Weekend-Flash: Ölpreis über 100 Dollar – EZB reagiert mit Zinserhöhung
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Die Eskalation im Nahen Osten trieb den Ölpreis erstmals seit Ende Juli über die 100-Dollar-Marke und entfachte die Inflationsdebatte neu. Die EZB reagierte mit einer Zinserhöhung in einer Sondersitzung, die Anleiherenditen zogen auf Mehrjahreshochs an. Aktien gaben auf breiter Front nach, erst am Freitag sorgten der nachgebende Ölpreis und starke Cloud-Zahlen von Oracle für Entlastung.
Wochenrückblick
Der rote Faden dieser Handelswoche war der Energiepreis. Gefechte an der Straße von Hormus und im Roten Meer, Huthi-Angriffe auf saudische Energieinfrastruktur und ein Rückgang der Passagen durch die Meerenge um 28 % ließen Brent am Mittwoch erstmals seit dem 24. Juli über 100 USD springen; am Donnerstag folgte ein Mehrmonatshoch. Mit einem Wochenschluss von 104,61 USD und einem Plus von 8,65 % war Öl der mit Abstand auffälligste Basiswert der Woche. Parallel kletterten die europäischen Gaspreise auf 79 EUR je MWh, den höchsten Stand seit Ende 2022.
Die Notenbankseite lieferte die zweite Zäsur: Die EZB hob ihre Leitzinsen in einer Sondersitzung in Berlin um 25 Basispunkte an, der Hauptsatz liegt nun bei 2,65 %, der Einlagensatz bei 2,50 %. Begründet wurde der Schritt mit dem Inflationsdruck aus dem Nahost-Konflikt, die Inflationsprognose stieg auf 3,0 % für 2026. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zog auf 3,50 % an, 30-jährige US-Staatsanleihen erreichten mit 5,34 % den höchsten Stand seit Juni 2007.
Aus den USA kamen am Freitag gemischte Signale: Die Jahresteuerung verharrte bei 3,4 %, im Monatsvergleich zog sie von 0,1 auf 0,4 % an, und die Kernrate stieg mit 0,3 % zum Vormonat stärker als die erwarteten 0,2 %. Das Verbrauchervertrauen der University of Michigan brach auf 47,8 Punkte ein, erwartet worden waren 51, während die einjährigen Inflationserwartungen auf 4,6 % sprangen. Der Markt preiste daraufhin eine Wahrscheinlichkeit von 85 % für eine Fed-Zinserhöhung am 15./16. September ein. Die Woche hatte am Montag mit dem Labor-Day-Feiertag und geschlossenen US-Börsen begonnen.
Unter diesen Vorzeichen kamen die Aktienmärkte kaum vom Fleck. Der DAX gab auf Wochensicht 1,94 % auf 25.554,5 Punkte ab und traf es damit härter als die Wall Street, wo Dow Jones (-1,57 % auf 52.573,29 Punkte), S&P 500 (-0,80 % auf 7.656,98 Punkte) und Nasdaq 100 (-0,59 % auf 29.368,44 Punkte) die Verluste dank der Tech-Erholung am Freitag begrenzten.
Bei den übrigen Basiswerten dominierten die gestiegenen Renditen: Gold verbilligte sich um 1,51 % auf 4.408,9 USD, Bitcoin verlor 3,10 % auf 77.208,55 USD, nachdem die Zinserwartungen an die Fed nach oben gelaufen waren. Am Devisenmarkt blieb es ruhig, EUR/USD ging mit 1,16 und einem Minus von 0,12 % nahezu unverändert ins Wochenende.
Europa
Tops & Flops Europa — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Nordex | +7,01 % |
| AIXTRON | +3,92 % |
| SMA Solar Technology | +3,81 % |
| flatexDEGIRO | -12,12 % |
| PUMA | -9,31 % |
| ATOSS Software | -9,25 % |
Die Woche begann mit einer Chip-Rally: Nach freundlichen Vorgaben aus den USA und Asien zogen die Halbleiterwerte breit an. Infineon profitierte von einer Warburg-Hochstufung auf Buy mit Kursziel 84 EUR, bevor Morgan Stanley den Wert zwei Tage später auf Equal-weight zurücknahm. AIXTRON kam mit einem Wochenplus von 3,92 % ins Ziel, getragen von KI-Nachfrage und positiven UBS-Prognosen für den Halbleitermarkt. Nordex gewann auf Wochensicht 7,01 %, nachdem binnen zweier Tage Bank of America und Citigroup die Aktie auf Buy hochstuften.
Belastend wirkten dagegen Pharma- und Rohstoffwerte. Novartis verfehlte binnen einer Woche gleich mehrfach primäre Studienendpunkte, zuletzt mit Del-desiran gegen Myotone Dystrophie Typ 1. Nach der EZB-Entscheidung verlor der Stoxx Europe 600 Basic Resources 3,7 %, im Sog einbrechender Metallpreise gaben Salzgitter, Aurubis, Rio Tinto und Glencore nach. Die zuvor stark gelaufenen Rüstungswerte um Rheinmetall (Aktuelle Analyse) , Hensoldt und Renk korrigierten, Händler verwiesen auf hohe Bewertungen.
Bei den Unternehmens-Storys stand Volkswagen im Zentrum: Der Aufsichtsrat beschloss einen Zukunftsplan mit 9 Mio. Fahrzeugen Jahresproduktion und 9 % operativer Umsatzrendite, laut Spiegel kalkuliert der Konzern für Stellenabbau und mögliche Werksschließungen bis 2030 mit bis zu 16 Mrd. EUR. PUMA verlor 9,31 % auf Wochensicht, nachdem Vertriebsvorstand Bäumer ging und eine Personalie für das Europageschäft platzte. flatexDEGIRO büßte 12,12 % ein, nachdem Aufsichtsratschef Hans-Hermann Lotter sein Amt mit sofortiger Wirkung niederlegte.
Daneben kündigte GSK die Schließung des Dresdner Impfstoffstandorts mit rund 650 Beschäftigten bis 2028 an, Intesa Sanpaolo erhielt grünes Licht für die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Monte-dei-Paschi-Angebots, und beim Berliner Ringen um die Commerzbank pochten Bund und Hessen auf Sitz und Vorstand in Frankfurt.
USA
Tops & Flops USA — Wochensicht (L&S)
| Wert | Woche |
|---|---|
| Hewlett Packard Enterprise Co. | +19,40 % |
| Skyworks Solutions | +19,36 % |
| Ciena | +8,89 % |
| Cooper Companies | -22,53 % |
| Casey's General Stores | -18,60 % |
| FactSet Research Systems | -13,99 % |
Die US-Seite lebte von der Technologie. Meta Platforms setzte mit dem KI-Assistenten "Muse", der binnen 24 Stunden auf Platz 4 im App Store kletterte, den stärksten Einzelimpuls und strahlte auf AMD, Micron und Marvell aus. Qualcomm (Aktuelle Analyse) vereinbarte mit Amazon eine mehrjährige Partnerschaft für kundenspezifische KI-Rechenzentrums-Chips, während Intel von einer Hochstufung durch Northland Securities und Berichten über CPU-Preiserhöhungen profitierte.
Zum Wochenschluss übertraf Oracle mit rund 30 % Wachstum bei den Cloud-Infrastrukturumsätzen die Schätzungen, während die verhaltene Jahresprognose den Kurs bremste. Dell profitierte von einer Coverage-Aufnahme mit Outperform und Kursziel 640 USD, Adobe (Aktuelle Analyse) enttäuschte dagegen mit einer vorsichtigen Umsatzprognose.
Abseits der Tech-Schlagzeilen dominierten Sondersituationen. Cooper Companies verlor auf Wochensicht 22,53 % und setzte damit den Kurseinbruch nach enttäuschenden Quartalszahlen und gesenkter Jahresprognose fort, begleitet von einer Abstufung der Bank of America auf Neutral. Casey's General Stores gab 18,60 % ab, nachdem der bestätigte Jahresausblick und ein schwächeres Wachstum im Ladengeschäft enttäuschten. Boston Scientific meldete einen Cyberangriff mit Störungen in Produktion und Versand, GE Aerospace baute mit der 11,75 Mrd. USD schweren Übernahme von Consolidated Precision Products die Fertigungstiefe aus. Im Einzelhandel übertrafen Macy's und Kroger die Gewinnerwartungen, überzeugten die Anleger aber nicht.
Ausblick auf die neue Woche
Im Zentrum steht der Fed-Zinsentscheid am Mittwoch, für den der Markt nach den jüngsten Inflations- und Stimmungsdaten mehrheitlich eine Anhebung auf 4 % erwartet. Bereits am Montag äußert sich EZB-Präsidentin Lagarde, weitere Auftritte folgen am Mittwoch und Freitag. Am Donnerstag stehen die Verbraucherpreise der Eurozone für August auf der Agenda, am Freitag entscheidet die Bank of Japan über ihren Leitzins, erwartet werden 1,25 %, flankiert von der anschließenden Pressekonferenz sowie den japanischen Verbraucherpreisen am Donnerstag mit einer erwarteten Jahresrate von 2,1 %. Zum Wochenauftakt kommt zudem die kanadische Kerninflation mit erwarteten 2,3 %.
Auf der Unternehmensseite bleibt der Kalender überschaubar: Lennar legt am Mittwoch Zahlen vor, FedEx folgt am Donnerstag. Beide gelten als Konjunkturbarometer, der Hausbauer für den zinssensiblen US-Immobilienmarkt, der Logistiker für die globalen Warenströme. Im Fokus dürfte darüber hinaus stehen, ob der Ölpreis seinen Rückgang vom Freitag fortsetzt und damit den Inflationsdruck weiter dämpft.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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