viel Risiko Broadcom selbst trägt und wie viel bei den Kreditgebern liegt. Wie groß die Summen sind, zeigt ein Vergleich: Allein die Nvidia-Chips für ein Rechenzentrum mit 1 Gigawatt Leistung kosten Dutzende Milliarden Dollar.
Der Deal ist der nächste Schritt einer Partnerschaft, die Broadcom und OpenAI vor einem Jahr verkündet hatten. Damals vereinbarten sie, gemeinsam OpenAI-Chips mit einer Gesamtkapazität von 10 Gigawatt zu entwickeln, gestützt auf die Netzwerktechnik von Broadcom. Die Systeme sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 bis Ende 2029 in Betrieb gehen. Die Finanzierung kommt also genau zu dem Zeitpunkt, an dem aus der Vereinbarung echte Hardware werden soll.
Intern heißt das Programm Nexus. Die Chips selbst sind nach Chilisorten benannt: Die erste Generation heißt Jalapeño, die zweite Serrano. Hinter den Codenamen steht ein grundsätzlicher Kurswechsel. Führende KI-Labore haben den Großteil ihrer Rechenleistung bisher bei Cloud-Anbietern gemietet. Jetzt wollen sie mehr eigene Infrastruktur besitzen, um Kosten zu senken und weniger von anderen Unternehmen abhängig zu sein. Das gilt für OpenAI ebenso wie für Anthropic. Beiden fehlt nach Darstellung des Wall Street Journal aber die finanzielle Kraft, die Hardware aus eigener Tasche zu bezahlen.
Für Broadcom ist die Logik deshalb naheliegend. Ein Chip, den der Kunde nicht bezahlen kann, wird auch nicht abgenommen. Wenn Broadcom die Finanzierung selbst organisiert, sichert der Konzern damit auch die Nachfrage nach den eigenen Produkten ab.
Der Anleihemarkt reicht nicht mehr
Der Broadcom-Deal ist Teil einer größeren Bewegung. Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services und Oracle haben ihre Rechenhardware traditionell aus dem eigenen Cashflow bezahlt. Für den KI-Ausbau haben sie zusätzlich Anleihen im Volumen von Hunderten Milliarden Dollar begeben und den öffentlichen Kapitalmarkt damit an seine Grenzen gebracht. Jetzt springen die großen Investmenthäuser der Wall Street ein.
Auch Oracle verhandelt nach Angaben des Wall Street Journal mit Apollo und Goldman Sachs über die Finanzierung eines großen Chipkaufs. Dort soll wahrscheinlich eine eigene Gesellschaft die Hardware kaufen und an Oracle verleasen, damit der Konzern nicht selbst neue Schulden aufnehmen muss. Ob für den OpenAI-Deal eine ähnliche Konstruktion geplant ist, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Fazit: Zurückgezahlt werden kann der Kredit am Ende nur, wenn OpenAI aus der Rechenleistung genug Umsatz macht, um die Hardware abzubezahlen. Damit wird die Finanzierung zur Wette auf das Wachstum eines Unternehmens, das sich die Hardware gerade nicht leisten kann. Da immer mehr Akteure involviert werden, sind die Finanzierungen schon längst systemisch geworden. Bricht der KI-Boom ab, dürfte die Wirtschaft und zahlreiche Finanzakteure massiv in Mitleidenschaft gezogen werden.

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