Analyse
18:30 Uhr, 24.09.2026

ZUCKER: Die Bullen geben weiter Gas

Zucker kennt aktuell kaum ein Halten. Seit Ende Juli ist der Agrarrohstoff um rund 28 % gestiegen. Jetzt rückt die Marke von 19 USc in den Fokus. Doch der Höhenflug hat auch seine Risiken.

Erwähnte Instrumente

  • ISIN: XC0002272240Kopiert
    Kursstand: 0,18320 $/lb (ARIVA Indikation) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
  • ISIN: DE000MM6B1S7Kopiert
    Kursstand: 8,150 € (Morgan Stanley) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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  • Zucker - WKN: 227224 - ISIN: XC0002272240 - Kurs: 0,18320 $/lb (ARIVA Indikation)
  • Mini Future Long auf Zucker NYBOT Rolling - WKN: MM6B1S - ISIN: DE000MM6B1S7 - Kurs: 8,150 € (Morgan Stanley)
  • Unlimited Turbo-Optionsschein auf Zucker NYBOT Rolling - WKN: SJ7QEN - ISIN: DE000SJ7QEN4 - Kurs: 3,590 € (Société Générale)

Herzlich willkommen in der Welt der Rohstoffe! Heute wird es süß: Ein Blick auf den Agrarrohstoff Zucker lohnt sich, denn die Preisrally läuft weiter. Nach einem kurzen Rücksetzer in der Vorwoche strebt der Zuckerpreis in der zweiten Wochenhälfte wieder in Richtung seines bisherigen Monatshochs. Dieses lag bei 18,91 USc (im Chartbild: 0,1891 USD). Zum Vergleich: Zu Wochenbeginn notierte der Preis noch bei 17,36 USc.

Damit könnte die jüngste Konsolidierung charttechnisch nach oben aufgelöst werden. Für Trader ist das interessant, denn nach dem starken Anstieg der vergangenen Wochen steht nun eine wichtige Entscheidungszone an.

„Die Bullen übernehmen wieder das Kommando“, so der Titel meiner Analyse vom 29. Juli.

Damals kostete ein Pfund Zucker noch 14,62 USc. Heute liegt der Preis bei 18,71 USc. Das entspricht einem Plus von 28 % in nur rund zwei Monaten. Die Preisrally kam für meine Leser damit nicht überraschend, sondern zeichnete sich bereits kurz vor der großen Impulsbewegung Anfang August ab. Die große weiße Wochenkerze mit dem Ausbruch über die mittelfristige Abwärtstrendlinie zeugt noch heute davon. Im Chartbild ist dieser Breakout als grüner Kreis markiert.

Ausbruch eröffnet neue Kursziele

Zucker (Wochenchart)
Statischer Chart
Live-Chart
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    ARIVA Indikation

Charttechnisch war dieser Ausbruch ein echter Befreiungsschlag. Jetzt gilt es, sich auf die neue Ausgangssituation einzustellen. Wer damals auf der Long-Seite im Spiel war, sollte entsprechend über das Nachziehen des Stop-Loss nachdenken.

Die für Trader relevanten Schlüsselmarken liegen aktuell bei 19 USc als Widerstand und bei 17 USc als Unterstützung. Knapp unterhalb der Unterstützung lässt sich etwa ein engmaschiger Stop-Loss platzieren. Damit ist das Chance-Risiko-Verhältnis für bestehende Long-Positionen relativ überzeugend definiert.

Gelingt dem Zuckerpreis der nachhaltige Sprung über 19 USc, könnte der nächste Aufwärtsimpuls folgen. Scheitert der Ausbruch dagegen und rutscht die Notierung unter 17 USc, würde sich das kurzfristige Chartbild deutlich eintrüben.

Allerdings gibt es noch einen Punkt, den du als Trader nicht ignorieren solltest: Der jüngste Höhenflug hat die Marktsituation bereits in den überkauften Bereich geführt. Ein Rücksetzer wäre deshalb keine große Überraschung und muss nicht automatisch das Ende des übergeordneten Aufwärtstrends bedeuten.

Das Angebot wird zum entscheidenden Faktor

Steigt die Nachfrage nach Zucker? Nicht unbedingt! Analysten zufolge liegt die jüngste Preisrally nicht an einer zunehmenden Nachfrage, sondern vielmehr an einem knapperen Angebot.

"Das Wetter bleibt der entscheidende Faktor", schrieb ich bereits in meiner Analyse vom 29. Juli.

In Europa hat der heiße, trockene Sommer die Zuckerrüben geschwächt: Die EU-Produktion für 2026/27 wird geringer ausfallen als in der Vorjahresperiode. Erschwerend kommt hinzu, dass Produzenten in anderen Erdteilen ebenfalls mit schwierigen klimatischen Bedingungen zu kämpfen haben – Stichwort: "El Niño".

Zu alledem gesellt sich noch ein hoher Ölpreis. Dieser macht es attraktiver, Zuckerrohr zu Ethanol zu verarbeiten. Die Folge: Es landet weniger Zucker auf dem Weltmarkt und das Angebot wird zusätzlich verknappt. Damit bekommt die Rally auch von der Angebotsseite Rückenwind.

Long bleiben oder Risiko reduzieren?

Aktuell spricht damit vieles für einen weiter steigenden Zuckerpreis. Aus Sicht der Charttechnik bleibt die Ausgangslage oberhalb von 17 USc konstruktiv. Der nächste Prüfstein liegt bei 19 USc. Ein Ausbruch darüber würde das laufende Momentum bestätigen und könnte den Weg für einen weiteren Aufwärtsimpuls freimachen.

Für bereits laufende Long-Positionen bietet sich deshalb vor allem ein aktives Risikomanagement an. Statt blind auf weiter steigende Kurse zu setzen, sollte der Stop-Loss konsequent an das inzwischen deutlich höhere Kursniveau angepasst werden.

Mein Fazit: Der Agrarrohstoff Zucker bleibt aus charttechnischer Sicht klar auf der bullischen Seite. Oberhalb von 17 USc haben die Bullen das Kommando. Der Bereich um 19 USc ist jetzt die entscheidende Hürde. Gelingt der Ausbruch, könnte die Rally in die nächste Runde gehen.

Für bestehende Long-Positionen steht damit weniger die Frage nach einem sofortigen Ausstieg im Vordergrund, sondern das konsequente Absichern bereits erzielter Buchgewinne! Neueinsteiger sollten dagegen die überkaufte Situation nicht unterschätzen und auf ein sauberes Chance-Risiko-Verhältnis achten.

Der übergeordnete Trend spricht derzeit für die Bullen. Das kurzfristige Risiko eines Rücksetzers nimmt nach dem Anstieg von rund 28 % allerdings zu. Entsprechend gilt: Gewinne laufen lassen, Risiko aber konsequent begrenzen!

Strategien

Auf den Basiswert Zucker (Sugar #11 Future (SB)) gibt es verschiedene Derivate, mit denen Du auf steigende oder fallende Unzen-Preise spekulieren kannst. Ich nenne Dir nachfolgend zwei Strategien:

Long (Spekulation auf steigende Kurse): Mini Future Long (Hebelzertifikat) – Basis: 9,26 USc – Knockout: 89,73 USc – Laufzeit bis: open end – Hebel: 2,0 – ISIN: DE000MM6B1S7

Short (Spekulation auf fallende Kurse): OE Turbo Put Optionsschein mit SL (Hebelzertifikat) – Basis: 21,71577 USc – Knockout: 21,02 USc – Laufzeit bis: open end – Hebel: 4,5 – ISIN: DE000SJ7QEN4

Das Team

Der Optionsscheine Expert Trader verfolgt regelmäßig die Kurse deutscher und internationaler Einzelwerte und Indizes und spricht bei Bedarf konkrete Kauf- und Verkaufsanregungen aus, die Leser des Optionsscheine Expert Trader unmittelbar umsetzen können. Damit wird ein transparentes Trading gewährleistet. Seit der ersten Ausgabe des Optionsscheine Expert Trader im Oktober 2019 weisen rund 82 % der abgeschlossenen Positionen einen Gewinn aus. Hier findest Du Infos zum Produkt.

Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlagestrategien geeignet.

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