Analyse

VA-Q-TEC – Umsatz stark, aber Ergebnis weiterhin schwach

Das Unternehmen liefert im zweiten Quartal ein weiterhin zweistelliges Umsatzwachstum ab, unter dem Strich bleibt bei dem Spezialisten für Kühllösungen und der TempChain-Logistik allerdings nicht viel hängen.

Erwähnte Instrumente

  • va-Q-tec AG
    ISIN: DE0006636681Kopiert
    Kursstand: 14,440 € (XETRA) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
    VerkaufenKaufen
  • va-Q-tec AG - WKN: 663668 - ISIN: DE0006636681 - Kurs: 14,440 € (XETRA)

Damit ist das zweite Quartal eine Fortsetzung des mageren ersten Quartals, zumindest aus Sicht der Profitabilität. Doch eine kleine Verbesserung gibt es bereits. Rechtfertigt das allerdings bereits fast 200 Mio. EUR Börsenwert? Wir nähern uns der Sache dieses Mal andersrum. Wie viel muss va-Q-tec verdienen, um einen Börsenwert wie aktuell zu rechtfertigen?

Umsatz wächst zweistellig

Im ersten Halbjahr weist der va-Q-tec Konzern einen Umsatz von Plus 17 Prozent ggü. dem Vorjahr aus. Im ersten Quartal waren es allerdings noch 25 % Plus. Das zweite Quartal zeigt also eine deutliche Wachstumsverlangsamung. Das EBITDA, va-Q-tec spricht sogar von starker Profitabilität, liegt mit 9,1 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Aufgrund hoher Abschreibungen bleibt allerdings unter dem Strich für Aktionäre nichts übrig. Zudem ist der freie Cashflow noch negativ, auch wenn im Gesamtjahr weiterhin ein Plus angepeilt wird.

Aus Umsatzerlösen von 55,4 Mio. EUR werden also 1,8 Mio. EUR EBIT gezogen, nach Abzug der Abschreibungen. Als Vorsteuerergebnis bleiben hingegen nur noch 0,5 Mio. EUR hängen. Die Nettoumsatzrendite liegt bei mageren 0,9 Prozent. Va-Q-tec bleibt es leider bislang schuldig zu beweisen, dass es sich hier um ein skalierbares Geschäftsmodell handelt, denn darauf basiert die hohe Bewertung. Momentan erscheint va-Q-tec hingegen eher wie ein unter Margendruck stehendes Logistikunternehmen.

Dabei zeigen die Umsätze in Großbritannien eindrucksvoll was möglich sein kann. Hier werden bei 22,4 Mio. EUR Umsatz satte 9,5 Mio. EUR EBITDA erwirtschaftet. In Deutschland hingegen kommen aus 39,3 Mio. EUR Umsatz nur 2,1 Mio. EUR EBITDA.

Eine Bewertung mit dem 10-fachen EBITDA würde ich bei va-Q-tec aktuell für angemessen halten, da die Zukunftsaussichten vielversprechend scheinen. 2023 sollen 28 Mio. EUR EBITDA geschafft werden, gehen wir nach dem aktuellen Analystenkonsens. Da der Konzern verschuldet ist, ergibt sich ein hier ein Unternehmenswert von etwa 250 Mio. EUR.

Fazit: Die Gesellschaft scheint derzeit fair bewertet zu sein. Wenn va-Q-tec unter Beweis stellt, dass man skalierbar wachsen kann, sind deutlich höhere Kurse drin. Solange dies aber nicht der Fall ist, würde ich Kurse zwischen 13 und 17 EUR für angemessen halten.

va-Q-tec AG
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Über den Experten

Sascha Gebhard
Sascha Gebhard
Redakteur

Sascha Gebhard hat nach einer klassischen Ausbildung zum Bankkaufmann im Laufe der Jahre bei verschiedenen Banken gearbeitet. Er absolvierte neben dem Beruf die Studiengänge zum Diplom-Betriebswirt (VWA) sowie den Finanz- und Investment Ökonom (VWA). Von 2008 bis 2016 war er als Eigenhändler auf eigene Rechnung an den Finanzmärkten aktiv. Weiterhin publizierte er für verschiedene Finanzverlage und schrieb zahlreiche Fachartikel rund um das Thema Börse. Die in den jeweiligen Diensten geführten Realgeld- sowie Musterdepots konnte stets überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Sein Steckenpferd ist seit jeher der deutsche Aktienmarkt, wo er bestens vernetzt ist, und eine Vielzahl an Unternehmen bereits seit mehr als 15 Jahren aktiv verfolgt. Seit 2022 ist Sascha Gebhard fester Bestandteil des Redaktionsteams von stock3.

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