Kommentar
15:59 Uhr, 01.07.2026

Warsh und Lagarde lassen sich weniger in die Karten blicken

Auf dem EZB-Notenbankforum haben Fed-Chef Kevin Warsh und EZB-Präsidentin Christine Lagarde zusammen mit den Notenbankchefs aus Großbritannien und Kanada über die aktuelle Geldpolitik diskutiert.

Beim Notenbankforum der Europäischen Zentralbank (EZB) im portugiesischen Sintra haben sich die weltweit wichtigsten Zentralbanker bei einer Podiumsdiskussion zur geldpolitischen Lage geäußert.

Auf die Frage, warum die Leitzinsen beim letzten Zinsentscheid angehoben worden seien, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde, dass man die idealen Voraussetzungen dafür gehabt habe. Die Inflationserwartungen, die Kerninflation und die zugrundeliegende Inflation seien gestiegen und das EZB-Inflationsziel werde den Prognosen zufolge erst 2028 wieder erreicht, sagte Lagarde. Angesichts dieser Rahmenbedingungen sei die Entscheidung zur Zinserhöhung offensichtlich gewesen und einstimmig getroffen worden. Inzwischen seien die Risiken aber besser ausgeglichen als vor einigen Wochen

Sowohl EZB-Präsidentin Christine Lagarde als auch Fed-Chef Kevin Warsh äußerten sich skeptisch zur sogenannten Forward Guidance, also der Ankündigung künftiger Zinsänderungen. Wenn sie etwas bereue, dann sei es, dass sie in der Vergangenheit durch die eigene Forward Guidance eingeengt worden sei, sagte Lagarde. Statt der Forward Guidance wolle man lieber die Reaktionsfunktion der geldpolitischen Entscheidungen erläutern. Fed-Chef Kevin Warsh begrüßte diese Äußerungen Lagardes ausdrücklich und betonte, dass er keine Forward Guidance abgeben werde. Den von ihm kritisierten Dot Plot werde es zumindest noch kurze Zeit geben, sagte Warsh. Eine der von ihm eingesetzten Task Forces werde sich mit der Frage beschäftigen.

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