UNITED AIRLINES: Warum sinkt der bereinigte Gewinn trotz Rekordumsatz?
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Die Erlöse je verfügbarer Sitzmeile wachsen bei United Airlines so stark wie seit der Pandemie nicht mehr, doch die Kerosinrechnung steigt noch schneller. Der bereinigte Gewinn sinkt, während das Management für das Schlussquartal eine weitere Beschleunigung des Umsatzwachstums in Aussicht stellt.
| ✦ Auf einen Blick |
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• Der Umsatz steigt im dritten Quartal um 17,4 % auf 17,9 Mrd. USD und liegt damit auf Höhe der durchschnittlichen Analystenschätzung von 17,89 Mrd. USD. • Das bereinigte verwässerte EPS sinkt von 2,78 auf 2,54 USD und verfehlt den Konsens von 2,57 USD knapp. • Die Treibstoffkosten steigen um 61,6 % auf 4,84 Mrd. USD, die bereinigte Vorsteuermarge fällt von 8,0 % auf 6,2 %. • Der Free Cashflow liegt im Quartal bei minus 1,84 Mrd. USD nach minus 153 Mio. USD im Vorjahresquartal. • Für das vierte Quartal erwartet United ein Umsatzwachstum von mehr als 20 % gegenüber dem Vorjahr. |
United Airlines steigert den Umsatz im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 17,4 % auf 17,9 Mrd. USD, ein Rekord für ein drittes Quartal. Die durchschnittliche Analystenschätzung von 17,89 Mrd. USD trifft der Konzern nahezu genau. Aufschlussreich ist, woher das Wachstum kommt: Während die Kapazität nur um 1,3 % zunimmt, steigt der Gesamterlös je verfügbarer Sitzmeile um 15,9 %. Das Plus stammt also fast vollständig aus höheren Erlösen pro Sitz und kaum aus zusätzlichen Flügen.
Beim Gewinn kommt davon wenig an. Die Treibstoffkosten steigen um 61,6 % auf 4,84 Mrd. USD, weil eine Gallone Kerosin im Schnitt 3,90 USD statt 2,43 USD kostet. Die bereinigte Vorsteuermarge sinkt deshalb von 8,0 % auf 6,2 %.
Das bereinigte verwässerte EPS fällt von 2,78 auf 2,54 USD. Es verfehlt damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 2,57 USD knapp, bleibt aber innerhalb der eigenen Zielspanne. Nach GAAP sieht es freundlicher aus: Das verwässerte EPS steigt von 2,90 auf 3,14 USD, gestützt durch Gewinne aus Sale-and-Leaseback-Geschäften mit Flugzeugen von 294 Mio. USD und eine niedrigere Steuerquote. Für die Beurteilung des operativen Geschäfts ist deshalb die bereinigte Größe maßgeblich, die nach unten zeigt. United hat Preismacht, kann einen Kostenschub dieser Größenordnung aber nicht vollständig an die Kunden weiterreichen.
Kennzahlen des Quartals im Überblick: Ergebnis, Umsatz und Umsatzverteilung von United Airlines Holdings, Inc.. (Quelle: Unternehmensangaben)
Die Nachfrage trägt auf breiter Front
Die Stärke hängt nicht an einer einzelnen Kundengruppe. Die Erlöse aus Firmenverträgen mit Geschäftskunden steigen um 26 %, das Premiumgeschäft legt um 17 % zu und die Fracht um 23 %. Auch die Economy-Kabine wächst das dritte Quartal in Folge. CEO Scott Kirby führt einen Teil dieses Wachstums auf das Starlink-WLAN zurück, das inzwischen auf mehr als 640 Flugzeugen installiert ist: Kunden kämen wegen des schnellen Internets und blieben wegen App, Service und Bordprodukt. Die Umsatzseite steht damit auf mehreren Beinen und hängt nicht von einem einzelnen Treiber ab.
Der Kostendruck beschränkt sich allerdings nicht auf Kerosin: Die Stückkosten ohne Treibstoff und Sonderposten (CASM-ex) steigen um 7,8 % und damit deutlich schneller als die Kapazität.
Investitionen zehren am Cashflow
Der Free Cashflow rutscht im Quartal auf minus 1,84 Mrd. USD, nach minus 153 Mio. USD im Vorjahresquartal. Zugleich klettern die Investitionen auf 2,14 Mrd. USD und die Verschuldungsquote aus Nettoschulden und bereinigtem EBITDAR steigt von 2,1 auf 2,4. Mit 17,7 Mrd. USD Liquidität und einer auf 5 Mrd. USD aufgestockten Kreditlinie ist das Polster komfortabel. Dem angestrebten Investment-Grade-Rating kommt United mit dieser Entwicklung allerdings nicht näher.
Umsatz und Ergebnis je Aktie im Quartalsverlauf inkl. Analystenschätzungen. (Quelle: Unternehmensangaben)
Ausblick
Beim Umsatz gibt das Management Gas. Für das vierte Quartal stellt United ein Plus von mehr als 20 % und damit einen weiteren Rekord in Aussicht. Die Prognose signalisiert eine erneute Beschleunigung, nachdem die Wachstumsrate über die vergangenen vier Quartale von 2,6 % auf 17,4 % gestiegen ist.
Beim Gewinn ist das Bild weniger klar. Im Juli hatte United die Spanne für das bereinigte EPS 2026 auf 9,00 bis 11,00 USD angehoben. Nach neun Monaten stehen 5,72 USD zu Buche, während die durchschnittliche Analystenschätzung für das Gesamtjahr mit 7,85 USD klar unter dieser Spanne liegt. Die Analysten trauen dem Umsatzplus im Schlussquartal also nicht zu, die Treibstoffrechnung auszugleichen. Für 2027 rechnen sie mit 12,58 USD je Aktie, was eine spürbare Entlastung auf der Kostenseite voraussetzt.
Tagesschlusskurse der United Airlines Holdings, Inc.-Aktie über ein Jahr. (Quelle: stock3)
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 59,07 Mrd. USD | 68,56 Mrd. USD | 73,00 Mrd. USD |
| EPS | 10,66 USD | 7,85 USD | 12,58 USD |
*e = erwartet (Analystenkonsens, bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Basis); Ist-Jahr 2025 bereinigt (Summe der Quartale)
Fazit: Uniteds Preismacht ist sichtbar, reicht aber nicht aus: Trotz 17,4 % Umsatzplus bei nur 1,3 % mehr Kapazität drückt der Kerosinpreis den bereinigten Gewinn je Aktie um 8,6 % unter den Vorjahreswert. Für United sprechen die breite Nachfrage und die angekündigte Beschleunigung auf über 20 % Wachstum. Dagegen stehen der knapp verfehlte Konsens, die gesunkene Marge und ein deutlich negativer Free Cashflow. Der für 2027 erwartete Gewinnsprung von 60 % würde das KGV auf Basis der Analystenschätzungen von 12,2 für 2026 (bereinigt) auf 7,6 drücken. Den Ausschlag dafür gibt weniger die Buchungslage als der Preis für eine Gallone Kerosin.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.
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