ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
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Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
China erhebt 34 Prozent Zoll auf alle Waren aus den USA
China wird einen Zoll von 34 Prozent auf alle aus den USA importierten Waren erheben. Wie die Zolltarifkommission des Staatsrats mitteilte, tritt dieser Gegenzoll am 10. April in Kraft. US-Präsident Donald Trump hatte in dieser Woche eine Abgabe von 34 Prozent auf chinesische Waren als Teil einer globalen Zolloffensive angekündigt. Das chinesische Handelsministerium teilte außerdem mit, dass es mehr als zwei Dutzend amerikanische Unternehmen auf die schwarze Liste der Exportkontrollen gesetzt hat. China führt außerdem Ausfuhrkontrollen für sieben Kategorien von Seltene-Erden-Gütern ein. Die Exportkontrolle geschehe zum Schutz der nationalen Sicherheit und der nationalen Interessen, erklärte das chinesische Handelsministerium.
Deutschlands Aufschwung in der Industrie trifft auf Zollmauer
Der Trend bei den deutschen Industrieaufträgen verlief nach Einschätzung des Ökonomen Claus Vistesen von Pantheon Macroeconomics flach, bevor Präsident Donald Trumps Zollregime in Kraft trat. Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe stagnierten im Februar, nachdem sie im Januar eingebrochen waren. Der Anstieg der Auftragseingänge aus Nicht-Euro-Exportmärkten um 3,4 Prozent deute auf ein gewisses Vorziehen von Aufträgen vor den Zöllen hin, obwohl der Gesamtzuwachs bescheiden ausgefallen sei. Das Wachstum in den Umfragen habe jedoch vor der Ankündigung der Zölle angezogen, betont Vistesen.
Händler erhöhen Wetten auf US-Zinssenkungen
Angesichts des Handelskriegs von US-Präsident Donald Trump erhöhen die Händler ihre Wetten auf Zinssenkungen. Am Freitag zeigten Federal-Fund-Futures, dass Händler eine 70-prozentige Chance sehen, dass die Federal Reserve die Zinssätze in diesem Jahr um mindestens 100 Basispunkte senken wird, gegenüber 31 Prozent am Mittwoch, laut Daten der CME Group. Zuvor hatten die Händler mit Zinssenkungen von insgesamt 75 Basispunkte in diesem Jahr gerechnet, die wahrscheinlich in Form von drei separaten Zinssenkungen von je 25 Basispunkten rfolgen würden. Die Händler halten eine erste Senkung im Juni nach wie vor für wahrscheinlich.
US-Zölle stagflationär für USA - Fed senkt Zinsen
Die am Donnerstag angekündigten US-Importzölle wirken aus Sicht von Deutsche-Bank-Analysten stagflationär für die USA. Volkswirt Jin Reid weist in seinem Morgenkommentar darauf hin, dass sein Haus nun für das vierte Quartal 2025 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit einer Jahresrate von unter 1 Prozent prognostiziert, nachdem bisher 2,2 Prozent erwartet worden waren. Für den Kernpreisindex der persönlichen Konsumausgaben (Kern-PCE-Deflator) werden nun rund 4 (bisher: 2,7) Prozent prognostizert. Die Analysten sehen ein Rezessionsrisiko und halten - für den Fall einer unveränderten Zollpolitik - vier Zinssenkungen durch die Fed in diesem Jahr für möglich.
Märkte erwarten mehr Zinssenkungen der Bank of England
Die Märkte preisen nach Einschätzung von Chris Turner von ING mehr Zinssenkungen der Bank of England (BoE) ein, da sich die Sorgen über einen möglichen globalen Handelskrieg und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Schäden nach der Ankündigung der US-Zölle verstärken. Zuvor waren die Anleger davon ausgegangen, dass die Zinssenkungen im Vereinigten Königreich aufgrund der erhöhten Inflation im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften begrenzt ausfallen würden. "Die 'Ausnahmestellung' der hohen britischen Zinssätze wird aufgehoben, da die britischen Zweijahres-Swap-Sätze [am Donnerstag] um 12 Basispunkte stärker gefallen sind als ihre Gegenstücke in der Eurozone", sagt Turner.
DJG/DJN/apo
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