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21:51 Uhr, 21.10.2026

Darüber spricht der Markt: Wie teuer darf Wachstum werden?

Rechenzentren, Fluglinien und harte Assets: Drei Debatten zeigen, wer die Zeche für Wachstum zahlt, von Nvidias Europa-Partnern bis zu United Airlines' Rekordumsatz.

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Gefährdet politischer Widerstand den Rechenzentrumsboom?

Skeptiker sehen im politischen Widerstand gegen neue Rechenzentren, der sich nicht zuletzt in Europa regt, eine zusätzliche Belastung für den ohnehin stockenden Ausbau. Der eigentliche Engpass seien nicht die Chips, sondern Strom und Kühlung. Dazu komme ein Kapitalbedarf von geschätzt rund einer Billion USD pro Jahr. Bei höheren Zinsen sinke die Bereitschaft zur Spekulation; Anleger verlangten tatsächliche Erträge. Steigende Kapitalkosten könnten kleineren Anbietern zudem den Zugang zum Kapitalmarkt versperren. Sollten die großen Techkonzerne ihre Investitionen zurückfahren, drohe ein breiter Abbau von Risikopositionen im KI-Bereich. Sie verweisen auch auf Nebius Group, deren Aktie in der vergangenen Woche um mehr als 20 % gefallen sei.

Die Optimisten halten die ungebrochene Nachfrage dagegen. Gerade bei Nebius Group seien neue Kapazitäten sofort vermietet, und die Mietpreise für GPUs stiegen weiter. Selbst die für 2027 geplanten Kapazitäten wären nach Erwartung des Unternehmens zu heutigen Preisen umgehend vergriffen. Weltweit sollen bis 2030 rund 6 Bio. USD in Rechenzentren fließen, etwa die Hälfte davon in den USA. Als Hauptprofiteur gilt Nvidia, dessen Vorsprung sich über die Chips hinaus auf Software, Netzwerktechnik und komplette Systeme erstrecke. Heute präsentierte sich der Konzern als Partner zahlreicher großer europäischer Unternehmen, darunter L'Oréal, Spotify, Vodafone, Zara, Porsche, Nestlé und HSBC. Zudem stellte er neue DSX-Pod-Systeme vor, mit denen sich Rechenzentren schneller aufbauen lassen sollen. Die Aktie legt auf Jahressicht rund 22 % zu, seit Jahresbeginn sind es knapp 19 % – Analystenkommentare bestätigten die Wachstumsthese. Wer eine Angebotsschwemme vorhergesagt habe, habe in den vergangenen zwei Jahren erhebliche Kursgewinne verpasst.

Anleger befürchten heute allerdings eine Abschwächung und sorgen sich um die Kosten des KI-Ausbaus. Die hohe Fremdfinanzierung der Rechenzentren verschärft zudem die Konkurrenz um Kapital.

Aufschluss dürften die Investitionspläne der großen Techkonzerne geben. Die Optimisten hoffen, dass die starken Investitionszahlen von SpaceX und die erwarteten hohen Zahlen von Meta für mehr Klarheit bei KI-Anlegern sorgen. SpaceX könne seine Rechenzentrumskapazität am Boden zu einem Preis von 30 bis 50 USD pro Watt vermarkten und liefere damit einen konkreten Beleg für die KI-Fantasie am Markt.

Können höhere Flugpreise den Kostendruck der Airlines auffangen?

Bei United Airlines Holdings zeigen die am Dienstag vorgelegten Zahlen, wie stark höhere Kosten das Wachstum belasten. Mit 17,88 Mrd. USD erzielte United einen Rekordumsatz für ein drittes Quartal und lag damit nahezu auf Höhe der Analystenschätzung von 17,89 Mrd. USD. Der Passagierumsatz wuchs um 17,6 % auf 16,24 Mrd. USD. Stark entwickelten sich die Erlöse im Premiumgeschäft, aus Kundenbindungsprogrammen und im Frachtgeschäft. Das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie blieb dagegen mit 2,54 USD knapp unter dem Konsens von 2,57 USD und deutlich unter den 2,78 USD des Vorjahresquartals. Besonders stark belasteten die Treibstoffkosten: Sie stiegen um 61,6 % auf 4,84 Mrd. USD. Je Gallone zahlte United 3,90 USD nach 2,43 USD ein Jahr zuvor.

Für die Optimisten zählt zunächst, dass die Aktie heute trotz des schwächeren Gewinns rund 4,4 % zulegt. Die Nachfrage sei über alle Segmente hinweg stark, und die Buchungen blieben trotz höherer Ticketpreise robust. Auch die Preispolitik der Branche sei rationaler als früher. Höhere Ticketpreise trieben branchenweit den Umsatz je Sitzplatzmeile nach oben. Weil die Flugpreise real noch unter dem Niveau von 2019 lägen, gebe es zudem Spielraum für weitere Erhöhungen.

Die Skeptiker lesen denselben Abstand zu 2019 als Beleg dafür, dass die Preise den Kosten hinterherlaufen. Auch das höhere GAAP-Ergebnis von 3,14 USD je Aktie nach 2,90 USD im Vorjahr überzeugt sie kaum. Gestützt wurde es durch Sondergewinne aus Sale-and-Leaseback-Geschäften mit Flugzeugen in Höhe von 294 Mio. USD. Die Kerosinkosten steigen weiter. Eine Stimme erwartet, dass viele finanziell angeschlagene Airlines in diesem Jahr Verluste schreiben.

Genau darin sehen die Optimisten den Anfang einer Marktbereinigung: Angeschlagene Fluggesellschaften mit zu niedrigen Preisen würden aus dem Markt gedrängt. Die übrige Branche bewege sich auf ein Preisniveau zu, das zumindest einen kleinen Gewinn erlaubt. Zum Prüfstein wird das vierte Quartal: Zwar stellt United erneut einen Rekordumsatz mit einem Plus von mehr als 20 % in Aussicht, doch beim Gewinn je Aktie rechnet das Unternehmen selbst nur mit einer Spanne von 0,50 bis 1,50 USD und bleibt damit spürbar hinter den bisherigen Markterwartungen zurück, während hohe Treibstoffkosten und eine hohe Branchenkapazität im kommenden Jahr zusätzlich belasten dürften.

Rechtfertigt der Entwertungs-Trade Käufe von Gold und Bitcoin?

Die Bullen argumentieren grundsätzlich: Wenn Staaten ihre Schulden real entwerten, profitieren harte, knappe Güter. Gold und Bitcoin gelten heute gleichermaßen als Teil des sogenannten Entwertungs-Trades, und beide verzeichnen hohe Zuflüsse in ihre ETFs. Als Beleg dient der US-Haushalt: Die Staatsverschuldung nähere sich 40 Bio. USD, bis 2029 würden 50 Billionen erwartet. Die Zinskosten von 1,4 Bio. USD überstiegen bald die Ausgaben für die Sozialversicherung. Bank of America geht davon aus, dass Washington Renditen über 5 % vermeiden und zur Entschuldung eher auf Inflation setzen will.

Beim Gold kommen die Notenbanken als Käufer hinzu. Sie kauften derzeit fünfmal so viel wie im historischen Durchschnitt. Seit dem Einfrieren russischer Reserven 2022 verringerten sie zudem den Dollaranteil ihrer Reserven. UBS und Goldman Sachs sehen für die kommenden zwölf Monate strukturellen Rückenwind; die Chancen auf höhere Kurse überwögen die Abwärtsrisiken.

Die Skeptiker verweisen dagegen auf steigende Anleiherenditen und einen stärkeren Dollar, die die Opportunitätskosten von Gold erhöhen. Fed-Chef Kevin Warsh spricht sich zwar für stabile Leitzinsen auf der nächsten Sitzung aus, am Markt überwiegt aber dennoch deutlich die Erwartung einer weiteren Zinsanhebung bis zum Jahresende. Steigende Ölpreise und Inflationssorgen hätten zuletzt bereits einen kurzfristigen Ausverkauf ausgelöst. Heute tritt der Goldpreis weitgehend auf der Stelle; als Unterstützung gilt die Marke von 4.000 USD je Feinunze.

Bei Bitcoin verweisen die Bullen auf die historisch beste Wertentwicklung aller Anlageklassen. Eine Stimme hebt hervor, Bitcoin sei erstmals unter die zehn größten Vermögenswerte vorgerückt. Das Einstiegsrisiko liegt für die Skeptiker in der Verteilung dieser Gewinne: Sie konzentrierten sich auf wenige Handelstage, und die besten folgten oft unmittelbar auf die schlechtesten. Für den weiteren Verlauf kommt es auf den Zinspfad an. Offen bleibt, ob die Fed tatsächlich nachlegt oder Washington, wie Bank of America annimmt, Renditen über 5 % zu vermeiden versucht.

Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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