ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
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Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
S&P Global: Deutscher Servicesektor wächst moderat im März
Der deutsche Servicesektor hat im März ein moderates Wachstum verzeichnet. Der von S&P Global für den Sektor ermittelte Einkaufsmanagerindex sank auf 50,9 von 51,1 Punkten, wie aus den finalen Daten für den Monat hervorgeht. Volkswirte hatten einen Stand von 50,2 vorhergesagt. Vorläufig war für März ein Wert von 50,2 ermittelt worden. Insgesamt hat sich das Wachstum in Deutschlands Wirtschaft im März beschleunigt. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - stieg auf 51,3 von 50,4 Punkten im Vormonat.
S&P Global: Eurozone-Wirtschaft wächst leicht im März
Die Eurozone-Wirtschaft hat im März zum dritten Mal hintereinander Wachstum verzeichnet. Trotz des höchsten Wertes seit August 2024 fiel die Rate erneut nur moderat aus und lag auch unter ihrem Langzeit-Durchschnittswert. Der Sammelindex für die Produktion der Privatwirtschaft in der Eurozone, der Industrie und Dienstleistungen umfasst, stieg auf 50,9 Zähler von 50,2 im Vormonat, wie S&P Global bei einer zweiten Veröffentlichung berichtete. Beim ersten Ausweis war ein Anstieg auf 50,4 Punkte gemeldet worden. Volkswirte hatten eine Bestätigung dieses Werts erwartet.
Eurozone-Erzeugerpreise steigen im Februar wie erwartet
Die Erzeugerpreise der Industrie in der Eurozone sind im Februar wie erwartet gestiegen. Die Preise auf der Erzeugerstufe erhöhten sich im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat berichtete. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten im Konsens ihrer Prognosen einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich lagen die Erzeugerpreise um 3,0 Prozent höher. Die Prognose von Volkswirten hatte auf ein Plus von 3,0 Prozent gelautet.
Nagel: EZB muss Lage wegen US-Zöllen neu bewerten
Die Verhängung unerwartet hoher Importzölle durch die USA stellt nach Aussage von EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel "Erreichtes in der Geldpolitik auf den Prüfstand". "Im Eurosystem werden wir die Lage neu einordnen müssen", schreibt Nagel in einer Stellungnahme. Zu den voraussichtlichen Auswirkungen der Zölle schreibt Nagel: "Das globale Wirtschaftswachstum wird zurückgehen. Die Preise werden steigen."
EZB/De Guindos: Zölle erhöhen Inflationsunsicherheit
Die Inflationsrate in der Eurozone bewegt sich auf das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) zu, aber höhere US-Zölle seien eine neue Quelle der Unsicherheit, sagte Vizepräsident Luis de Guindos. In einer Rede in Amsterdam sagte de Guindos, dass die jüngsten Daten darauf hindeuten, dass sich die jährliche Inflationsrate "auf einer nachhaltigen Basis" bei 2 Prozent einpendeln wird.
EU könnte mit Service-Sanktionen reagieren
Analysten von Goldman Sachs rechnen damit, dass die EU auf die neuen US-Importzölle "umfassend" reagieren und sich dabei nicht auf den Gütersektor beschränken wird. "Angesichts des hohen Defizits der EU bei Dienstleistungen ist es möglich, dass die Reaktion der EU von einer eher schrittweisen Vergeltung durch das EU-Gesetz über digitale Dienste (DSA) und die EU-Durchsetzungsverordnung bis hin zum neuartigen Anti-Zwangsinstrument für eine breite Palette von Zöllen auf Dienstleistungsimporte aus den USA reichen wird", heißt es in einem Kommentar.
Handelskrieg über Industrie hinaus wäre problematisch
Der Handelskrieg der USA mit dem Rest der Welt ist nach Aussage von Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater für Unternehmen und Branchen eine Herausforderung, für Volkswirtschaften als Ganzes aber zu meistern. "Wirklich problematisch für Konjunktur und Finanzmärkte wäre ein Handelskrieg, bei dem sich die Protektionsmaßnahmen auch auf Felder außerhalb der Industrie ausdehnen würden, also auf Dienstleistungen, Kapitalverkehr, Daten oder Standards", schreibt Kater in einem Kommentar. Kater nimmt an, dass große integrierte Wirtschaftsräume, wie etwa die EU oder die ASEAN-Staaten den Unternehmen Ausweichspielraum geben werden. "Wir erleben einen Umbau der Weltwirtschaft, keinen Abbau."
DJG/DJN/apo
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