Weitere Zinserhöhung bis Jahresende bleibt wahrscheinlich
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Das September-Protokoll der US-Notenbank zeigt breite Unterstützung für eine weitere Straffung der Geldpolitik. Die meisten Teilnehmer der Sitzung vom 15. und 16. September hielten eine zusätzliche Zinserhöhung bis Jahresende für voraussichtlich angemessen. Eine verbindliche Festlegung auf einen weiteren Schritt gab es allerdings nicht.
Bei der September-Sitzung hatte die Fed die Leitzinsspanne um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4 % angehoben. Der Beschluss fiel mit zwölf Stimmen ohne Gegenstimme.
Energiepreise und KI-Ausbau erhöhen den Preisdruck
Die Notenbanker sahen in den vergangenen Monaten keine ausreichenden Fortschritte im Kampf gegen die Inflation. Geopolitische Spannungen hatten die Preise für Rohöl und Kraftstoffe erhöht. Gleichzeitig trugen stark steigende Investitionen in künstliche Intelligenz zum Preisdruck bei.
Viele Teilnehmer warnten, dass anhaltend hohe Energiepreise auf weitere Wirtschaftsbereiche ausstrahlen könnten. Einige sahen zudem das Risiko, dass der KI-Ausbau die gesamtwirtschaftliche Nachfrage mittelfristig stärker steigen lässt als das Angebot. Unternehmen schienen Kostensteigerungen nach Einschätzung einiger Teilnehmer wieder erfolgreicher an Verbraucher weiterzugeben.
Viele Notenbanker betrachteten einen höheren Zinspfad als Absicherung gegen eine unerwartet starke Nachfrage oder weitere Angebotsschocks. Mehrere stuften das Zinsniveau als nicht oder nur leicht restriktiv ein. Einige warnten davor, dass dauerhaft erhöhte Inflationsraten die Inflationserwartungen sowie Lohn- und Preisentscheidungen beeinflussen könnten.
Stabiler Arbeitsmarkt und robuste Konjunktur
Gleichzeitig bewerteten die Teilnehmer den Arbeitsmarkt als stabil und nahe an der Vollbeschäftigung. Eine Mehrheit sah zuletzt sogar eine leichte Verbesserung. Die Arbeitslosenquote lag im Juli und August bei 4,1 %. Fast alle Teilnehmer hielten die Risiken für den Arbeitsmarkt inzwischen für weitgehend ausgeglichen, während die Inflationsrisiken nach oben gerichtet blieben.
Die Wirtschaft wuchs nach Einschätzung der Notenbanker in solidem Tempo. Unternehmensinvestitionen und widerstandsfähige Konsumausgaben stützten die Aktivität. Mehrere Teilnehmer berichteten, dass Umfang und Tempo des KI-Ausbaus ihre Erwartungen weiterhin übertrafen.
Trotz gestiegener langfristiger Anleiherenditen bewerteten viele Teilnehmer die Finanzierungsbedingungen als wachstumsfördernd. Sie verwiesen auf gestiegene Aktienkurse und weiterhin geringe Renditeaufschläge bei Unternehmensanleihen. Höhere Energiepreise belasteten hingegen besonders Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen.
Fed-Stab erwartet 2 % Inflation erst 2029
Der Fed-Stab hob seine Inflationsprognose für die Jahre 2026 bis 2028 gegenüber der Vorbereitung auf die Juli-Sitzung etwas an. Zwar erwarteten die Fachleute im weiteren Jahresverlauf eine nachlassende Teuerung und anschließend weitere Rückgänge. Eine Rückkehr zum Inflationsziel von 2 % prognostizierten sie jedoch erst für 2029.
Auf einen festen Zinspfad legten sich die Sitzungsteilnehmer nicht fest. Sie betonten, jede Sitzung ergebnisoffen anzugehen und weitere Entscheidungen von neuen Daten, dem Konjunkturausblick und der Risikoverteilung abhängig zu machen. Die nächste FOMC-Sitzung ist für den 27. und 28. Oktober vorgesehen.
Fazit: Das am Abend veröffentlichte Protokoll zum letzten Fed-Zinsentscheid zeigt, dass die meisten Mitglieder des Offenmarktausschusses der US-Notenbank im September eine weitere Zinserhöhung bis Jahresende für angemessen hielten. Hartnäckige Inflation, hohe Energiepreise und der KI-Ausbau standen dabei im Vordergrund. Allerdings könnten diese Einschätzungen durch den jüngsten, überraschend schwachen US-Arbeitsmarktbericht für September bereits teilweise überholt sein. Eine nachlassende Beschäftigungsdynamik könnte die Sorgen um den Arbeitsmarkt wieder verstärken und die Bereitschaft zu einer weiteren Straffung dämpfen. Entscheidend bleiben die kommenden Konjunktur- und Inflationsdaten.

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