Analyse
13:15 Uhr, 27.03.2026

Verdient dieses Unternehmen bald mehr als die aktuelle Marktkapitalisierung?

Die GRAMMER AG hat im Geschäftsjahr 2025 bei rückläufigen Erlösen ihre Ertragskraft signifikant verbessert. Der Umsatz sank auf 1,82 Mrd. EUR nach 1,92 Mrd. EUR im Vorjahr. Gleichzeitig legte das operative EBIT deutlich auf 75,1 Mio. EUR zu, nach 41,6 Mio. EUR im Vorjahr.

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  • GRAMMER AG - WKN: 589540 - ISIN: DE0005895403 - Kurs: 6,850 € (XETRA)

Die operative Marge verbesserte sich entsprechend auf 4,1 % nach 2,2 %. Das berichtete EBIT erreichte 69,1 Mio. EUR, ein massiver Anstieg gegenüber 8,1 Mio. EUR im Vorjahr. Auch der Free Cashflow drehte mit 39,1 Mio. EUR klar ins Positive, nach –18,9 Mio. EUR im Jahr zuvor.

Restrukturierung treibt Ergebniswende

Der Ergebnisanstieg ist maßgeblich auf das konzernweite "Top 10“-Maßnahmenprogramm zurückzuführen. GRAMMER hat insbesondere in den Regionen EMEA und AMERICAS Kapazitäten angepasst, die Kostenbasis gestrafft und administrative Funktionen gebündelt. Eine zentrale Rolle spielte dabei der Ausbau des Business Centers im serbischen Niš, das Effizienzgewinne in der Verwaltung ermöglicht.


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Parallel dazu hat der Konzern sein Portfolio geschärft. In Nordamerika wurden nicht-strategische Beteiligungen veräußert und eine US-Gesellschaft abgewickelt. Diese Fokussierung auf das Kerngeschäft zeigt nun Wirkung in der Ergebnisqualität. Das Vorsteuerergebnis verbesserte sich auf 32,5 Mio. EUR nach einem Verlust von –23,7 Mio. EUR im Vorjahr, unter dem Strich blieb ein Gewinn von 23,5 Mio. EUR.

Während das Marktumfeld insgesamt schwach blieb, zeigte sich regional ein differenziertes Bild. In EMEA konnte GRAMMER gegen den Trend wachsen: Der Umsatz legte um 2,4 % auf 1,07 Mrd. EUR zu. Besonders bemerkenswert ist die deutliche Margenverbesserung auf 5,9 %, was die Wirksamkeit der Restrukturierung unterstreicht.

In Asien hingegen belastete die schwache Nachfrage internationaler OEMs das Geschäft. Der Umsatz in APAC sank um 11,1 % auf 477,3 Mio. EUR. Dennoch gelang es, die operative Marge leicht auf 9,1 % zu steigern, getragen von einem robusten Nutzfahrzeuggeschäft.

Am stärksten unter Druck stand die Region AMERICAS. Hier brach der Umsatz um 19,1 % auf 316,9 Mio. EUR ein. Belastend wirkten auslaufende Modellreihen und schwächere Abrufe. Das operative EBIT blieb mit –14,7 Mio. EUR negativ, wenn auch leicht verbessert gegenüber dem Vorjahr.

Blick nach vorn: Wachstum und Margenausbau

Für 2026 stellt das Management eine leichte Erholung in Aussicht. Der Umsatz soll auf rund 1,9 Mrd. EUR steigen, während das operative EBIT auf etwa 80 Mio. EUR zulegen dürfte. Treiber sind vor allem das wachsende Automobilgeschäft in China sowie neue Projekte in Nordamerika.

Ambitionierter fällt die Mittelfristplanung aus: Bis 2028 peilt GRAMMER einen Umsatz von rund 2,5 Mrd. EUR und eine operative EBIT-Marge von über 5 % an. Grundlage dafür sind die nun etablierten effizienteren Strukturen sowie eine stärkere Fokussierung auf wachstumsstarke Märkte.

Da GRAMMER aktuell nur rund 100 Mio. EUR auf die Börsenwaage bringt, würde das Unternehmen folglich 2028 mit 125 Mio. EUR mehr operativen Gewinn erwirtschaften als die aktuelle Marktkapitalisierung. Doch es gibt einen großen Haken. GRAMMER weist zum Jahresende eine Nettoverschuldung von 476 Mio. EUR aus.

Diese muss natürlich berücksichtigt werden. Damit beläuft sich der Unternehmenswert also auf nahezu 600 Mio. EUR. Rechnen wir die Sache dann durch, sieht die Lage schon ganz anders aus. Die Bewertung läge dann beim fünffachen EBIT. Damit bewegt man sich auf dem Niveau anderer Autozulieferer. Zudem weiß man nicht, was der chinesische Großaktionär plant. Dieser hält bereits 86 % der Aktien. Ein erneutes Angebot ist hier jederzeit möglich.

Fazit: Die Zahlen zeigen eine klare operative Trendwende! GRAMMER gelingt es, trotz schwieriger Märkte die Profitabilität deutlich zu steigern und den Cashflow zu stabilisieren. Der Umbau greift sichtbar. Aber die Bilanz stimmt nicht wirklich optimistisch. Hier gibt es noch viel zu tun. Operativ schaut es also gut aus, jetzt gilt es handwerklich die Bilanz zu verbessern. Ein Prozess den nur geduldige Anleger begleiten sollten.

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Jahr 2025 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. EUR 1,82 1,90 2,10
Ergebnis je Aktie in EUR 1,40 1,60 1,90
KGV 5 4 4
Dividende je Aktie in EUR 0,00 0,00 0,00
Dividendenrendite 0,00% 0,00% 0,00%

*e = erwartet, Berechnungen basieren bei
US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

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