ABBVIE: Zwei Mittel treiben das Wachstum – die Abhängigkeit steigt
- Lesezeichen für Artikel anlegen
- Artikel Url in die Zwischenablage kopieren
- Artikel per Mail weiterleiten
- Artikel auf X teilen
- Artikel auf WhatsApp teilen
- Ausdrucken oder als PDF speichern
Erwähnte Instrumente
- VerkaufenKaufen
Schnell. Sicher. Direkt.Trading über stock3 war noch nie so einfach.
Mehr erfahren Nein, danke
Der Abschied von Humira bremst AbbVie kaum noch: Skyrizi und Rinvoq wachsen jeweils um mehr als 22 % und heben den Pharmakonzern über die Analystenerwartungen. Beim Gewinnsprung hilft allerdings eine deutlich niedrigere Steuerquote, während Onkologie und Ästhetik kaum vorankommen.
| ✦ Auf einen Blick |
|---|
|
• Der Umsatz steigt um 10,3 % auf 17,40 Mrd. USD und liegt über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 17,32 Mrd. USD. • Das bereinigte verwässerte EPS steigt von 1,86 USD auf 3,82 USD, der Konsens lag bei 3,73 USD. • Skyrizi wächst um 22,7 % auf 5,78 Mrd. USD und Rinvoq um 23,9 % auf 2,71 Mrd. USD, während Humira um 31,2 % zurückgeht. • AbbVie hebt die Prognose für das bereinigte verwässerte EPS 2026 von 13,76 bis 13,96 USD auf 13,95 bis 13,99 USD an. • Die Quartalsdividende steigt um 5,2 % auf 1,82 USD. |
AbbVie steigert den Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 10,3 % auf 17,40 Mrd. USD, währungsbereinigt beträgt das Plus 10,5 %. Damit liegt der Konzern knapp über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 17,32 Mrd. USD.
Beim Gewinn fällt der Vorsprung gegenüber den Erwartungen größer aus. Das bereinigte verwässerte EPS, die für die Bewertung maßgebliche Größe, klettert von 1,86 USD auf 3,82 USD und übertrifft den Konsens von 3,73 USD. Nach GAAP steigt das verwässerte EPS von 0,10 USD auf 2,37 USD; die bereinigte operative Marge erreicht 48,7 %. Die Aktie notiert in einer ersten vorbörslichen Indikation rund 4,2 % tiefer.
Die Verdopplung des bereinigten Gewinns ist allerdings mit Vorsicht zu lesen. Während Aufwendungen für zugekaufte Forschungsprojekte und Meilensteinzahlungen das EPS im Vorjahresquartal um 1,50 USD drückten, beträgt die Belastung diesmal nur 0,11 USD. Hinzu kommt der Rückgang der bereinigten Steuerquote von 24,5 % auf 13,6 %. Ohne diese beiden Effekte wäre der Gewinnanstieg deutlich flacher ausgefallen. Das operative Fundament bleibt dennoch stark: Zweistelliges Umsatzwachstum bei einer bereinigten Bruttomarge von 85,1 % zeigt, wie profitabel das Kerngeschäft arbeitet.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von AbbVie. (Quelle: Unternehmensangaben)
Die Immunologie wächst über Humira hinweg
Das Immunologie-Portfolio legt um 16,3 % auf 9,17 Mrd. USD zu. Skyrizi wächst um 22,7 % auf 5,78 Mrd. USD, Rinvoq um 23,9 % auf 2,71 Mrd. USD. Zusammen stehen beide Mittel für fast die Hälfte des Konzernumsatzes. Der Rückgang von Humira um 31,2 % auf 683 Mio. USD wird damit um ein Vielfaches ausgeglichen. Auch die Neurowissenschaften wachsen mit einem Plus von 19,4 % auf 3,39 Mrd. USD kräftig, getragen von Vraylar, den Migränemitteln Ubrelvy und Qulipta sowie Vyalev.
Die Kehrseite ist eine wachsende Abhängigkeit von wenigen Produkten. Das Management arbeitet erkennbar daran, die Basis zu verbreitern: Mit Apogee Therapeutics kommen weitere Immunologie-Kandidaten gegen Neurodermitis und Asthma ins Haus. Für Skyrizi gibt es zudem in den USA eine zusätzliche Zulassung zur subkutanen Einleitungstherapie bei Morbus Crohn.
Onkologie und Ästhetik kommen nicht vom Fleck
Die Onkologie wächst nur um 0,8 % auf 1,70 Mrd. USD, weil der Einbruch bei Imbruvica um 26,1 % die Zuwächse von Venclexta und Elahere weitgehend aufzehrt. Das Ästhetikgeschäft schrumpft sogar um 1,4 % auf 1,18 Mrd. USD, belastet vom Hautfüller Juvederm mit einem Minus von 11,9 %.
In der Krebssparte stehen mit dem Zulassungsantrag für etentamig beim Multiplen Myelom und positiven Phase-3-Daten für Epkinly immerhin Nachfolgekandidaten bereit. In der Ästhetik ruht die Hoffnung vorerst auf einer weiteren Indikation für Botox Cosmetic, deren Antrag die FDA zur Prüfung angenommen hat.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Die Prognoseanhebung ist mehr als eine Formsache, fällt aber schmal aus. AbbVie hebt die Spanne für das bereinigte verwässerte EPS 2026 von 13,76 bis 13,96 USD auf 13,95 bis 13,99 USD an. Darin steckt eine Belastung von 0,69 USD je Aktie durch zugekaufte Forschungsprojekte und Meilensteinzahlungen bis Ende September. Mögliche weitere Aufwendungen dieser Art im Schlussquartal sind nicht eingerechnet. Die neue Spanne liegt über der durchschnittlichen Analystenschätzung von 13,91 USD, doch das obere Ende rückt nur um 0,03 USD vor. Im Kern reicht das Management das über den Erwartungen liegende dritte Quartal durch und engt die Spanne ein.
Konzernchef Robert A. Michael zeigt sich dennoch betont zuversichtlich: Er verweist auf einen starken Ausblick und erhebliches Momentum und erhöht die Quartalsdividende um 5,2 % auf 1,82 USD. Die Wachstumsdynamik stützt diese Zuversicht. Seit vier Quartalen bewegt sich das Umsatzwachstum zwischen 10 % und 12,4 %; mit 10,3 % bleibt das aktuelle Quartal im Rahmen dieses Tempos.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 61,16 Mrd. USD | 67,58 Mrd. USD | 73,53 Mrd. USD |
| EPS | 10,00 USD | 13,91 USD | 16,30 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 bereinigt (Summe der Quartale)
Fazit: Das Umsatzplus von 10,3 % zeigt die Stärke von Skyrizi und Rinvoq, die AbbVie bei Umsatz und Gewinn über die Erwartungen heben und die erneut angehobene Gewinnprognose tragen. Deren oberes Ende steigt allerdings nur um 0,03 USD. Hinzu kommen die gesunkene Steuerquote, die den Gewinnsprung begünstigt, und stagnierende Onkologie- und Ästhetiksparten. Auf Basis der Analystenschätzungen ergibt sich ein KGV von 20,9 für 2026 und 17,8 für 2027, dem ein erwartetes Gewinnwachstum von 18 % gegenübersteht. Die Tendenz zur Aktie bleibt freundlich; ihre Perspektive hängt mehr denn je an Skyrizi und Rinvoq.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
Passende Produkte
| WKN | Long/Short | KO | Hebel | Laufzeit | Bid | Ask |
|---|


