UNITED AIRLINES: Der Trick gegen den teuren Sprit
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Der Gesamtumsatz steigt im zweiten Quartal um 16,0 % auf 17,67 Mrd. USD und übertrifft damit knapp die durchschnittliche Analystenschätzung von 17,62 Mrd. USD. Haupttreiber ist der Passagiererlös, der um 16,4 % auf 16,10 Mrd. USD zulegt, während das Cargo-Geschäft mit einem Plus von 22,6 % auf 527 Mio. USD ebenfalls kräftig wächst. Die Nachfrage nach United-Produkten ist damit breit abgestützt und hängt nicht an einem einzelnen Segment.
Beim Gewinn zeigt sich ein differenzierteres Bild. Das GAAP-verwässerte EPS fällt von 2,97 USD im Vorjahresquartal auf 2,46 USD, weil die Treibstoffkosten um 84,1 % auf 5,11 Mrd. USD steigen und den operativen Gewinn von 1,33 auf 1,10 Mrd. USD drücken. Aussagekräftiger für die Bewertung ist das bereinigte, non-GAAP verwässerte EPS von 1,99 USD, das die Analystenschätzung von 1,89 USD um rund 5 % übertrifft. Zu beachten bleibt, dass die bereinigten Zahlen unter anderem Gewinne aus Flugzeug-Sale-Leaseback-Transaktionen in Höhe von 351 Mio. USD herausrechnen, die das GAAP-Ergebnis positiv verzerrt hatten.
Treibstoff als Belastungsprobe, Nachfrage als Puffer
Der Treibstoffkostenschock ist das dominierende Thema des Quartals. Der durchschnittliche Kerosinpreis je Gallone stieg von 2,34 auf 4,19 USD. Die gesamten operativen Kosten stiegen im Quartal um 19,2 % auf 16,58 Mrd. USD. United gibt an, im zweiten Quartal rund die Hälfte des Treibstoffkostenanstiegs über höhere Preise weitergegeben zu haben. Dass dies gelingt, zeigt der Yield-Anstieg von 12,1 % je Revenue Passenger Mile sowie das TRASM-Wachstum von 12,1 % auf 20,25 Cents: Die Nachfrage hält stand, die Preissetzungsmacht ist real.
Besonders auffällig ist die Breite der Erlösbasis: Premium-Umsätze wachsen um 16 %, Loyalty-Erlöse um 11 %, Basic Economy um 11 % und Cargo um 23 %. Auch das Geschäftsreisesegment zeigt mit einem Plus von 27 % bei den Vertragserlösen Stärke. Dass die Economy-Kabine zugleich zwei Quartale in Folge ein positives Unit-Revenue-Wachstum von 12 % verzeichnet, deutet auf eine Erholung hin, die sich nicht mehr nur auf das Premiumsegment stützt.
Bilanz und Kapitalstruktur im Umbau
United nutzt das Quartal aktiv zur Bilanzoptimierung: Die Gesellschaft hat 3,7 Mrd. USD neue Liquidität zu günstigen Konditionen aufgenommen und seit Quartalsbeginn rund 1 Mrd. USD höher verzinste Schulden vorzeitig getilgt. Die verfügbare Liquidität liegt zum Quartalsende bei 19,6 Mrd. USD, der Netto-Leverage bei 2,2. Das Ziel eines Investment-Grade-Ratings noch in diesem Jahr bleibt explizit auf der Agenda. Der freie Cashflow von 322 Mio. USD liegt deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,13 Mrd. USD, was vor allem an den höheren Investitionsausgaben für Flottenerneuerung und Starlink-Ausstattung liegt.
Ausblick
United hebt die bereinigte EPS-Prognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 9,00 bis 11,00 USD an, eine klare Aufwärtsrevision, deren Mittelpunkt von 10,00 USD nahe an der aktuellen Analystenschätzung von 10,44 USD für das Gesamtjahr liegt. Das Management wird dabei auffallend konkret: Im dritten Quartal will United 80 bis 90 % des Treibstoffkostenanstiegs kompensieren, im vierten Quartal soll die vollständige Weitergabe gelingen. Diese Staffelung signalisiert, dass das Preissetzungspotenzial mit fortschreitendem Jahr zunimmt, wobei die Guidance auf aktuellen Ölpreisen basiert und damit empfindlich auf Energiepreisbewegungen reagiert. Die Flottenerweiterung, der Starlink-Rollout auf knapp 1.000 Flugzeuge bis Jahresende und der Einstieg des A321XLR in den Linienbetrieb im Herbst sind operative Katalysatoren, die die Kundenzufriedenheit und damit die Preisdurchsetzung mittelfristig stützen dürften.
Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 | 2026e | 2027e |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 59,07 Mrd. USD | 67,19 Mrd. USD | 70,39 Mrd. USD |
| EPS | 10,22 USD | 10,44 USD | 15,06 USD |
*e = erwartet, Erwartungen basieren bei US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten
Fazit: United liefert ein solides Quartal, das angesichts eines 84-prozentigen Treibstoffkostenanstiegs bemerkenswert widerstandsfähig wirkt: Umsatz und bereinigtes EPS übertreffen die Erwartungen, die Jahresprognose steigt. Der Makel liegt in der stark gesunkenen bereinigten Marge und einem freien Cashflow, der den Vorjahreswert deutlich verfehlt. Wer auf die Equity-Story setzt, findet in der Nachfragestärke quer durch alle Kabinen und der schrittweisen Treibstoffweitergabe valide Argumente; wer skeptisch bleibt, hält zu Recht fest, dass das Ergebnis auf einem Ölpreisniveau basiert, das sich jederzeit wieder drehen kann. Bei einem KGV von 11 ist viel von diesem Risiko bereits eingepreist, ein neuer Kurstreiber für die United-Airlines-Aktie dürfte jedoch greifbare Fortschritte beim Investment-Grade-Rating oder eine spürbare Entspannung an der Zapfsäule erfordern.
Dieser Beitrag ist unter Einsatz Künstlicher Intelligenz entstanden.

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