ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
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Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
S&P Global: Euroraum-Wachstum kommt im März fast zum Stillstand
Das Eurozone-Wachstum ist zum Ende des ersten Quartals aufgrund der rückläufigen Neuaufträge beinahe zum Stillstand gekommen. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - verringerte sich auf 50,5 Zähler von 51,9 im Vormonat, wie S&P Global im Zuge der ersten Veröffentlichung berichtete. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 51,0 Punkte vorhergesagt. Oberhalb von 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter deutet es auf eine Schrumpfung.
Geschäftsaktivität der Eurozone dürfte stagnieren - Einkaufspreise ziehen an
Die Geschäftsaktivität in der Eurozone dürfte eher stagnieren als schrumpfen, schreibt Jack Allen-Reynolds von Capital Economics in einem Kommentar. PMI-Umfragen haben gezeigt, dass höhere Energiepreise die Nachfrage belastet und die Einkaufskosten im März in die Höhe getrieben haben. Der zusammengesetzte Index ist in dem Monat auf 50,5 von 51,9 im Februar gefallen. Der Rückgang sei vor allem auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen, während sich die Produktion im verarbeitenden Gewerbe kaum verändert habe, so Allen-Reynolds.
S&P Global: Iran-Krieg belastet deutsche Wirtschaft im März
Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich im März stärker als erwartet abgeschwächt, während der Kostendruck infolge des Krieges im Nahen Osten sprunghaft gestiegen ist. Der von S&P Global erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - verringerte sich auf 51,9 von 53,2 Punkten im Vormonat, wie aus den Daten der ersten Veröffentlichung hervorgeht. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 52,3 erwartet. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
IAB: Deutsches Erwerbspersonenpotenzial sinkt 2026 erstmals
Das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland wird nach Aussage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im laufenden Jahr erstmals sinken. Wie das IAB mitteilte, wird mit einem Rückgang um 40.000 auf 48,62 Millionen Personen gerechnet. Das Erwerbspersonenpotenzial umfasst neben Erwerbstätigen und Erwerbslosen die so genannte "stille Reserve". Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte um 90.000 auf 45,89 Millionen Personen sinken und die Zahl der Arbeitslosen um 40.000 Personen steigen. Für die zweite Jahreshälfte rechnet das IAB hier erstmals wieder mit einem leichten Rückgang.
Societe Generale: EZB hebt Leitzins noch nicht im April an
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihren Leitzins nach Aussage von Societe-Generale-Volkswirt Anatoli Annenkov in Ermangelung von Daten zu Wirtschafts- und Lohnwachstum noch nicht im April anheben. "Im Juni wird es jedoch neue Projektionen der Mitarbeiter des Eurosystems geben. Diese werden wahrscheinlich neue Szenarien und Sensitivitätsanalysen enthalten, die eine eingehende Diskussion über eine mögliche Änderung des geldpolitischen Kurses ermöglichen werden", schreibt er in einem Kommentar.
EZB dürfte vorerst die Daten beobachten
Das sich laut der von S&P Global angestellten Einkaufsmanagerumfrage im Euro darbietende Bild stellt die Europäische Zentralbank (EZB) nach Aussage von Commerzbank-Volkswirt Vincent Stamer vor ein Dilemma. "Während sich die Aussichten für die Realwirtschaft eintrüben, nehmen die Inflationsgefahren zu. Bei einem drei Monate andauernden Krieg ergeben unsere Berechnungen eine Inflation für das gesamte Jahr 2026 von 2,7 Prozent", schreibt er in einem Kommentar. Diesen Anstieg der Konsumentenpreise könne die Zentralbank zwar nicht ignorieren, allerdings sei die Unsicherheit auch für die EZB sehr hoch, sodass diese im Zweifelsfall vorerst die Daten beobachten werde, bevor sie die Leitzinsen erhöhe, kalkuliert der Ökonom.
Kiel Institut: Hormus-Sperrung löst Angebotsschock aus
Die Schließung der Straße von Hormus - eines nur 21 Seemeilen breiten Nadelöhrs, durch das etwa ein Fünftel des weltweiten Erdöls und ein Viertel des Flüssigerdgases transportiert wird - hat nach Aussage des Kiel Instituts für Weltwirtschaft einen weitreichenden Angebotsschock ausgelöst. "Eine neue Analyse sowie eine interaktive Webseite des Kiel Instituts zeigen, dass die Störung weit über den Energiesektor hinausgeht und sich über Chemikalien und Düngemittel bis in die Ernährungssysteme weiterträgt, wobei die schwerwiegendsten Folgen auf Entwicklungsländer entfallen", heißt es in einer Mitteilung der Konjunkturforscher.
Japan beginnt mit der Freigabe strategischer Ölreserven
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi hat erklärt, dass die Regierung noch in dieser Woche mit der Freigabe strategischer Reserven an Erdölprodukten beginnen wird, um dem durch den Krieg im Nahen Osten bedingten Anstieg der Kraftstoffpreise entgegenzuwirken. Sie wies darauf hin, dass das Land bereits Subventionen eingeführt und einige private Reserven freigegeben habe. Die Premierministerin hatte zuvor angedeutet, dass Japan einen solchen Schritt unternehmen werde, jedoch keinen konkreten Zeitpunkt genannt.
Iraner befürchten, dass Gespräche eine Falle sein könnten
Der Iran befürchtet, dass Versuche, einen Waffenstillstand zu erreichen, eine Falle sein könnten, sagten iranische Regierungsbeamte und ihre arabischen Gesprächspartner. Konkret sind die Regierungsbeamten in Teheran besorgt, dass direkte Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zu einem Attentat auf Mohammad-Bagher Ghalibaf führen könnten, den iranischen Parlamentspräsidenten und ehemaligen Kommandeur der Paramilitärs, den die USA an allen Gesprächen beteiligen wollen. Ghalibaf ist bislang einer der wenigen hochrangigen iranischen Führer, die israelischen Angriffen entgangen sind.
Iran ersetzt getöteten Sicherheitschef durch ehemaligen IRGC-Kommandeur
Nach Angaben staatlicher Medien hat der Iran Mohammad Bagher Zolghadr zum Sekretär seines Obersten Nationalen Sicherheitsrats ernannt. Er tritt damit die Nachfolge von Ali Larijani an, der letzte Woche bei israelischen Luftangriffen getötet wurde. Der 72-jährige Zolghadr ist ein ehemaliger Kommandeur der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC), bei er den Rang eines Brigadegenerals erreichte. Zuvor war er als stellvertretender Kommandeur tätig. Zuletzt war er Sekretär des iranischen Rates zur Feststellung des Staatsinteresses und zuvor stellvertretender Innenminister unter dem ehemaligen iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad.
Bahrain meldet Brand nach iranischem Angriff
Das Innenministerium von Bahrain hat mitgeteilt, dass eine Anlage eines Unternehmens in dem kleinen Golfstaat "infolge iranischer Aggressionen" in Brand gesetzt worden sei. Einheiten des Zivilschutzes hätten das Feuer gelöscht, fügte das Ministerium auf X hinzu, ohne näher auf die Ursache oder den Ort einzugehen. Unabhängig davon teilte das saudische Verteidigungsministerium laut Beiträgen auf X mit, es habe im Osten des Landes mehr als ein Dutzend Drohnen "abgefangen und zerstört". Seit Beginn des Krieges in der Region greift der Iran zivile und energetische Infrastruktur, diplomatische Vertretungen und US-Stützpunkte in seinen Nachbarstaaten am Golf an.
Golfstaaten nähern sich Beitritt zum Kampf gegen den Iran - Kreise
Die Verbündeten der USA am Persischen Golf nähern sich langsam einer Beteiligung am Kampf gegen den Iran und zeigen sich zunehmend entschlossen, nachdem anhaltende Angriffe ihre Wirtschaft lahmgelegt haben und die Gefahr besteht, dass Teheran langfristig Einfluss auf die Straße von Hormus erlangt. Die jüngsten Schritte unterstützen die Fähigkeit der USA, Luftangriffe durchzuführen und eine neue Angriffslinie auf Teherans Finanzen zu eröffnen. Sie gehen noch nicht so weit, ihre Streitkräfte offen in den Kampf zu entsenden - eine Grenze, die die Herrscher am Golf hofften, nicht zu überschreiten, obwohl der Druck zunimmt, da der Iran droht, größeren Einfluss auf die energiereiche Region auszuüben.
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