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10:53 Uhr, 28.10.2015

Volkswagen-Aktien legen nach Milliardenverlust kräftig zu

Wegen des Abgas-Skandals verbucht Volkswagen den ersten Quartalsverlust seit mehr als 20 Jahren. Die Vorzugsaktien legen trotzdem deutlich zu und setzen sich an die DAX-Spitze.

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Der Volkswagen-Konzern hat wegen des Abgas-Skandals im dritten Quartal 2015 einen Milliardenverlust verbucht und die Ziele für das Gesamtjahr heruntergeschraubt.

Das operative Ergebnis im dritten Quartal verschlechterte sich von plus 3,230 Milliarden Euro auf minus 3,479 Milliarden Euro, wie Volkswagen am Mittwoch mitteilte. Damit fiel der operative Verlust noch etwas größer als erwartet aus. Nach Steuern belief sich der Verlust auf 1,673 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von 2,971 Milliarden Euro verbucht worden war. Es handelte sich um den ersten Quartalsverlust seit mindestens 20 Jahren. Der Umsatz erhöhte sich von 48,910 auf 51,487 Milliarden Euro.

Für die Folgen des Skandals bildete Volkswagen Rückstellungen in Höhe von 6,7 Milliarden Euro, die im Wesentlichen für den Milliardenverlust verantwortlich sind. Im vierten Quartal müssen aber nach Einschätzung der Analysten noch deutlich größere Rückstellungen vorgenommen werden, um die ganze Tragweite des Skandals abzubilden. So wurden im dritten Quartal nur Rückstellungen für den Massenrückruf gebildet, aber noch keine Rückstellungen für mögliche juristische Folgen des Skandals wie Schadensersatzforderungen. Im dritten Quartal profitierte Volkswagen zudem von einem positiven Sondereffekt in Höhe von 1,5 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Suzuki-Beteiligung. Auf das operative Geschäft hatte der Abgas-Skandal im dritten Quartal noch keine deutlichen Auswirkungen.

„Wir werden alles daran setzen, verlorengegangenes Vertrauen wiederzugewinnen“, betonte der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller.

Die Ziele für das Gesamtjahr wurden von Volkswagen deutlich heruntergeschraubt. Zwar wird wie bisher eine operative Marge von 5,5 bis 6,5 Prozent angepeilt, doch dieses Ziel soll jetzt nur noch vor Sondereinflüssen gelten. Bisher war die Prognose auf das Ergebnis nach Sondereinflüssen bezogen worden. Die Sondereinflüsse dürften im Gesamtjahr mit negativen Beträgen in Milliardenhöhe zu Buche schlagen. Unbereinigt wird das EBIT deutlich unter dem Vorjahresniveau erwartet. Volkswagen rechnet allerdings unverändert mit einem Umsatzwachstum von bis zu 4% und einem Absatz auf Vorjahresniveau.

Die Volkswagen-Vorzugsaktien können sich trotz des Milliardenverlusts an die DAX-Spitze setzen. Der Markt hatte wegen des Abgas-Skandals mit noch schlechteren Zahlen gerechnet.

Eine aktuelle Chartanalyse zu Volkswagen finden Sie hier!

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Über den Experten

Oliver Baron
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Experte für Anlagestrategien

Oliver Baron ist Finanzjournalist und seit 2007 als Experte für stock3 tätig. Er beschäftigt sich intensiv mit Anlagestrategien, der Fundamentalanalyse von Unternehmen und Märkten sowie der langfristigen Geldanlage mit Aktien und ETFs. An der Börse fasziniert Oliver Baron besonders das freie Spiel der Marktkräfte, das dazu führt, dass der Markt niemals vollständig vorhersagbar ist. Der Aktienmarkt ermöglicht es jedem, sich am wirtschaftlichen Erfolg der besten Unternehmen der Welt zu beteiligen und so langfristig Vermögen aufzubauen. In seinen Artikeln geht Oliver Baron u. a. der Frage nach, mit welchen Strategien und Produkten Privatanleger ihren Börsenerfolg langfristig maximieren können.

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