US-Anleiherenditen auf dem höchsten Stand seit 2007
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- US 10Y Bond Yield - Kurs: 5,063 % (Bonds)
Anleger rechnen deshalb mit weiteren Zinserhöhungen der Fed. Eine schwache Auktion fünfjähriger Staatsanleihen verschärfte den Ausverkauf am Mittwoch zusätzlich.
Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg zum Handelsschluss auf 5,11 % und erreichte im anschließenden asiatischen Handel zeitweise 5,13 %. Fünfjährige Papiere rentierten laut US-Finanzministerium zum Schluss mit 5,05 %, dreißigjährige mit 5,40 %. Steigende Renditen bedeuten fallende Anleihekurse. Bei der Auktion fünfjähriger Titel mussten Investoren mit einer Rendite von 5,033 % gelockt werden, mehr als drei Basispunkte über dem unmittelbar zuvor erwarteten Niveau.
Der schwache Absatz der neuen Anleihen ist dabei mehr als eine Begleiterscheinung. Er zeigt, dass Käufer bei den aktuellen Zins- und Inflationsaussichten einen höheren Ertrag verlangen, um dem US-Staat Geld zu leihen. Für das Finanzministerium verteuert das die Refinanzierung. Zugleich steigt mit jeder neuen Emission das Risiko, dass der Markt weitere Anleihen nur zu höheren Renditen aufnimmt. Aus einem Zinsanstieg kann so zusätzlicher Verkaufsdruck entstehen.
Auslöser waren zunächst erneut steigende Ölpreise. Hinzu kamen überraschend starke Daten aus dem US-Industrie- und Dienstleistungssektor. Die Fed hatte ihren Leitzinskorridor erst vergangene Woche um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 % angehoben. Der Markt sieht nach Angaben der Financial Times für Oktober inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von rund 70 % für einen weiteren Zinsschritt.
Höhere Zinsen verändern die Rechnung für Aktien
Der Renditeanstieg reicht inzwischen über die USA hinaus. In Japan kletterte die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen am Donnerstag auf 3,06 % und damit auf den höchsten Stand seit 1996. Wenn Staatsanleihen verschiedener Länder gleichzeitig unter Druck geraten, wird es für Anleger schwieriger, das Problem allein auf die US-Geldpolitik zurückzuführen. Auch höhere Energiepreise, die Finanzierung staatlicher Defizite und die geforderte Entschädigung für langfristige Zinsrisiken spielen in der Neubewertung eine Rolle.
Für den Aktienmarkt ist vor allem die Geschwindigkeit der Bewegung entscheidend. Höhere Anleiherenditen machen festverzinsliche Anlagen im Vergleich zu Aktien attraktiver und erhöhen den Zinssatz, mit dem künftige Unternehmensgewinne bewertet werden. Das trifft besonders Aktien, deren Bewertung stark von weit in der Zukunft erwarteten Gewinnen abhängt. Gleichzeitig steigen für Unternehmen mit hohem Finanzierungsbedarf die Kreditkosten. Robustes Wachstum kann diese Belastung eine Zeit lang ausgleichen; gelingt das nicht, geraten sowohl Gewinnerwartungen als auch Bewertungen unter Druck.
Fazit: Der hohe Kapitalbedarf der KI-Unternehmen, steigende Rohstoffpreise und ambitionierte Aktienbewertungen könnten den Markt zunehmend belasten. Für Anleger werden Anleihen bei Renditen um 5 % wieder zu einer ernsthaften Alternative. Setzt sich der rasante Renditeanstieg fort, könnte er wie schon in früheren Marktphasen zum Kipppunkt für die Aktienmärkte werden.

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