Waffenruhe im Iran wackelt – Bitcoin dreht ins Minus
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Nach der gestrigen Rallye infolge der angekündigten Waffenruhe zwischen den USA und Iran gibt Bitcoin am Donnerstag wieder nach. Die größte Kryptowährung fällt auf rund 71.000 US-Dollar und liegt damit knapp 1 Prozent im Minus. Ethereum fiel um rund 3 Prozent auf 2.180 US-Dollar. SOL gab um 3 Prozent auf 82 US-Dollar nach, XRP verlor 3 Prozent auf 1,33 US-Dollar. Die größten Verlierer Algorand und edgeX notieren mehr als 10 Prozent im Minus.
Ende der Waffenruhe?
Auslöser für den leichten Rücksetzer ist, dass die Hoffnung auf eine schnelle und nachhaltige Entspannung im Nahen Osten bereits wieder schwindet. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, drei Punkte des Abkommens seien verletzt worden.
Wegen der fortgesetzten Angriffe der israelischen Armee auf die proiranische Hisbollah im Libanon sieht Iran offenbar von der in der Waffenruhe zugesagten Wiederöffnung der Straße von Hormus ab. Die iranische Hafenbehörde warnte Schiffe davor, die Meerenge ohne vorherige Abstimmung mit der Revolutionsgarde zu durchqueren. Trotz Irans Ankündigung, einen “koordinierten” Transit zuzulassen, ist das Tankeraufkommen bislang minimal.
Am Ölmarkt setzte daraufhin eine Gegenbewegung ein. Brent verteuerte sich um 2 Prozent auf rund 97 US-Dollar, nachdem der Preis am Mittwoch noch um gut 10 Prozent eingebrochen war. An den klassischen Märkten setzte ebenfalls Ernüchterung ein. Der MSCI Asia Pacific Index verlor 1 Prozent, nachdem er am Mittwoch noch den stärksten Anstieg seit einem Jahr verzeichnet hatte. Futures auf den S&P 500 sowie auf europäische Indizes deuteten zuletzt auf ein Minus von jeweils 0,2 Prozent hin.
Bitcoin weiter in Handelsspanne
Für Bitcoin bleibt das übergeordnete Kursbild dennoch konstruktiv. Der Sprung von 67.000 auf zwischenzeitlich 72.700 US-Dollar nach Verkündung der Waffenruhe und die anschließende Stabilisierung oberhalb von 70.000 US-Dollar markieren die bislang stärkste Kursreaktion seit Beginn der Eskalation vor sechs Wochen. Die Handelsspanne zwischen 65.000 und 73.000 US-Dollar, die den Markt seit Ende Februar prägt, bleibt damit weiter bestehen.
Für Aufhorchen sorgte derweil gestern ein Kommentar von Hamid Hosseini, einem Sprecher des iranischen Verbandes der Exporteure von Öl, Gas und petrochemischen Produkten, wonach der Iran nicht nur Mautgebühren von Öltankern verlangen wird, die die Straße von Hormus passieren, sondern dass die Zahlungen auch in Bitcoin erfolgen sollen, “um sicherzustellen, dass sie aufgrund von Sanktionen nicht zurückverfolgt oder beschlagnahmt werden können”.
Abgesehen vom Konflikt im Nahen Osten blicken Anleger heute vor allem auf die anstehenden finalen Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt sowie die PCE-Kerninflation. Am morgigen Freitag rücken dann die neuen US-Verbraucherpreisdaten (CPI) in den Fokus der Märkte.
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