US-Regierung steigt bei Quantencomputer-Firmen ein
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- IonQ - WKN: A3C4QT - ISIN: US46222L1089 - Kurs: 39,520 $ (NYSE)
- D-Wave Quantum - WKN: A3DSV9 - ISIN: US26740W1099 - Kurs: 14,860 € (XETRA)
- Rigetti Computing Inc - ISIN: US76655K1034 - Kurs: 15,200 $ (Nasdaq)
Während die beiden Unternehmen jeweils rund 100 Mio. USD für Forschung und Entwicklung erhalten sollen, hebt IonQ nach der Übernahme des Halbleiterherstellers SkyWater seine Umsatzprognose kräftig an. Somit wird der Sektor heute für Trader wieder interessant.
D-Wave erhält im Rahmen des CHIPS Act Zugriff auf bis zu 100 Mio. USD. Das Geld soll in die Weiterentwicklung der beiden Technologieplattformen des Unternehmens fließen: das bereits kommerziell eingesetzte Quantum Annealing sowie universell einsetzbare Gate-Model-Quantencomputer. Geplant sind unter anderem ein Annealing-System mit 100.000 Qubits und ein Gate-Model-System mit 10.000 physischen beziehungsweise 100 logischen Qubits. Die Auszahlung ist allerdings an Projektfortschritte und die Verfügbarkeit staatlicher Mittel gebunden.
Rigetti bekommt nach eigenen Angaben ebenfalls eine Förderzusage über 100 Mio. USD. Das Unternehmen will damit drei zentrale Engpässe lösen: die Miniaturisierung der Ausleseelektronik, den Ausbau der Kühlkapazitäten und die Fertigung stärker vernetzter Quantenchips. Diese Arbeiten sollen Rigettis Weg zu größeren und wirtschaftlich nutzbaren Systemen beschleunigen.
Ganz geschenkt bekommen die Unternehmen das Geld allerdings nicht. Das Handelsministerium erhält bei beiden Firmen eine Minderheitsbeteiligung ohne Kontrollrechte. Für die Aktionäre bedeutet das eine Verwässerung. Gleichzeitig gewinnen D-Wave und Rigetti mit der US-Regierung einen strategisch wichtigen Ankeraktionär, politisch dürfte das fast bedeutsamer sein als die reine Fördersumme.
Gemessen an der jeweiligen Börsenbewertung ist der finanzielle Effekt begrenzt: D-Wave kommt derzeit auf rund 6,1 Mrd. USD Marktkapitalisierung, Rigetti auf etwa 5,1 Mrd. USD. Die Förderung entspricht damit lediglich rund 1,6 beziehungsweise 2,0 % des Börsenwerts. Der größere Kurstreiber ist daher die staatliche Validierung der Technologie und weniger der unmittelbare Geldzufluss.
IonQ hebt Prognose kräftig an – aber vor allem durch SkyWater
IonQ erwartet für 2026 nun einen Umsatz zwischen 450 und 460 Mio. USD. Bislang hatte das Unternehmen 280 bis 290 Mio. USD in Aussicht gestellt. Der Prognosemittelpunkt steigt damit um 170 Mio. USD oder knapp 60 %.
Der Sprung ist allerdings kein rein organischer Erfolg. Die neue Prognose berücksichtigt erstmals SkyWater vom Abschluss der Übernahme am 31. Juli bis zum Jahresende. Zudem werden konzerninterne Umsätze aus der bereits zuvor bestehenden Geschäftsbeziehung herausgerechnet. Die bisherige Prognose hatte ausdrücklich noch keinen SkyWater-Beitrag enthalten.
Strategisch verändert die Übernahme IonQ dennoch erheblich. Der Konzern kontrolliert nun eine US-amerikanische Halbleiterfertigung und kann Entwicklung, Produktion und Packaging seiner Quantenchips stärker unter einem Dach bündeln. Damit wird IonQ zunehmend zu einem breit aufgestellten Technologie- und Foundry-Konzern, allerdings auch zu einem deutlich komplexeren Unternehmen, dessen Umsatz nicht mehr ausschließlich aus dem eigentlichen Quantengeschäft stammt.
Fazit: Die Meldungen zeigen, dass Quantencomputing in den USA als strategische Schlüsselindustrie behandelt wird. Für D-Wave und Rigetti ist die staatliche Rückendeckung technologisch und politisch wertvoll, finanziell angesichts der Milliardenbewertungen aber kein Gamechanger. Bei IonQ sieht die Prognoseanhebung spektakulär aus, sie ist jedoch größtenteils akquisitionsbedingt und sollte nicht mit einer plötzlichen Beschleunigung des organischen Quantengeschäfts verwechselt werden.

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