Analyse
08:15 Uhr, 03.05.2026

BERKSHIRE HATHAWAY - Rekordkasse aber Gegenwind im Versicherungsgeschäft

Es war ein symbolischer Moment, der die neue Ära bei Berkshire Hathaway treffend illustrierte. Greg Abel, 63, trat in Omaha vor rund 18.000 Aktionäre und sprach offen über etwas, das sein Vorgänger Warren Buffett selten so direkt thematisiert hätte: die strukturellen Risiken im Kerngeschäft.

Das Versicherungsgeschäft, seit Jahrzehnten die verlässlichste Ertragssäule des Konglomerats, steht unter Druck, und Abel machte keinen Hehl daraus.

Dabei hätten die Quartalszahlen zunächst kaum besser aussehen können. Der operative Gewinn kletterte im ersten Quartal um 18 % auf 11,35 Mrd. USD, getragen von einem außergewöhnlich schadensarmen Versicherungsquartal ohne Großereignisse wie Hurrikane oder Waldbrände. Der Konzernumsatz stieg auf 81,1 Mrd. USD, nach 77,6 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum. Und der Kassenbestand erreichte mit 380,2 Mrd. USD ein neues Allzeithoch.

Doch Abel warnte vor einer trügerischen Stille. "Die Realität ist: Wenn sich unser Versicherungsgeschäft abschwächt, können wir für das damit verbundene Risiko nicht den Wert realisieren, den wir eigentlich sollten", sagte er den Aktionären. Die jüngste Ruhe an der Schadenfront hat Kapital angelockt, das nun den Markt unter Druck setzt. Prämien lassen sich schwerer durchsetzen, die Margen geraten ins Rutschen. Berkshires Versicherungssparte werde deshalb "erheblich vorsichtiger" agieren, sowohl im Direktversicherungs- als auch im Rückversicherungsgeschäft, so Abel.

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