Kommentar
15:30 Uhr, 22.08.2023

ARM – Mega-IPO steht kurz bevor

Es wird der wichtigste Börsengang des Jahres! Der Chipentwickler ARM, derzeit noch eine Tochtergesellschaft der japanischen Softbank, will an die US-Börse gehen.

Erwähnte Instrumente

  • SoftBank Group Corp. - WKN: 891624 - ISIN: JP3436100006 - Kurs: 42,115 € (L&S)
  • Arm Holdings plc. - WKN: A3EUCD - ISIN: US0420682058 - Kurs: 63,590 $ (Nasdaq)

Wir haben uns die Details angeschaut und berichten an dieser Stelle über die wichtigsten Fakten, die Anleger wissen müssen.

Ein IPO mit massiver Strahlkraft

Jeder Mensch, der schon einmal ein Smartphone in den Händen hatte, kam wohl auch schon in Verbindung mit den Chips von ARM. Der Chip-Designer fertigt nicht selbst, sondern lässt seine besonders energieeffizienten Prozessoren, ähnlich wie Nvidia, extern fertigen. Das ermöglicht ein Asset-Light-Geschäftsmodell, welches ohne massive Investitionen in Fabriken auskommt.

2016 hatte Softbank ARM für 24,3 Mrd. britische Pfund gekauft. Ein Verkauf an Nvidia für rund 40 Mrd. USD scheiterte an den Wettbewerbsbehörden im vergangenen Jahr. Softbank peilt eine Bewertung zwischen 60 und 70 Mrd. USD an und will bis zu 10 Mrd. USD an Kapital einnehmen. Es wäre der größte Börsengang in den USA seit 2014.

Dank KI-Hype rechnen Marktteilnehmer, nach zuletzt eher schwachen Zahlen, mit einer großen Aufholjagd. 2022 erlöste ARM Umsätze von rund 2,7 Mrd. USD. 2021 war es ähnlich viel gewesen. Der Gewinn lag bei 524 Mio. USD. Auf Basis einer Bewertung von 65 Mrd. USD käme ARM also mit dem 24-fachen Umsatz und mehr als dem hundertfachen Nettogewinn an die Börse!

Überall dabei

Auf Basis der ARM-Technologie entwickeln u. a. auch Apple und Samsung ihre Chips. Auch Qualcomm greift auf die Architektur zurück. Dafür erhält ARM Lizenzeinnahmen. Künftig sollen die Prozessoren auch in noch mehr Anwendungen Platz finden, beispielsweise in Rechenzentren.

Ein großes Manko: Im größten Markt, China, ist ARM nur über ein Joint Venture beteiligt, an dem das Unternehmen 10 Prozent hält. Da 52 Prozent der Anteile in chinesischem Besitz sind, könnte ARM in den Chip-Konflikt zwischen den USA und China verwickelt werden.

Vom explodierenden Markt für KI-Chips will auch ARM sich seinen Teil herausschneiden. Qualcomm beispielsweise sieht künftig viele KI-Anwendungen direkt auf den Smartphones laufen. Hier sind energieeffiziente Chips notwendig. Genau damit kennt sich ARM aus.

Andere Chiphersteller tun sich zwischenzeitlich aber auch zusammen, um unabhängiger von ARM zu werden. Ob das künftig zu einer Gefahr wird, bleibt abzuwarten. Zudem ist die Bewertung exorbitant hoch und fast vergleichbar mit der von Nvidia. Anleger müssen demnach darauf spekulieren, dass die Anleger zunächst solche Fakten ignorieren und der Hype überwiegt. Nach einer schwachen Phase für den Smartphone-Markt sollte sich dieser in den kommenden Jahren wieder positiv entwickeln. ARM würde davon stark profitieren.

Fazit: Als Ankerinvestoren sind Unternehmen wie Amazon, Intel oder Nvidia im Gespräch. Barclays, Goldman Sachs, JPMorgan und andere Großbanken wurden für das Mega-IPO mandatiert. Die Aktien dürften weggehen wie warme Semmeln. Es ist nicht der erste Börsengang des britischen Unternehmens. Bereits 1998 hatte es diesen Schritt schon einmal gewagt, ehe es von Softbank gekauft wurde. Den aktuellen Börsenprospekt können Anleger an dieser Stelle einsehen.

SoftBank Group Corp.
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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3. Im Premium-Service Trademate betreut er das Depot "Deutsche Aktien".

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