Kommentar
13:10 Uhr, 26.06.2026

Warum ist der Ölpreis nicht viel weiter gestiegen?

Als die Straße von Hormus blockiert wurde, erwarteten Analysten einen historischen Preisanstieg, weit höher als die tatsächlich erreichten 120 USD pro Barrel. Der globale Kollaps blieb allerdings aus. Der Grund liegt wohl in Pekings undurchsichtigen Rohstoffreserven und einem möglichen Deal mit Washington.

Der physische Verlust von netto 13 Mio. Barrel Rohöl pro Tag hätte die Weltwirtschaft eigentlich in eine Rezession stürzen müssen. Monatelang zirkulierten makroökonomische Modelle, die bei einer Blockade der Straße von Hormus einen Anstieg der Brent-Notierungen auf 150 bis 200 USD pro Barrel voraussagten. Das ist jener Bereich, an dem die rein preisgetriebene Nachfragezerstörung ("Demand Destruction") einsetzt. Dieses von Analysten gefürchtete Extremszenario trat nicht ein. Der Markt hat den größten Angebotsschock der Geschichte relativ geräuschlos absorbiert. Nun notiert Brent-Rohöl unterhalb der Marke von 73 USD. Der Preis liegt damit auf dem Niveau des Vorabends des militärischen Konflikts. Die Ursache für diese Lücke zwischen Modell und Realitä? Womöglich eine verdeckte Intervention der Volksrepublik China.

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