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15:45 Uhr, 19.08.2011

US-Rezessionsgefahr steigt

Montag:

Das japanische Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal sequenziell (Quartal-zu-Quartal)um 0,3 Prozent gefallen. Analysten hatten im Konsens mit einem Rückgang um 0,6 Prozent gerechnet nach -0,9 Prozent im ersten Quartal.

Der New York Empire State Index ist im August auf -7,7 Punkte eingebrochen. Im Vormonat hatte der die Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe im Staat New York messende Index noch bei 3,8 Zählern notiert. Erwartet wurde aktuell ein Wert von 0,5 Punkten.

Die US-amerikanischen TIC-Daten (Treasury International Capital) weisen für Juni einen deutlichen Rückgang der internationalen Kapitalzuflüsse auf 3,7 Milliarden USD aus. Analysten hatten im Konsens mit Nettozuflüssen in langlaufende US-Wertpapiere von 30,4 Milliarden USD gerechnet. Im Mai hatten die Kapitalzuflüsse bei 23,6 Milliarden USD gelegen.

Der US-amerikanische NAHB-Immobilienmarktindex, ein von der „National Association of Home Builders" (NAHB) veröffentlichter Index zur Stimmung am US-Immobilienmarkt, notiert im August wie erwartet gegenüber dem Vormonat unverändert bei 15 Punkten.

Dienstag:

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal im Quartalsvergleich um 0,1 Prozent gestiegen. Analysten hatten im Konsens mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal hatte das Wirtschaftswachstum bei 1,3 Prozent gelegen. Auf Jahressicht ergibt sich ein Anstieg um 2,8 Prozent (kalenderbereinigt:+2,7 Prozent).

Unser Kommentar: Nachdem andere Staaten bereits seit längerem mit einem Mini-Wachstum zu kämpfen haben, ist nun auch dem Konjunkturmotor der Eurozone – Deutschland – die Puste ausgegangen. Der aktuelle 0,1%ige deutsche BIP-Anstieg signalisiert das langsamste Wachstum seit Jahresbeginn 2009. Für den weiteren Jahresverlauf kündet auch der sich zuletzt eingetrübt habende Ifo-Geschäftsklimaindex von einer Wachstumsverlangsamung. Hinzu kommt die Eskalation der Schuldenkrise in der Eurozone, die Verbraucher und Unternehmer zur Zurückhaltung bei Investitionen veranlassen könnte.

Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone hat im zweiten Quartal sequenziell um 0,2 Prozent zugelegt. Erwartet wurde im Konsens ein Plus von 0,3 Prozent, nach dem der BIP-Anstieg im ersten Quartal noch 0,8 Prozent betragen hatte. Im Jahresvergleich ergibt sich aktuell ein Wachstum von 1,7 Prozent.

Die Handelsbilanz der Eurozone weist im Juni einen Überschuss von 0,9 Milliarden EUR aus. Im Mai hatte der Aktivsaldo bei 0,2 Milliarden EUR gelegen. Die Ausfuhren sind im Juni im Monatsvergleich saisonbereinigt um 4,7 Prozent, die Einfuhren um 3,8 Prozent gesunken.

Die US-Baubeginne sind im Juni auf 604.000 gesunken. Ökonomen hatten im Konsens einen Wert von 608.000 erwartet. Der Vormonatswert wurde von 629.000 auf 613.000 nach unten revidiert.

Die US-Baugenehmigungen sind im Juli auf 597.000 zurückgegangen. Erwartet wurde im Konsens ein Wert von 605.000. Der Juni-Wert wurde von 624.000 auf 617.000 revidiert.

Die US-Importpreise sind im Juli um 0,3 Prozent gestiegen. Analysten hatten im Konsens hingegen mit einem Rückgang um 0,1 Prozent gerechnet nach -0,6 Prozent im Vormonat (revidiert von -0,5 Prozent). Die US-Exportpreise sanken im Berichtszeitraum um 0,4 Prozent nach zuvor +0,1 Prozent (Konsens: +0,2 Prozent).

Die US-Industrieproduktion ist im Juli um 0,9 Prozent im Monatsvergleich gestiegen. Erwartet wurde im Konsens ein Anstieg um 0,5 Prozent. Im Vormonat hatte die Industrieproduktion in den Vereinigten Staaten um 0,4 Prozent zugelegt (revidiert von +0,2 Prozent).

Mittwoch:

Das Defizit in der Leistungsbilanz der Eurozone hat sich im Juni auf 7,4 Milliarden EUR ausgeweitet. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem Passivsaldo von 3,6 Milliarden EUR kalkuliert. Im Vormonat Mai hatte das Leistungsbilanzdefizit bei 5,2 Milliarden EUR gelegen (revidiert von -5,6 Milliarden EUR).

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Juli auf Jahressicht wie erwartet um 2,5 Prozent gestiegen. Im Juni hatte die Teuerung auf dieser Basis 2,7 Prozent betragen. Im Monatsvergleich sind die Verbraucherpreise aktuell um 0,6 Prozent gesunken.

Die US-Erzeugerpreise sind im Juli um 0,2 Prozent gestiegen. Erwartet wurde im Konsens ein Anstieg um 0,1 Prozent. Im Monat zuvor waren die Erzeugerpreise um 0,4 Prozent gesunken.

Die US-Rohöllagerbestände sind in der letzten Woche um 4,2 Millionen Barrel angestiegen. Die Lagerbestände im Bereich der Destillate einschließlich Diesel und Heizöl nahmen um 2,4 Millionen Barrel zu. Benzin verzeichnete einen Rückgang von 3,5 Millionen Barrel. Die Prognosen gingen bei Öl von einem Rückgang von 500.000 Barrel, bei Diesel und Heizöl von einem Anstieg von 500.000 Barrel und bei Benzin von einem Rückgang von 1,2 Millionen Barrel aus.

Donnerstag:

Der Überschuss in der japanischen Handelsbilanz ist im Juli auf 72,5 Milliarden JPY gesunken – ein Minus gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum von mehr als 90 Prozent. Die Exporte gingen im Jahresvergleich um 3,3 Prozent zurück, während die Einfuhren um 9,9 Prozent anstiegen.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im zweiten Quartal 2011 um 1,4 Prozent im Jahresvergleich auf 41,0 Millionen gestiegen. Dies ist der höchste Wert in einem zweiten Quartal seit der Wiedervereinigung.

Die US-Verbraucherpreise sind im Juli um 0,5 Prozent im Monatsvergleich gestiegen. Erwartet wurde im Konsens ein Anstieg um 0,2 Prozent. Im Juni waren die Verbraucherpreise auf dieser Basis um 0,2 Prozent gefallen. Auf das Jahr gesehen lag die Teuerung bei 3,6 Prozent.

Unser Kommentar: Trotz der Tatsache, dass die USA wirtschaftlich nicht wieder auf die Beine kommen, ist die Inflationsrate im Juli deutlich gestiegen, wobei ein Großteil der Teuerung auf die im Monatsvergleich um 4,7 Prozent gestiegenen Benzinpreise zurückgeht. Aber auch in der Kernrate (exklusive Energie und Nahrungsmittel) stieg die Inflationsrate auf 1,8 Prozent im Jahresvergleich. Anders als in Europa ist Inflation in den USA jedoch kein Thema und die Federal Reserve Bank dürfte sich von den Daten kaum beeindrucken lassen. Oberste Priorität hat nicht die Geldwertstabilität, sondern die Konjunktur. Die Fed dürfte sich nicht von der angekündigten Strategie, die Nullzinspolitik noch zwei Jahre beizubehalten, abbringen lassen.

Die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in der Woche zum 13. August auf 408.000 gestiegen. Erwartet wurden 400.000 neue Anträge nach zuvor 399.000 (revidiert von 395.000).

Die US-Bestandsimmobilienverkäufe sind im Juli auf 4,67 Millionen gefallen. Analysten hatten im Konsens mit 4,99 Millionen Hausverkäufen gerechnet.Der Juni-Wert wurde auf 4,84 Millionen von zunächst gemeldeten 4,77 Millionen Einheiten nach oben revidiert.

Die US-Frühindikatoren sind im Juli um 0,5 Prozent gestiegen. Erwartet wurde im Konsens ein Wert von 0,2 Prozent. Im Vormonat war ein Plus von 0,3 Prozent verzeichnet worden.

Der Philly Fed Index ist im August auf -30,7 Punkte eingebrochen. Ökonomen hatten im Konsens mit einem Anstieg auf 4,0 Zähler gerechnet. Im Vormonat hatte der Index bei 3,2 Punkten notiert.

Unser Kommentar: Der aktuelle Einbruch des Philly Fed Index ist der drittgrößte Rückgang seit Beginn der Erhebungen. Mit -30,7 Punkten notiert der Index auf tiefstem Rezessionsniveau. Noch niedriger hatte der Indikator zuletzt im März 2009 gestanden. Nach dem deutlichen Rückgang des US-Verbrauchervertrauens im Michigan Sentiment Index in der vergangenen Woche signalisiert nun eine weiterer Indikator die aktuellen Rezessionsgefahren für die USA.

Freitag:

Der japanische Gesamtwirtschaftsindex ist im Juni wie erwartet um 2,3 Prozent gestiegen. Im Vormonat hatte das Plus bei 1,8 Prozent gelegen (revidiert von +2,0 Prozent).

Die deutschen Erzeugerpreise sind im Juli im Monatsvergleich um 0,7 Prozent gestiegen. Analysten hatten im Konsens mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Im Juni hatte die Teuerung bei 0,1 Prozent gelegen. Auf Jahressicht lag der Preisanstieg aktuell bei 5,8 Prozent nach +5,6 Prozent im Juni.

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Über den Experten

Tomke Hansmann
Tomke Hansmann
Redakteurin

Nach ihrem Studium und einer anschließenden journalistischen Ausbildung arbeitet Tomke Hansmann seit dem Jahr 2000 im Umfeld Börse, zunächst als Online-Wirtschaftsredakteurin. Nach einem kurzen Abstecher in den Printjournalismus bei einer Medien-/PR-Agentur war sie von 2004 bis 2010 als Devisenanalystin im Research bei einer Wertpapierhandelsbank beschäftigt. Seitdem ist Tomke Hansmann freiberuflich als Wirtschafts- und Börsenjournalistin für Online-Medien tätig. Ihre Schwerpunkte sind Marktberichte und -kommentare sowie News und Analysen (fundamental und charttechnisch) zu Devisen, Rohstoffen und US-Aktien.

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