Weekend-Flash: Schwache Ausblicke belasten Tech-Werte – DAX steigt
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Enttäuschende Ausblicke von Intel, Amazon und mehreren Softwarekonzernen sowie ein Gewinnrückgang bei Alphabet verschärften an der Wall Street die Zweifel, ob sich die hohen KI-Investitionen rechnen. Während Technologiewerte nachgaben, stützten ein ifo-Geschäftsklima auf Sechs-Monats-Hoch, starke Bankbilanzen und angehobene Unternehmensprognosen den DAX: Er beendet die Woche mit einem Plus von 2,53 % bei 25.818 Punkten.
Wochenrückblick
Die Woche begann mit KI-Euphorie: Der Börsengangantrag von Anthropic und eine Kapitalaufnahme von rund 35 Mrd. USD bei Meta, an der sich Nvidia mit 3 Mrd. USD beteiligte, gaben Chipwerten weltweit Auftrieb. Ab Mittwochabend kippte die Stimmung mit den Zahlen der großen Technologiekonzerne. Alphabet verfehlte die Gewinnerwartungen, Softwarekonzerne lieferten schwache Ausblicke. Am Freitag nährten Intels enttäuschende Umsatzprognose und die schwächere Cloud-Entwicklung bei Amazon die Sorgen über die Kosten des KI-Booms. Der Nasdaq 100 verlor auf Wochensicht 1,98 % auf 28.384,85 Punkte und damit stärker als der S&P 500 (minus 0,57 % auf 7.580,07 Punkte) und der Dow Jones (minus 0,85 % auf 51.770,31 Punkte).
Die Fed beließ den Leitzins am Mittwochabend erwartungsgemäß bei 4,0 %; an vierteljährlichen Zinserhöhungen sollte festgehalten werden. Das US-Wachstum übertraf im dritten Quartal mit 3,4 % die erwarteten 3,2 %, während der BIP-Preisindex mit 2,2 % deutlich schwächer stieg als prognostiziert. Die EZB ließ den Einlagensatz am Donnerstag unverändert und bewertete steigende Energiepreise als Aufwärtsrisiko für die Inflation und Abwärtsrisiko für das Wachstum. Präsidentin Christine Lagarde kündigte ihren vorzeitigen Rücktritt zum 7. Februar 2027 an. Die Bank of Japan hielt den Leitzins bei 1,25 %, erklärte ihr Inflationsziel aber für erreicht und schlug einen vorsichtig restriktiveren Ton an. Die Bank of Canada hob auf 2,5 % an.
Hierzulande stützten die Konjunkturdaten. Auf das ifo-Geschäftsklima auf Sechs-Monats-Hoch folgte ein stärker als erwartetes Wirtschaftswachstum von 0,2 % im dritten Quartal. Die Eurozone legte um 0,4 % zu, Frankreich schrumpfte dagegen um 0,1 %. Die deutsche Inflation sank im Oktober auf 2,8 % und lag damit klar unter der Prognose von 3,0 %. Getragen von bestätigten und angehobenen Unternehmensprognosen sprang der DAX am Donnerstag zeitweise über 26.000 Punkte, folgte am Freitag aber den schwachen US-Vorgaben. Mit einem Wochenplus von 2,53 % auf 25.818,21 Punkte blieb er klarer Outperformer.
Am Ölmarkt schwankte Brent zwischen Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg und der Sorge vor einem erneuten US-Militärschlag. Am Freitag kam ein Angriff auf ein Handelsschiff in der Straße von Hormus hinzu. Auf Wochensicht gab der Ölpreis um 0,67 % auf 116,91 USD nach, während Gold 2,72 % auf 3.898,9 USD verlor. Bitcoin verbuchte ein Wochenminus von 4,81 % auf 77.180,42 USD. Ein Hackerangriff auf Binance mit einem Schaden von rund 6,3 Mrd. USD drückte die Kryptowährung zeitweise bis auf 76.418 USD. EUR/USD schwächte sich im Wochenverlauf um 0,40 % auf 1,12 ab, zuletzt nach den unerwartet niedrigen deutschen Preisdaten.
Europa
Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Bayer | +14,46 % |
| AIXTRON | +13,25 % |
| Porsche AG Vz | +11,56 % |
| thyssenkrupp | -11,62 % |
| Symrise | -8,53 % |
| Bechtle | -6,36 % |
Die Großbanken überzeugten überwiegend mit ihren Zahlen. Die Deutsche Bank steigerte den Vorsteuergewinn um 8 % auf gut 2,6 Mrd. EUR und bekräftigte ihre Ziele. BNP Paribas übertraf mit 3,46 Mrd. EUR Nettogewinn den Konsens von 3,18 Mrd. EUR; auch Danske Bank, BBVA und Société Générale lagen über den Erwartungen. HSBC verfehlte die Gewinnschätzungen dagegen knapp und kündigte einen Rückkauf über bis zu 1 Mrd. USD an. Bei UBS, die den Gewinn um 8 % auf 2,7 Mrd. USD steigerte, drohte Konzernchef Sergio Ermotti im Streit um höhere Kapitalanforderungen indirekt mit einer Sitzverlagerung. Entlastung durch die Aufsicht erhielten flatexDEGIRO, deren Eigenmittelzuschlag die BaFin um 100 Basispunkte senkte, und die Commerzbank.
Die Autobranche litt unter dem Einbruch in China. Mercedes-Benz senkte wegen der China-Krise und hoher Kosten die Gewinnprognose und erwartete nur noch 2 bis 3 % Pkw-Marge; der China-Absatz fiel um 31 %. Volkswagen rutschte mit einer milliardenschweren Porsche-Abschreibung und einem operativen Verlust von 5,86 Mrd. EUR tief in die roten Zahlen. Die China-Auslieferungen sanken im dritten Quartal um 38,5 %. Seine Jahresziele bestätigte der Konzern dennoch, ebenso wie die Porsche AG, die mit einem starken Barmittelzufluss überraschte. EU und China vereinbarten eine Drosselung chinesischer Hybridauto-Exporte in die EU.
In Industrie und Chemie dominierten Prognoseanhebungen. BASF erhöhte das Ziel für das bereinigte EBITDA auf 7,4 bis 7,8 Mrd. EUR. Dem nachgebesserten Übernahmeangebot über 11 Mrd. EUR für Evonik drohte dort eine Ablehnung. Salzgitter hob die Gewinnprognose erneut an. Unter den Chipausrüstern übertraf ASM International mit 52 % Bruttomarge die Erwartungen, während SUSS MicroTec die Prognose senkte. Infineon (Aktuelle Analyse) baute in Villach die weltweit erste Hochvolumenfertigung von Galliumnitrid-Chips auf 300-mm-Wafern auf, gefördert mit 319 Mio. EUR aus dem Chips Act. Airbus bestätigte die Jahresziele trotz eines um 9 % gesunkenen bereinigten EBIT im Quartal.
In der Pharmabranche hob Novartis die Ergebnisprognose an, während GSK stark rückläufige Impfstoffumsätze meldete. Bayer verzeichnete positive Studiendaten zum Prostatakrebsmittel Nubeqa, eine Zulassung für Asundexian in China und ein Juryurteil zu seinen Gunsten im Glyphosat-Komplex. Adidas bestätigte die angehobene Prognose. Vonovia senkte wegen höherer Finanzierungskosten mehrere Ziele und fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit März 2014.
USA
Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Pentair | +19,82 % |
| Vertiv Holdings Co. | +19,65 % |
| Carvana Co. | +18,13 % |
| -36,41 % | |
| ServiceNow | -33,87 % |
| Alnylam Pharmaceuticals | -26,35 % |
Der KI-Boom zeigte beide Seiten. Anthropic beantragte ein Nasdaq-Listing und legte einen Halbjahresumsatz von 16,3 Mrd. USD bei einem Nettoverlust von rund 80,7 Mrd. USD offen. Microsoft übertraf mit 92,3 Mrd. USD Umsatz und 48 % Azure-Wachstum die Erwartungen und plante Investitionen von rund 170 Mrd. USD. Bei Alphabet sank der Nettogewinn dagegen um 25 %, belastet von einem Bewertungsverlust über 8,7 Mrd. USD. Steigende KI-Investitionen drückten den Free Cashflow ins Minus. ServiceNow und Fortinet brachen nach schwachen Ausblicken ein, Intel enttäuschte mit der Umsatzprognose für das Schlussquartal. Amazon (Aktuelle Analyse) stellte nach 39,3 % AWS-Wachstum für die Cloud bis 2028 jährlich mehr als 40 % Wachstum in Aussicht. Bei Marvell stand eine mögliche Übernahme von Lumentum per Aktientausch zur Verhandlung.
Außerhalb des Technologiesektors lieferten viele Konzerne solide Ergebnisse. Coca-Cola, UPS und PayPal hoben ihre Jahresziele an; Visa und Mastercard übertrafen die Erwartungen. Caterpillar steigerte den Umsatz um 17 % auf 20,7 Mrd. USD. Boeing verringerte den Quartalsverlust deutlich, verfehlte aber das Produktionsziel für die 737 und fiel auf den tiefsten Stand seit April 2025.
Der hohe Ölpreis stützte die Energiekonzerne: Chevron (Aktuelle Analyse) verdreifachte den Gewinn auf knapp 9,9 Mrd. USD, während ExxonMobil (Aktuelle Analyse) ihn auf 15,4 Mrd. USD steigerte und Investitionen von mehr als 100 Mrd. USD ankündigte. AbbVie (Aktuelle Analyse) übertraf die Schätzungen und hob die Prognose an. Auch Cboe Global Markets (Aktuelle Analyse) lag über dem Konsens.
Ausblick auf die neue Woche
Die Berichtssaison der Technologiewerte geht weiter: Am Montag legen Apple und Palantir Zahlen vor, am Dienstag AMD, am Mittwoch Arm und Qualcomm. Konjunkturell steht am Montag der ISM-Index Industrie an, erwartet werden 54,7 Punkte. Am Mittwoch folgt die Inflationsrate der Eurozone für Oktober mit erwarteten 3,9 % bei einer Kernrate von 2,6 %. Am Donnerstag steht der Zinsentscheid der Bank of England an, erwartet wird ein Leitzins von 4 %. Den Abschluss bildet am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht mit erwarteten 65.000 neuen Stellen und einer Arbeitslosenquote von 4,2 %.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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